Ostern 2020: Uneinheitliches Bild im Floristik-Fachhandel

Ostern war für die Blumengeschäfte und Mitglieder im Fachverband Deutscher Floristen so herausfordernd wie kaum ein anderes Ostergeschäft jemals zuvor.

Ostern war für die Blumengeschäfte und Mitglieder im Fachverband Deutscher Floristen so herausfordernd wie kaum ein anderes Ostergeschäft jemals zuvor. Bild: FDF.

Anzeige

Der FDF hat eine (nicht repräsentative) Umfrage gemacht, um ein Stimmungsbild der Branche an Ostern 2020 und generell in den Tagen der Krise zu ermitteln. Resultat: Die Corona-Pandemie-Krise wirkt sich sehr uneinheitlich auf den Blumenfachhandel aus - abhängig unter anderem davon, in welchem Bundesland das Blumengeschäft ansässig ist. Denn in acht Bundesländern durften die Florist-Fachgeschäfte vor Ostern öffnen (wobei die Genehmigung zur Öffnung zum Teil extrem kurzfristig erteilt wurde, wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein. Hier erfuhren die Blumengeschäfte erst am Gründonnerstag, dass sie ab Ostern wieder öffnen durften). In den übrigen Bundesländern mussten die Geschäfte über die Ostertage geschlossen bleiben. Aber auch unabhängig davon, ob ein Geschäft öffnen durfte oder bis nach Ostern schließen musste, sind nahezu alle Unternehmen von den Auswirkungen der Krise betroffen. Denn die Stimmung in der Gesellschaft ist seit Mitte März eine andere: viele Menschen haben ihr Konsumverhalten geändert und bleiben bevorzugt zuhause.

In den Bundesländern, in denen die Geschäfte geschlossen bleiben mussten, beklagten viele FDF-Floristen Umsatz-Einbußen von bis zu 95% - auch ein engagierter Werkstatt-Betrieb und stark ausgeweiteter Lieferservice konnten diese finanziellen Einbrüche kaum mindern. Die Geschäfte, die öffnen durften, konnten sich hingegen an Ostern sogar zum Teil über Umsatzzuwächse freuen. Hier gilt es allerdings den Blick dafür zu schärfen, dass diese positiven Ergebnisse vielfach einen kurzen Höhepunkt zu den Ostertagen markieren, während die Geschäfte grundlegend durch die Ausnahme-Situation der Corona-Krise nahezu bundesweit von massiven Umsatzeinbußen im März und April geprägt sind. Die Gründe dafür sind allgegenwärtig: verändertes Einkaufsverhalten, die Kunden bleiben zuhause, der übrige Einzelhandel war geschlossen und die Laufkundschaft fehlte. Hinzu kommt, dass sämtliche Veranstaltungen und Dekorationen abgesagt sind: das geht von den kleinen Familienfeiern (Kommunionen, Konfirmationen) über große Festveranstaltungen, Firmenfeiern bis hin zu den romantischen Traum-Hochzeiten - und sogar die Trauerfeiern finden mit nur minimaler floraler Begleitung statt, weil nur wenige Hinterbliebene teilnehmen können. FDF-Floristen berichten in diesem Zusammenhang, dass ihnen Absagen für Dekorationsaufträge bis Ende Juni und zum Teil sogar bis zum Ende des Jahres 2020 erteilt worden sind.

Werkstatt-Betrieb, Webshops und Blumen-Auslieferungen

Frühlings-Sträuße waren zu Ostern 2020 die am stärksten nachgefragten floralen Arrangements. Auch Beet- und Balkonpflanzen waren begehrt. Viele Floristen haben ihren Liefer-Service in diesen Tagen enorm gesteigert. Auch das Segment "Fleurop-Aufträge" lief an den Oster-Tagen gut. Insbesondere in den Bundesländern, in denen die Geschäfte schließen mussten, waren Werkstatt-Betrieb und Zustellung ein probates Mittel, um wenigstens einen Teil der Umsätze zu sichern.

Und trotz Umsatzrückgängen gibt es auch positive Erfahrungen in der Krise. Viele Kunden haben ihren Lieblings-Floristen explizit die Treue bekundet oder zeigen sich generell solidarisch mit dem lokalen Fachhandel (#buylocal). Die sozialen Medien (facebook, instagram und whatsapp) erweisen sich als kommunikative Brücke zwischen Blumengeschäft und Kunden. Parallel dazu gingen die Bestellungen an Ostern telefonisch, per Mail oder Fax ein und die Webshops wurden sehr gut angenommen.

Befragt zur allgemeinen Situation in der Branche ist das Feedback erwartungsgemäß sehr uneinheitlich. Ein Großteil der Befragten schätzt die allgemeine Wirtschaftslage, unabhängig vom partiell positiven Ostergeschäft, für die Branche eher problematisch bis existenzgefährdend ein. Die gedrosselte Wirtschaft und damit verbundene rückläufige Kaufkraft der Konsumenten machen vielen Floristen Sorge. Als existentielles Problem werden die Supermärkte wahrgenommen, die ihre Sortimente im Bereich Blumen und Pflanzen während des Lockdowns enorm aufgestockt haben. Die Wettbewerbsverzerrung und Ungleichbehandlung: Blumengeschäfte mussten schließen, Gartencenter durften öffnen, hat die Branche empört. Auf der anderen Seite haben sich etliche Blumenfachgeschäfte in der Krise kreativ und flexibel aufgestellt und dafür großen Zuspruch von ihren Kunden erhalten.

Großes Lob erzielte die Interessenvertretung des Fachverband Deutscher Floristen auf politischer Ebene und das intensive Beratungs-Angebot für die Mitglieder. Rund 95% der Befragten waren mit der Arbeit des FDF sehr zufrieden. FDF-Floristen wurden zeitnah zu den regional unterschiedlichen Öffnungsbeschlüssen für die Branche informiert - sei es auf der Homepage des jeweiligen Landesverbands, per Mail, Fax oder sogar telefonisch. Jetzt, da der Einzelhandel seit dem 20.4 nahezu bundesweit (außer in Bayern : seit dem 27.4.2020) wieder öffnen darf, freut sich die Branche darauf, die Kunden unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygiene-Vorschriften wieder blumig zu begeistern. In der Umsetzung dieser Maßnahmen werden die Mitglieder von ihren Landesverbänden unterstützt. (FDF)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.