Osnabrück: Absolventenbefragung in der Landschaftsarchitektur

Im Zeitraum von September bis November 2011 fand zum sechsten. Mal die im dreijährigen Turnus durchgeführte Absolventenbefragung für Landschaftsarchitektur und verwandte Studiengänge statt. Die jüngste Umfrage basiert auf einem weitgehend unveränderten Fragebogen und beschränkt sich auf die letzten drei Abschlussjahrgänge.

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Im Zeitraum von September bis November 2011 fand zum sechsten. Mal die im dreijährigen Turnus durchgeführte Absolventenbefragung für Landschaftsarchitektur und verwandte Studiengänge statt. Die jüngste Umfrage basiert auf einem weitgehend unveränderten Fragebogen und beschränkt sich auf die letzten drei Abschlussjahrgänge (2008-2011). Die zentrale Auswertung der Untersuchung liegt, wie in den früheren Jahren, wieder in den Händen der Hochschule Osnabrück. Als Nachfolgeteam von Prof. Wolfgang Ziegler, der verdient in den Ruhestand gegangen ist, und Frau Mitschke begleiten die inhaltlichen Fragestellungen Prof. Hubertus von Dressler (Fachgebiet Landschaftsplanung/Landschaftspflege, z.Zt. Studiendekan Landschaftsarchitektur) sowie Prof. Martin Thieme-Hack (Fachgebiet Baubetrieb im Landschaftsbau). Die Organisation und Auswertung der Befragung wird von Prof. Ulrich Enneking (Fachgebiet Agrarmarketing) und seiner Mitarbeiterin Frau Susanne Kunde vorgenommen. 

Als Leistung erhalten die teilnehmenden Hochschulen Häufigkeitsauswertungen aller Fragen und Kreuztabellen wichtiger Themen. Dazu gehört:
• Lieferung von Häufigkeitsauswertungen aller Fragen und Kreuztabellen für jede Hochschule,
• Horizontalvergleich mit Hochschulen des gleichen Typs,
• Lieferung der SPSS- und Excel-Dateien an die Hochschulen mit den eigenen Umfrageergebnissen für weitere, vertiefende Auswertungen.

Die Finanzierung der Umfrage und der Auswertung wird ausschließlich von den beteiligten Hochschulen getragen. 

Die Absolventenbefragung hat für die beteiligten Hochschulen insbesondere Bedeutung für die interne Nutzung zur Qualitätssicherung, die Evaluierung, die Akkreditierung, die Weiterentwicklung der Curricula, die Studienberatung, die Alumni-Bindung und nicht zuletzt für die Bewerbung der Studiengänge. Bei den Akkreditierungen wird, je nach Besetzung der Gruppe, gezielt von den Gutachtern nach den Ergebnissen dieser Absolventenbefragung gefragt.

Leider ist der Trend einer abnehmenden Hochschulbeteiligung erkennbar. Die Hochschule Rhein-Main, Standort Geisenheim hat sich gerade an einer Absolventenbefragung beteiligt, die für alle Absolventen der gesamten Hochschule Rhein-Main durchgeführt wurde und daher diesmal nicht teilgenommen. Alle anderen haben den Grund für die fehlende Teilnahme nicht mitgeteilt.

Mögliche Gründe können sein:
• finanzielle Belastung,
• Wiederholungen in größeren Abständen
• zunehmend hochschuleigene Systeme der Absolventenbefragung.

Mangelnde Aussagekraft der Ergebnisse sehen die Bearbeiter der Studie nicht als Grund, denn die Rücklaufquoten der Fragebögen lagen bisher zwischen 30 und 50%. Auch wurden die Ergebnisse von den Hochschulen immer positiv für die Entwicklung und Ausgestaltung der Studiengänge bewertet. Der Mehrwert dieser im Vergleich zu zwischenzeitlich eingeführten hochschulweiten Absolventenbefragungen sehr differenzierten Studie liegt in der Möglichkeit, sich als Landschaftsarchitektur-Hochschulstandort mit dem Durchschnitt der anderen Hochschulen mit diesen Schwerpunkten zu vergleichen.

Der zeitliche Ablauf der Studie stellt sich wie folgt dar:
Juli 2011
Teilnahme- und Finanzierungszusage der Hochschulen an die Hochschule Osnabrück
Sep./Okt. 2011
Versendung der Fragebögen an die Absolventen durch die beteiligten Hochschulen
Okt. 2011 bis April 2012
Datenerfassung und Auswertung
April 2012
Versand der Ergebnisse an die beteiligten Hochschulen

Ausgewählte Ergebnisse
Eine wichtige Frage ist, ob die Absolventen nach Abschluss ihres Studiums berufstätig sind. Auffällig ist die höhere Schwankung in den Vertiefungen Landschaftsplanung und Freiraumplanung. Der Landschaftsbau weist eher eine stabile Quote auf. Dies ist aber auch darin begründet, dass es bisher nur zwei Standorte mit diesem Schwerpunkt gab, die in die Ergebnisse eingeflossen sind. Im Bereich der Landschaftsplanung hat sich die Situation nach der schlechten Arbeitsmarktsituation um 2005 wieder stabilisiert. Die geringeren Werte in der Berufstätigkeit von Absolventen der Freiraumplanung kann mit dem zunehmenden Trend zum Masterstudium in diesem Bereich zusammenhängen.

Auffällig ist die relativ hohe Quote der Weiterbildung in der Freiraumplanung sowie die vergleichsweise geringe Quote der Höherqualifizierung im Bereich des Landschaftsbaus. Die hohe Quote im Bereich der Freiraumplanung lässt sich damit erklären, dass ein sechssemestriger Bachelor in vielen Bundesländern nicht kammerfähig ist, die Absolventen sich also ohne eine Weiterqualifizierung in einemkonsekutiven Masterstudiengang nicht als Landschaftsarchitekten bezeichnen dürfen. 

Der geringe Wert im Jahr 2005 kann auf die o.g. konjunkturellen Gründe zurückgeführt werden. Auch wenn der Anteil der nur „bedingt ausbildungsgemäßen Beschäftigung“ für alle Studiengänge hoch erscheint, fehlt der Vergleich zu anderen Studienrichtungen. Für den Landschaftsbau kann vermutet werden, dass nach dem Studium doch einige wieder auf die Baustelle gehen, aber nicht, weil sie keine ausbildungsgemäße Stellen finden, sondern weil sie nicht bereit sind, den Wohnort zu wechseln. Die im Durchschnitt etwas geringeren Werte im Bereich der Landschaftsplanung müssen auch vor dem Hintergrund des sehr vielfältigen Arbeitsmarkts für Absolventen der Landschaftsplanung gesehen werden.

Bei der Verteilung der Absolventen der Studienschwerpunkte auf die Wirtschaftszweige auf Grundlage der Datenbasis 2011 gibt es keine bemerkenswerten Veränderungen zu den Vorjahren. Deutlich wird aber, dass jeder Studienschwerpunkt zwar einen Hauptwirtschaftszweig hat, aber die Absolventen der Schwerpunkte mehr oder weniger in allen Wirtschaftszweigen Beschäftigungsmöglichkeiten finden. Das spricht für eindeutige Schwerpunktsetzungen innerhalb der Curricula, wenn dabei aber gleichzeitig nicht zentrale gemeinsame Grundlagen des Berufsfelds vernachlässigt werden. (hs-os)

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