Österreich: Bedarf an heimischen Christbäumen steigt

Weihnachten steht vor der Tür. Da besinnen sich die Österreicher gerne auf Traditionen und auch der Begriff Heimat bekommt einen ganz besonderen Stellenwert. Warum also heuer nicht gleich beides miteinander verbinden und einen Christbaum aus der Heimat kaufen? 2,6 Mio. Christbäume werden heuer wieder in Österreichs Wohnzimmern stehen.

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Weihnachten steht vor der Tür. Da besinnen sich die Österreicher gerne auf Traditionen und auch der Begriff Heimat bekommt einen ganz besonderen Stellenwert. Warum also heuer nicht gleich beides miteinander verbinden und einen Christbaum aus der Heimat kaufen? 2,6 Mio. Christbäume werden heuer wieder in Österreichs Wohnzimmern stehen. Davon sind etwa 90%  heimische Bäume. Sie kommen größtenteils aus Kulturen und zu einem geringeren Teil aus dem Wald.

Die ausgesprochen gute Eigenversorgung kommt nun den Österreichern zugute. Die heimischen Christbaumbauern haben ihre Anbauflächen ausgeweitet, um jedem Konsumenten den Kauf eines Christbaums zu ermöglichen“, erläutert Landwirtschaftskammer-Präsident ÖR Ing. Franz Reisecker. In Oberösterreich kommen etwa 80 bis 85% der gekauften oder geschenkten Bäume aus heimischem Anbau. Im letzten Jahr verkauften die OÖ Christbaumbauern etwa 400.000 Christbäume.

Trotz Wirtschaftskrise mehr Christbäume verkauft
Weihnachten ohne Christbaum ist für die meisten Österreicher nicht vorstellbar. In den letzten Jahren stieg daher trotz Wirtschaftskrise die Zahl der Haushalte mit einem natürlichen Christbaum. Sieben von zehn Haushalten haben einen Christbaum aufgestellt, ergab die letzte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK im Jänner 2013 im Auftrag der Österreichischen Christbaumbauern. Die Anzahl der Haushalte ohne Christbaum ist um 6% gesunken. Etwa 90% der befragten Personen stellen aus Tradition einen Christbaum auf. Weitere Gründe sind, weil man den Kindern eine Freude machen möchte bzw. weil ein Christbaum in der Wohnung „an die eigene Kindheit erinnert“.

Auch Singles stellen Christbäume auf
75% aller oberösterreichischen Haushalte - das sind etwa 450.000 – verwenden einen Christbaum. Der prozentuelle Anteil jener Haushalte, die einen Christbaum verwenden, ist seit Jahren in etwa gleich. Da die Zahl der Haushalte steigt, nimmt auch der Bedarf nach heimischen Christbäumen stetig zu. Besonders in den Städten gibt es immer mehr Singlehaushalte, und auch dort werden Christbäume aufgestellt. Auch wenn Weihnachten oftmals bei den Eltern gefeiert wird, möchte man doch einen eigenen Baum in der Wohnung haben.

Beim Christbaumkauf sind die Oberösterreicher patriotisch
Die Oberösterreicher sind beim Christbaumkauf besonders patriotisch: 91% ist es wichtig, dass der Christbaum in Österreich gewachsen ist. 46% der Oberösterreicher schätzen die gute Erkennbarkeit heimischer Bäume durch die Schleife der OÖ Christbaumbauern. 52% der Christbäume werden in Oberösterreich ab Hof/Kultur/Wald bei den Christbaumbauern gekauft. Die Tendenz ist steigend“, erläutert Präsident Reisecker.

Der heimische Christbaum wächst in der Nähe
Wer einen heimischen Christbaum bei den OÖ Christbaumbauern kaufen will, muss nicht weit fahren. Im Durchschnitt ist in jeder dritten Gemeinde ein Christbaumbauer zu finden. Die OÖ Christbaumbauern können daher das bieten, was für 56% der Oberösterreicher wichtig ist: kurze Transportwege und somit ein Beitrag zum Klimaschutz. Die Entscheidung für einen oberösterreichischen Christbaum ist aktiver Umweltschutz. Denn im Gegensatz zu vielen Bäumen, die von ausländischen Plantagen stammen, muss der heimische Christbaum nicht hunderte Kilometer zum Konsumenten transportiert werden. Ein heimischer Christbaum wird im Durchschnitt 40 Kilometer transportiert, bis er verkauft wird. Bei einem dänischen Christbaum sind es 1.000 Kilometer und mehr. Darunter leidet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Qualität der verkauften Ware“, ist Präsident Reisecker überzeugt.

Noch ein wichtiger Aspekt spricht für den Christbaum aus der Heimat, erläutert Präsident Reisecker: „Ein Hektar Christbaumkultur bindet während der Produktionsphase von acht bis zehn Jahren ca. 140 Tonnen Kohlendioxid, erzeugt 100 Tonnen Sauerstoff und filtert Staubpartikel aus der Luft.“

Ausreichend heimische Christbäume zu annähernd gleichen Preisen
Österreich ist in Europa hinsichtlich der Christbäume ein Ausnahmeland. In kaum einem anderen Land ist der Eigenversorgungsgrad so hoch wie hierzulande. Ganz besonders die Oberösterreicher brauchen sich keine Gedanken machen, ob sie heuer wieder ihren „Baum aus der Heimat“ bekommen. Die OÖ Christbaumbauern produzieren über ganz Oberösterreich verteilt in verschiedenen Lagen und auf meist relativ kleinen Flächen. Wetterextreme - wie heuer Trockenheit und Hochwasser – wirken sich daher nur sehr marginal auf die Versorgung mit heimischen Bäumen aus“, umreißt Ignaz Hofer, Obmann der OÖ Christbaumbauern. 500 Hektar Christbäume Die oberösterreichischen Christbaumbauern zählen 165 Mitglieder und bewirtschaften insgesamt etwas über 500 Hektar Anbaufläche. Die Umschlagszeit der Bäumchen beträgt 8 bis 12 Jahre, wobei jährlich ca. 10% der Anbaufläche abgeerntet werden. „Pro Hektar wachsen je nach Pflanzung ungefähr 6.000 bis 7.000 Bäume - Weihnachten mit einem Baum aus der Heimat ist also auch für die nächsten Jahre gesichert“, betont Hofer.

Es muss eine Tanne sein
Beliebtester Baum in Oberösterreich ist die Nordmannstanne - sie schmückt drei von vier oberösterreichischen Wohnzimmern. Bei den Größen sind besonders Bäume zwischen 1,5 und zwei Metern gefragt. Waren bis vor kurzem noch besonders dichte Bäume beliebt, so geht der Trend nun wieder zu mehr Reihenabstand. So kommt der schöne Christbaumschmuck besser zur Geltung.

Oberösterreicher wollen Naturbäume
Weihnachten ist ein Fest der Sinne. Der Duft nach frischem Tannengrün, nach Kerzen und nach dem gewohnten Weihnachtsessen ist den Menschen wichtig. Die Oberösterreicher wollen daher nach wie vor einen Naturbaum. Das ergab die heurige Umfrage des GfK Meinungsforschungsinstituts. Für 66% der Oberösterreicher sind Aussehen und Frische die wichtigsten Kriterien beim Kauf ihres Christbaumes. Bei den OÖ. Christbaumbauern werden die Bäume erst kurz vor dem Verkauf geschnitten, was die Nadelhaltbarkeit und den Duft erhöht. Das Aussehen der Christbäume ist für die Oberösterreicher deshalb wichtig, weil sie viel Schmuck in den Baum hängen wollen. Die Verkäufer von Christbaumschmuck bestätigen dies. Das Motto lautet „möglichst viel und möglichst bunt“ bei Familien mit Kindern und „möglichst viel und der Einrichtung angepasst“ bei den anderen.

Frische Bäume zu kundenfreundlichen Preisen
Aus den Umfragen wissen wir, dass Aussehen, Frische und kurze Transportwege deutlich vor dem Preis die wichtigsten Entscheidungskriterien für den Konsumenten sind. Die oberösterreichischen Christbaumbauern bemühen sich, die Preise gegenüber dem Vorjahr gleich bleiben zu lassen. Ein Baum in Spitzenqualität kostet je nach Baumart und Größe zwischen 15 und 35 Euro pro Laufmeter, wobei die Preise im städtischen Bereich generell etwas höher sind. Gegenüber dem Ab-Hof-Verkauf müssen hier die Kosten für Transport und Standmiete berücksichtigt werden“, erläutert Hofer. Interessant ist, dass sich der Trend zum teureren Christbaum auch 2012 fortgesetzt hat, während billigere Bäume immer weniger gekauft werden.

Ab wann bekommt man heimische Christbäume?
Direkt bei den OÖ Christbaumbauern kann man ab Anfang Dezember seinen Baum aussuchen und kaufen. Der Verkaufsstart an Ständen der heimischen Christbaumbauern ist erst ab 7. Dezember - so bleibt die nadelige Ware bis über Weihnachten hinaus frisch. Infos über Verkaufsstände gibt es im Internet unter www.weihnachtsbaum.at OÖ Christbaumbauern helfen mit, Bäume für das Leben zu pflanzen

Die OÖ Christbaumbauern unterstützen wieder SEI SO FREI, die entwicklungs-politische Aktion der Katholischen Männerbewegung. Die Mitgliedsbetriebe stellen dazu Sparschweine auf und machen ihre Kunden auf die Aktion „Mein Christbaum trägt Früchte“ aufmerksam. Mag. Christina Lindorfer von SEI SO FREI erläutert die Aktion folgendermaßen: „SEI SO FREI ist die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung.

Gemeinsam mit kompetenten Projektpartnern vor Ort werden Projekte realisiert, die den Menschen in Afrika und Lateinamerika ein Leben in Würde und Unabhängigkeit ermöglichen.“ Eine besondere Herausforderung bilden klimatische Veränderungen, die Regenzeiten weniger vorhersehbar machen. Oft bleibt der Regen völlig aus oder es regnet so stark, dass die fruchtbare Erde weggeschwemmt wird. Zu starkes und unkontrolliertes Abholzen der Waldbestände und der Ausbau von Monokulturen sind mit Ursache dafür. Mit dem Wald verschwindet auch das Leben, denn der Wald ist wichtige Lebensgrundlage für die Menschen. Durch gezielte Anpflanzung von Baumsetzlingen können Familien und Dörfer kleine Mischwälder anlegen und so das Überleben in ihrer Heimat sichern. Denn Obstbäume erweitern den Speiseplan und schaffen Einkommen, Kakaobäume sichern den Lebensunterhalt vieler Kleinbauernfamilien und Nutzholzbäume verkürzen die Wege zum Brenn- und Bauholz.

"Mein Christbaum trägt Früchte"
Mit nur einem Euro kann SEI SO FREI für eine Familie in Tansania zwei Obstbaumsetzlinge ankaufen. Die OÖ Christbaumbauern werden heuer gemeinsam 2000 Setzlinge finanzieren. Außerdem informieren die Mitgliedsbetriebe der OÖ Christbaumbauern ihre Kunden an den Verkaufsständen über die Aktion „Mein Christbaum trägt Früchte“ und stellen Sparschweine auf, um Spenden für Baum-Setzlinge zu sammeln. „Wenn jeder, der einen Christbaum kauft, einen Euro für unsere Aktion spendet, können wir bei unseren Projekten viel erreichen“, so Lindorfer und sie ergänzt: „Der Christbaum, der in Oberösterreich für uns umgeschnitten wird und uns Freude bereitet, wächst so doppelt wieder nach. (lkOÖ)

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