NL: Substratindustrie unter Druck

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen für die Blumenerde- und Substratindustrie steht unter Druck aufgrund besonderen Umständen, darunter COVID-19.

Torf spielt bei der Herstellung von Erden und Substraten immer noch eine wichtige Rolle. Bild: GABOT.

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Der niederländische Verband der Blumenerde- und Substrathersteller (VPN) beobachtet dies auf der Grundlage einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter seinen Mitgliedern. Die wachsende (globale) Nachfrage nach Rohstoffen, Klima und Wetter, politische Entwicklungen, aber auch COVID-19 und die blockierten Kokosnussanbauländer wie Indien haben einen großen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen.

"Der Blumenerde- und Substratindustrie sind Schwankungen in der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Veränderungen in der Nachfrage nach Blumenerde nicht unbekannt", sagt Ted Vollebregt, Vorsitzender des VPN. "In den letzten Jahren ist es uns als Branche immer gelungen, unsere Kunden mit gemeinsamen Anstrengungen und Kreativität zu bedienen, was auch zu Innovationen und mehr Aufmerksamkeit für nachwachsende Rohstoffe geführt hat. Es versteht sich von selbst, dass wir uns weiterhin darauf konzentrieren werden, hochwertige Substrate zu liefern und unsere Kunden termingerecht zu bedienen, aber die Herausforderung ist auch struktureller als bisher. Deshalb werden sich unsere Suche und die Nutzung von mehr (lokalen) nachwachsenden Rohstoffen in den kommenden Jahren weiter intensivieren".

Die politische Agenda des VPN "Eine starke, unentbehrliche Basis" gibt bereits einen Ausblick auf die Zukunft einer nachweislich steigenden Nachfrage nach Rohstoffen. In der Praxis haben wir im vergangenen Jahr bereits eine größere Nachfrage nach Rohstoffen festgestellt. Bei bestimmten Rohstoffen wie Kokos und Torf ist ein starkes Wachstum der Nachfrage aus und in China und Nordamerika zu beobachten. Positiv für den Sektor war der starke Anstieg der Nachfrage auf dem niederländischen Verbrauchermarkt in diesem Frühjahr. Gartenarbeit war ein beliebter Zeitvertreib und sorgte während der ersten COVID-19-Periode für Entspannung, was zu einer explosionsartigen Zunahme der Nachfrage nach Gartenprodukten aus Blumenerde führte.

COVID-19 beeinflusst auch die Verfügbarkeit eines wichtigen erneuerbaren Rohstoffs wie Kokos. Beispielsweise kam es in den für die Kokosproduktion wichtigen Monaten in Indien zu einer Sperre, was zu einem Produktionsrückstand von 6 bis 8 Wochen führte. Die Ungewissheit über COVID-19 bedeutet auch, dass die Nachfrage nach Rohstoffen wie Kokos nun für 2021 rapide ansteigt.

Bei Torf findet die politische Diskussion über den Torfabbau in verschiedenen Ländern statt. So wurden beispielsweise in Irland, traditionell ein wichtiger Torfproduzent, die Genehmigungen für die Torfgewinnung seit Juni dieses Jahres vorübergehend zurückgezogen. Auch in Deutschland gibt es eine politische Diskussion über den Torfabbau, aber auch in diesem Jahr gab es aufgrund des fehlenden Frostes eine schlechte Ernte. In den baltischen Staaten war die durchschnittliche Ernte aufgrund langer Regenperioden um 20% niedriger.

Auch die Verfügbarkeit von Rinde steht unter Druck. Dies ist zum Teil auf Probleme mit einem Holzkäfer in nordeuropäischen Wäldern zurückzuführen. Das Ergebnis ist eine um ca. 20% geringere Verfügbarkeit von Rinde als wichtiger nachwachsender Rohstoff für den Blumenerden- und Substratsektor.

Kurz gesagt, dieses Zusammentreffen von Umständen schafft eine Ausnahmesituation auf dem Markt für Rohstoffe für Blumenerde und Substrate. "Dies erfordert zusätzliche Anstrengungen und Kreativität von unseren Mitgliedern", sagt Han de Groot, Direktor des VPN. "Wir raten Kunden von Blumenerde und Substrat, sich rechtzeitig mit ihren eigenen Lieferanten zu beraten. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass die Quantität und Qualität des gelieferten Produkts auf dem gleichen Niveau bleibt".

In den jüngsten Entwicklungen sieht das VPN seine skizzierte Zukunftsvision von "einer starken, unverzichtbaren Basis" veranschaulicht. Nicht umsonst wird die Branche in den kommenden Jahren noch größere Anstrengungen unternehmen, um nachwachsende Rohstoffe und verantwortungsvoll gewonnenen Torf (RPP-Label) zu nutzen. Schließlich werden alle verfügbaren Rohstoffe dringend benötigt, um die wachsende weltweite Nachfrage nach Substraten zu befriedigen. Substrate sind für eine verantwortungsvolle Nahrungsmittelproduktion und grün lebenswerte Städte unerlässlich.

Das VPN vertritt rund 20 innovative Unternehmen, die in Bezug auf Innovation und Produktentwicklung weltweit führend sind. Die Mitglieder des VPN sind gemeinsam für etwa 98% der in den Niederlanden produzierten Substrate verantwortlich. Jährlich werden ca. 7,5 Mio. qm Substrat produziert, was einem Umsatz von ca. 400 Mio. Euro entspricht. (VPN)

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