Niedersachsen: Spargelernte hat begonnen

Die Stürme im Februar haben für einen erheblichen Mehraufwand bei Spargelerzeugern gesorgt. Ausgaben für Personal und Energie schlagen verstärkt zu Buche.

Spargel ist mit rund 4.500 Hektar im Ertrag stehender Anbaufläche die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Bild: Herberg/LWK Niedersachsen.

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Die Spargelernte in Niedersachsen hat begonnen – zumindest auf den Flächen mit einer Dreifachabdeckung, also einem speziellen Foliensystem, das die Wärme besser speichert. Dank der derzeitigen Wetterverhältnisse wird es aber auch nicht mehr lange dauern bis zur Ernte auf den übrigen Feldern, sodass Verbraucher*innen an Ostern mit ausreichend Spargel rechnen können, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilt. Einzelne direktvermarktende Betriebe mit beheizten Felder haben die ersten feinen, weißen Stangen sogar schon Ende Februar geerntet.

Einen erheblichen Arbeits- und Kostenaufwand haben in diesem Jahr die Stürme im Februar verursacht: Folienabdeckungen wurden von Windböen zerrissen, mussten eingesammelt und neu aufgelegt werden. Überdies ging auf den Flächen mit den zerrissenen Folien der Wärmeeffekt verloren. Viele Betriebe warteten wegen des Sturms auch länger, ehe sie die Folien auflegten.

Reges Treiben auf den Betrieben

Die Vorbereitung der Flächen beginnt teilweise bereits im Vorjahr: Im Herbst ziehen einige Spargelanbauer*innen die Dämme, legen Folie und stecken bereits Stäbe für die spätere Tunnelfolie. Hintergrund dieser Vorbereitungen ist nicht ausschließlich ein früher Erntebeginn des Edel-Gemüses, sondern auch die bessere Befahrbarkeit der einzelnen Schläge. Denn teilweise ist der Boden zu Beginn des Jahres so wassergesättigt, dass eine Bearbeitung dann nicht möglich oder erschwert ist.

Es gibt aber auch Felder, auf denen jetzt erst die Dämme gezogen werden. Vorbereitet wird außerdem die Vermarktung, und das Personal muss geschult werden. Zur Unterstützung befinden sich bereits Saisonarbeitskräfte auf den Betrieben. Unter strikten Vorkehrungen für den Gesundheitsschutz herrscht reges Treiben, damit die Saison 2022 auch in Zeiten von Corona gut vonstattengeht.

Corona-Pandemie und gestiegene Kosten

2021 gab es wesentlich mehr Niederschlag und weniger Sonne als in den vorangegangenen Jahren, sodass die Pflanzen tendenziell weniger Energie für den Neuaustrieb speichern konnten. Die Saison 2020 wiederum hatte einen äußerst erfreulichen Ernteverlauf: Pünktlich zu den Osterfeiertagen waren die Temperaturen gut, so dass eine anständige Erntemenge zur Verfügung stand. Auf der anderen Seite hatten die Betriebe allerdings mit den Herausforderungen zu kämpfen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte. In der Folge wurden manche Felder nicht beerntet.

Der Umgang mit dem Coronavirus ist in diesem Jahr etwas entspannter als in den beiden vorangegangenen Jahren: Zum einen wurde keines der Länder, aus denen Saisonarbeitskräfte kommen, als Risikogebiet eingestuft, zum anderen sind die Betriebe inzwischen vertraut mit speziellen Konzepten zur Hygiene, der Unterbringung und der Einreise der Erntehelfer*innen. Ein Plus für die Vermarktung des Edel-Gemüses kann in diesem Jahr sein, dass die Gastronomie wieder geöffnet ist. Andererseits sehen sich die Spargelbetriebe nicht nur mit steigenden Energiekosten konfrontiert, sondern auch mit einem wachsenden Lohnkostenanteil aufgrund der Mindestlohnsteigerung von 25 Prozent innerhalb von zehn Monaten (1. Januar 2022: 9,82 Euro pro Stunde, 1. Juli 2022: 10,45 Euro pro Stunde, 1. Oktober 2022: 12 Euro pro Stunde).

Spargelanbau leicht rückläufig

Nach Angaben des Landesamts für Statistik wurden 2021 landesweit 25.100 Tonnen Spargel gestochen, 2020 waren es 26.600 Tonnen. Auch der Anteil von Anbaufläche ist rückläufig: Betrug die Anbaufläche 2020 noch 5300 Hektar, waren es 2021 mit 5000 Hektar rund 7% weniger. Spargel ist mit rund 4.500 Hektar im Ertrag stehender Anbaufläche die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land. (LWK Niedersachsen)

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