Urban Gardening: "Revolutionäre" hoffen auf EU-Förderung

Aussicht auf 100.000 Euro Gründungskapital: Startup „Geco-Gardens" an der Universität Hohenheim hat gute Chancen bei europäischem Wettbewerb KATANA.

Geco Gardens. Bild: Universität Hohenheim.

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Sie sind angetreten, um das ökologische Heimgärtnern auf Balkon, Terrasse & Co zu revolutionieren. Die Geschäftsidee der Jungunternehmer an der Universität Hohenheim Stuttgart: platzsparende Kleingartenanlagen, die dank eines innovativen Kreislaufsystems selbst ohne grünen Daumen funktionieren. Punkten konnte das Projekt „Geco-Gardens“ bereits letztes Jahr bei der Stuttgarter PUSH! Campus Challenge. Jetzt will das Team um den Doktoranden Bastian Winkler mit Hilfe des europäischen Wettbewerbs KATANA richtig durchstarten. Bei der Vorauswahl schaffte es Geco-Gardens unter 506 Bewerben auf den 2. Platz. Bis 31. Dezember gilt es in der allesentscheidenden Crowdfunding-Phase nun die Marktfähigkeit des Produkts unter Beweis zu stellen: Die 10 erfolgreichsten Kampagnen erhalten jeweils eine Förderung in Höhe von 100.000 Euro.

Eine freie Ecke auf dem Balkon, der Terrasse, im Innenhof oder auf dem Dach? Wie wäre es mit einer platzsparenden, vertikalen Kleingartenanlage, die wie ein kleines Ökosystem ohne viel Zutun nahezu von alleine gedeiht?

Selbst Menschen ohne Garten-Erfahrung, die in der Stadt leben und nur über wenig Platz verfügen, sollen mit den „Geco-Gardens“ erfolgreich in die ökologische Produktion von Gemüse, Obst oder Kräutern einsteigen - so die Vision des 3-köpfigen Gründungs-Teams an der Universität Hohenheim.

„Was unsere Garten-Systeme besonders macht ist der integrierte Wasser- und Nährstoffkreislauf, der die Pflanzen automatisch gießt und düngt“, erklärt Bastian Winkler, der an der Universität Hohenheim im Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe promoviert. „Die Nährstoffe werden dabei auf natürliche Weise durch Wurmkompostierung aus eigenen Bioabfällen rückgewonnen. Dank eines eingebauten Solarmoduls wird auch die Energie für die Pumpe autark im System produziert. Für hohen Ertrag auf engstem Raum sorgt die dichte vertikale Anordnung der Pflanzmodule, die sich flexibel an den jeweiligen Standort anpassen lässt.“

Chance auf 100.000 Euro Förderung

Seit anderthalb Jahren wächst und gedeiht die grüne Geschäftsidee made in Hohenheim.

Bereits im Dezember letzten Jahres belegte Geco-Gardens den 1. Platz bei der PUSH! Campus Challenge - ein Pitch für unternehmerische Hochschulteams aus der Region, die von der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart GmbH (WRS) in Kooperation mit der Universität Hohenheim ausgelobt wird.

Dieses Sprungbrett hat das Geco-Gardens-Team gut genutzt und 2017 einige Gartensysteme verkauft. Nun haben sie sich beim europäischen Wettbewerb KATANA erfolgreich in Stellung gebracht. Ziel von KATANA ist es, innovative Gründungsprojekte im Agrarbereich in ganz Europa zu fördern. 10 Projekte, die in einem Crowdfunding-Wettbewerb am meisten Geld einsammeln, erhalten zusätzlich eine Förderung von 100.000 Euro aus EU-Mitteln als Gründungskapital.

Die Chancen für das Hohenheimer Gründungsprojekt stehen dabei nicht schlecht: Bei der Vorauswahl schaffte es Geco-Gardens im April unter 506 Bewerbern auf den 2. Platz und qualifizierte sich somit für die Endausscheidung.

Crowdfunding: Zwei Bauvarianten stehen zum Verkauf

„In den letzten Monaten hatten wir Zugang zu Online-Seminaren, Coachings und Training-Camps. Außerdem haben wir zwei weitere Stuttgarter Startups als Partner gewonnen: Das Hard- und Software-Startup Farmee und die Beratungsfirma Zugspitze“, berichtet Bastian Winkler. „In der alles entscheidenden Crowdfunding-Phase geht es jetzt darum, das Marktpotential unserer Idee unter Beweis zu stellen.“

Auf der Crowdfunding-Homepage von KATANA wird die Funktionsweise der Geco-Gartensysteme anhand eines kurzen Erklär-Videos vorgestellt und erste Geco-Gärtner berichten über ihre Erfahrungen. Über die Crowdfunding-Kampagne können die Geco-Gartensysteme in zwei Bauvarianten käuflich erworben werden. Aber auch wer Geco-Gardens mit kleineren Beträgen unterstützen will, kann dies tun. Im Gegenzug erhalten Unterstützer und Unterstützerinnen ein kleines Geschenk, z.B. magnetische Pflanzkübel für Küchenkräuter oder Zugang zu einem Urban Gardening-Webinar.

Vision: Öko-Gärtnern so einfach wie Spielen von „FarmVille“

Mit dem Erlös der Crowdfunding-Kampagne wollen die Hohenheimer Jungunternehmer die Gartensysteme noch weiterentwickeln.

„Sensor- und Steuerungstechnik soll die Automatisierung noch bedarfsgerechter und ressourceneffizienter machen“, erklärt Bastian Winkler. „Wir entwickeln gerade eine Smartphone-App, die die Geco-Gärtner interaktiv durch die Gartensaison leitet und alle wichtigen Infos von der Aussaat bis zur Ernte an die Hand gibt. Der „grüne Daumen“ wird so direkt mitgeliefert. Das biologische Gärtnern wird damit so einfach wie das Spielen von „FarmVille“ - allerdings mit echter, schmackhafter Ernte!“ (Quelle: Universität Hohenheim)

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