Schweiz: Torf-Ausstieg wird vorangetrieben

Torf-Ausstieg in der Schweiz: Die beteiligten Branchen verpflichten sich zu freiwilligen Maßnahmen.

Geregelter Torfabbau. Bild: GABOT.

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In der Schweiz sind die Moore seit 1987 geschützt, daher darf kein Torf mehr abgebaut werden. Jährlich werden aber geschätzt bis zu 524.000m3 Torf importiert. Um die Torfverwendung in der Schweiz zu reduzieren, haben Vertreter des Detailhandels, des Gartenbaus und der Erden-Produzenten eine Absichtserklärung unterschrieben. Dies ist der erste Schritt zur Umsetzung des Torfausstiegkonzepts des Bundesrats.

In der Schweiz stehen Moore seit 1987 als Folge der Annahme der Rothenturm-Initiative unter Schutz. Deshalb darf auch kein Torf mehr abgebaut werden. Damit werden die durch den Torfabbau entstehenden Umweltschäden insbesondere bei der Biodiversität in der Schweiz vermieden. Es wird aber immer noch Torf importiert. Um auch im Ausland Umweltschäden zu vermindern, hatte der Bundesrat 2012 das Torfausstiegskonzept verabschiedet. Darin ist vorgesehen, dass in einer ersten Phase die Branchen mit freiwilligen Maßnahmen aktiv werden.

Nun setzt das Bundesamt für Umwelt BAFU gemeinsam mit den relevanten Akteuren eine etappenweise Reduktion des Torfverbrauches um. Vertreterinnen und Vertreter des Detailhandels, des gärtnerischen Fachhandels und der Produzenten von Erden haben im Sommer 2017 zusammen mit dem BAFU eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben. Ziel ist, bis 2020 die Torfverwendung auf freiwilliger Basis auf maximal 5% Torfanteil bei Sackerden für den Endverbraucher zu reduzieren. Der Torf wird durch bereits vorhandene und erprobte Ersatzstoffe abgelöst. Diese ermöglichen Konsumentinnen und Konsumenten einen problemlosen Übergang zur Anwendung von torffreien Sackerden.

Insgesamt werden in der Schweiz gemäß einer Datenerhebung von 2014 rund 524.000m3 Torf verwendet. Mit 171.000m3 Torfverbrauch pro Jahr ist der Detail- und gärtnerische Fachhandel volumenmäßig der bedeutendste Bereich, gefolgt von Gemüse- und Früchteanbau (147.000m3), sowie Zierpflanzenanbau (87.000m3). Aus allen diesen Anwendungsbereichen machen die Setzlinge und Pflanzen auch einen großen Teil aus, deshalb soll in der nächsten Etappe der Fokus darauf gelegt werden.

Bedeutung von Mooren für die Biodiversität

Intakte Hochmoore sind Naturlandschaften und benötigen keine Pflege. Sie werden über Niederschläge und Grundwasser mit Wasser versorgt, der Boden ist bis nahe an die Oberfläche stets nass. Im nassen Boden herrscht Sauerstoffmangel. Deshalb fehlen Bakterien, Würmer und andere abbauende Organismen weitgehend. Abgestorbenes Pflanzenmaterial wird nur teilweise zersetzt und häuft sich an in Form von Torf. Hochmoore sind extrem magere Standorte, wo nur wenige, dafür sehr spezialisierte und anspruchsvolle Arten vorkommen, z.B. Rundblättriger Sonnentau, Moosbeere oder Scheidiges Wollgras.

Der Boden von Flachmooren wird durch Hangwasser, Grundwasser und temporäre Überflutungen, die Nährstoffe ins System bringen, reichlicher versorgt als in Hochmooren. Die Pflanzenwelt ist produktiver und vielfältiger. Hoch ist die Biodiversität vor allem in grossflächigen oder miteinander vernetzten Flachmooren.

Zum Schutz der Moore existieren nationale Biotopinventare, welche sich auf den Rothenthurm-Artikel von 1987 in der Bundesverfassung abstützen. Die Umsetzung der Inventare ist Aufgabe der Kantone, welche zum Teil über die Gemeinden für den grundeigentümerverbindlichen Schutz sorgen. (BAFU)

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