Schweiz: Mit Aktionsplan Pestizid-Risiken senken

Der schweizer Bundesrat will mit einem Aktionsplan die Risiken von Pflanzenschutzmitteln senken und Alternativen fördern. Der Bauernverband begrüßt die Maßnahmen, Bio Suisse ist enttäuscht.

Ein vollständiger Verzicht auf Spritzmittel ist laut Bund nicht möglich. Bild: Ulrich Bögle/landwirschaft.ch

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128 verschiedene Wirkstoffe haben die Forscher in den fünf Bächen gefunden: 61 Herbizide, 45 Fungizide und 22 Insektizide. In keinem Fall seien die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität eingehalten worden, lautete das Fazit einer EAWAG-Studie im Frühling 2017. Die Untersuchung ist kein Einzelfall, immer wieder fördern Analysen ähnliche Resultate zutage.

Spritzmittel helfen einerseits, die Kulturen vor Schädlingen zu schützen, sie sichern die Erträge und helfen, die hohen Anforderungen an die Qualität von Obst, Gemüse und Getreide zu erfüllen. Andererseits gelangen sie in die Natur, ins Wasser und in die Böden und können negative Auswirkungen für Menschen und die Umwelt haben.

Ganze Wertschöpfungskette ist gefordert

Um die unerwünschten Folgen zu minimieren, hat der schweizer Bund einen Aktionsplan ausgearbeitet, der vom Bundesrat am 6. September verabschiedet wurde. Das Ziel lautet: Die mit Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken sollen halbiert werden – mit bestehenden und neuen Maßnahmen. So will der Bund ab 2020 den Anbau ohne Herbizide oder mit einem reduzierten Herbizid-Einsatz mit Direktzahlungen fördern. Unterstützen will er zudem die Anschaffung emissionsarmer Spritzgeräte sowie deren Innenreinigung. Daneben will der Bund eine Reihe von Maßnahmen prüfen. Dazu gehört etwa die Frage: Wie kann der Anbau und der Konsum resistenter Kernobst-, Reb- und Kartoffelsorten gefördert werden?

Pflanzenschutzmittel sollen nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht werden, betonte Eva Reinhard, stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Landwirtschaft, anlässlich der Präsentation des Aktionsplans. Es seien visionäre, langfristige Ziele, die man verfolge. Die Umsetzung der Maßnahmen sei kein Zuckerschlecken für die Landwirte, sagte Reinhard. Man wolle ihnen aber möglichst viele Wege offen lassen, wie sie die Ziele erreichen können. In der Pflicht sieht Reinhard aber nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch den Detailhandel. Dieser solle seine Produkte-Anforderungen überdenken. Gefordert seien auch die Konsumenten, betonte Reinhard. Denn diese würden letztlich darüber entscheiden, wie viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. (lid.ch)

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