Pflanzenschutz: Netzwanzen an Rhododendron

Sind Blätter am Rhododendron stumpf und hell gesprenkelt anstatt kräftig grün und glänzend, liegt meist ein Befall mit Netzwanzen vor.

Netzwanzen an Rhododendron.Bild: Progema.

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Netzwanzen schädigen Rhododendron seit einigen Jahren auch in Deutschland erheblich – bis zum Absterben. Daher ist es wichtig, die Wanzen rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Trocken-warme Witterung begünstigt das Auftreten von Netzwanzen am Rhododendron. Meist handelt es sich um die Arten Stephanitis rhododendri und Stephanitis oberti. Seit einigen Jahren wird auch vermehrt ein Befall mit der Andromeda-Netzwanze (Stephanitis takeyaii) festgestellt. Die milden Winter haben dafür gesorgt, dass sich die aus Japan eingeschleppte Wanze in unseren Breiten stark vermehrt hat. Form und Größe sind bei allen ähnlich: Die Tiere sind etwa 3 bis 4 mm groß, besitzen namensgebende netzartige Flügel mit schwarzen Zeichnungen. Stephanitis takeyaii ist jedoch deutlich kräftiger gezeichnet und hat eine schwarze Ausstülpung über dem Kopf.

Das Schadbild

Auch die Lebensweise der drei Netzwanzen ähnelt sich sehr. Zu finden sind sie ausschließlich an den Blattunterseiten, wo sie an den Blättern saugen. Die ausgesaugten Zellen verfärben sich hell, die Blattoberseiten sind hellgrün bis gelb gesprenkelt, nach und nach rollen sich die Blattränder ein. Die Blätter ver-trocknen schließlich und fallen vorzeitig ab. Auf der Blattunterseite werden bis Oktober auch die Eier abgelegt, die entlang der Mittelrippe ins Blattgewebe versenkt und mit einem Kottropfen versiegelt werden – gut zu erkennen an schwarzen Flecken. Im Mai des Folgejahres schlüpfen dann die Larven und entwickeln sich über mehrere Stadien zu erwachsenen Insekten.

Gefährdet sind besonders Rhododendron catawbiense und spät violettblühende Sorten, weniger anfällig zeigen sich Pflanzen mit filziger Behaarung auf der Blattunterseite.

Die Bekämpfung

Für die direkte Bekämpfung der Netzwanzen haben sich Spritzmittel auf Öl-Basis wie Spruzit Neu* bewährt. Rapsöl besitzt eine sehr gute Wirkung auf die Ei-Stadien der Schädlinge. Zusätzlich wirkt es auch auf die erwachsenen Tiere, indem es die Atmungsorgane schädigt. Daneben enthält das Profiprodukt Natur-Pyrethrum, das von bestimmten Chrysanthemen-Arten gebildet wird. Es verhindert im Insektenkörper die Reizweiterleitung im Nervensystem und führt so zu einem raschen Absterben der Schädlinge. Weiterer Vorteil: Das Insektizid ist nicht bienengefährlich**.

Erfolgversprechend ist eine tropfnasse Spritzung in den Abend- oder frühen Morgenstunden. Besonders die Blattunterseiten sind hierbei sorgfältig zu benetzen. Eventuell auch vorhandene Rhododendronzikaden werden dabei gleich mit erfasst. Daneben können vorbeugende Maßnahmen das Ausmaß eines Befalls beeinflussen. Hierzu zählt insbesondere eine ausgeglichene Düngung; hohe Stickstoffgehalte in den Blättern fördern den Befall mit Netzwanzen.

Auch wichtig: Gleich beim Pflanzen von Rhododendron auf Befallsymptome achten und einen nicht zu sonnigen Standort wählen. Weitere Infos online unter www.progema.de. 

*Aufbrauchfrist bis 31.08.2018
**NB6641: Nicht bienengefährlich (B4)

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