Pelargonien-Ausstellung: "Form, Farbe, Duft" erstmals in Berlin

Das Netzwerk Pflanzensammlungen, initiiert von und angesiedelt bei der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG), hat sich im Laufe der Jahre Vertrauen geschaffen bei den privaten Sammlern und konnte die Zusammenarbeit mit der Deutschen Genbank Zierpflanzen deutlich intensivieren.

Anzeige

Eine Erfolgsgeschichte für den Erhalt der biologischen Vielfalt geht in ihr sechstes Jahr: Das Netzwerk Pflanzensammlungen, initiiert von und angesiedelt bei der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG), hat sich im Laufe der Jahre Vertrauen geschaffen bei den privaten Sammlern und konnte die Zusammenarbeit mit der Deutschen Genbank Zierpflanzen deutlich intensivieren. Jetzt ist die Zeit reif für eine aufklärende Bilanz und eine zukunftsweisende Kooperation mit dem Bundessortenamt. An beiden Tagen wird erstmals die historische Pelargonien-Ausstellung „Form, Farbe, Duft“ präsentiert.

Während der zweitägigen Veranstaltung im Julius Kühn-Institut in Berlin dreht sich alles unter der Moderation von Silke Peters um beliebte Gartenpflanzen, historische Sorten und wilden Verwandten und Ihren Potentialen für die Forschung, für die Züchtung im Gartenbau und für die Medizin. Dazu konnten hochkarätige Referenten aus Deutschland, England, Schweden, und der Schweiz gewonnen werden. An beiden Tagen wird erstmals die historische Pelargonien-Ausstellung „Form, Farbe, Duft“ präsentiert.

Einleitende Worte kommen zum Auftakt des Symposiums von Prof. Dr. Schulz, Leiter des Instituts für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz (JKI) DGG-Präsident Prof. Dr. Klaus Neumann sowie Dr. Beate Rücker vom Bundessortenamt, Leiterin der Abteilung Sortenzulassung, Sortenschutz, Genetische Ressourcen. Spannend wird es gleich mit einem Bericht über Hortax in Großbritannien, der einzigen Organisation, die sich ausschließlich für die Taxonomie von Kulturpflanzen engagiert, und das Pendant in Deutschland, die Deutsche Genbank Zierpflanzen. Wie das Bundessortenamt arbeitet, wird ebenso präsentiert wie die sechsjährige Erfolgsgeschichte des „Netzwerk Pflanzensammlungen“ der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft. Thematisch geht es weiter mit den Potentialen und für Medizin und Forschung. Dr. Frank Marthe vom Julius Kühn-Institut berichtet über seine Evaluierungsmethoden pflanzengenetischer Ressourcen für die ackerbauliche, phytopathologische oder morphologische Nutzung und Dr. Angelika Koch von der Frohme-Apotheke stellt alte bewährte Arzneipflanzen dem heutigen rechtlichen Umfeld der Arzneimittelzulassung gegenüber. Welchen Beitrag Heilpflanzenanbau und Wildsammlungen zur Erhaltung der Biodiversität leisten, diese Frage stellt Michael Straub, Leiter des WELEDAS Heilgarten. Abschließend wird über die Potentiale und Grenzen – Wildpflanzen schützen und nützen -diskutiert.

Am 2. Tag geht es nahtlos über in die Praxis, wenn private Sammler, Botaniker, Gärtnerinnen und Gärtner sowie Züchterinnen und Züchter ihre Sammlungen mit Neuheiten und Trends vorstellen. Zu Wort kommt der Salbeiexperte Volker Köpcke aus dem Loki-Schmidt Garten in Hamburg und der Iriszüchter- und Sammler Dr. Tomas Tamberg aus Berlin. Schneeglöckchenfieber als unheilbare Krankheit ist ebenso Thema und der bekannte Leberblümchensammler Jürgen Peters stellt seine „blauen Diamanten“ vor.

Um historische botanische Schätze dreht sich alles im zweiten Themenblock. Alte Sorten neu entdecken, denn sie bergen ein enormes Potential und erfreuen sich auch bei Konsumenten zunehmender Beliebtheit, darüber referiert die Gartenhistorikerin Brigitte Wachsmuth. Wie das historische Pflanzen vorbildlich gesichert werden und auch noch erfolgreich vermarktet werden können, dies zeigt das Beispiel der Genbank in Schweden. Über das Reichtum alter Landpflanzen berichtet Bela Bartha aus der Schweiz und Andreas von der Beck zeigt am Beispiel der Pelargonie beliebte Trends für den Gartenbau auf. Daraus ergibt sich folgerichtig ein enormes Potential für den Gartenbau. Voraussetzung ist natürlich, dass möglichst viele Arten und Sorten erhalten bleiben. Genpool und Vermarktung als Strategie das soll abschließend diskutiert werden. Ein spannendes Programm, in das obendrein noch drei Führungen durch den Botanischen Garten eingebettet sind. (DGG)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.