Ohne Chemie: Alternative Unkrautmanagementverfahren

Die Unkrautbekämpfung auf befestigten Wegen und Plätzen stellt die Kommunen vor eine anspruchsvolle Aufgabe.

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Im Laufe der Zeit siedeln sich auf gepflasterten oder befestigten Wegen und Plätzen verschiedene Pflanzenarten wie z.B. Löwenzahn, Wegerich oder kriechende Knötericharten an. Auch Sämlinge von Bäumen wurzeln in Fugen von Verkehrsflächen und Mauerwerk oder Moose wachsen auf beschatteten Flächen. Dieser Pflanzenbewuchs kann zu Sicherheitsproblemen für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer führen - eine Beseitigung ist daher häufig erforderlich. Über entsprechende Maßnahmen ohne Chemie im städtischen Vegetationsmanagement konnten sich Städte und Gemeinden, Vertreter von relevanten Verbänden sowie Dienstleister bei der ausgebuchten Fachtagung zu „Alternativen Unkrautmanagementverfahren für Wege und Plätze“ ein umfangreiches Bild machen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) veranstaltete gestern die Tagung an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Landshut-Schönbrunn.

Die Unkrautbekämpfung beginnt bereits beim Wegebau. So führen z. B. der sachgerechte Aufbau der Trag- und Deckschicht sowie bei gepflasterten Flächen die Fugenbreite und die Ausführung der Verfugung zu einem geringeren Unkrautaufwuchs. Alternative Verfahren der Unkrautbekämpfung ohne Herbizide müssen der jeweiligen Situation und Zielsetzung vor Ort angepasst werden. So stehen mechanische Geräte mit Bürsten, Infratrot-, Heißluft- und Flammgeräte, sowie Heißwasser-, Heißdampf- und Heißschaumgeräte zur Verfügung. Mit aktuellen Rechtsgrundlagen, Informationen zur Unkrautentwicklung im Siedlungsbereich und Erfahrungsberichten aus der Praxis schlossen die Referenten den theoretischen Fachinput ab. Die TeilnehmerInnen konnten bei den Vorführungen von thermischen und mechanischen Verfahren in der Unkrautbekämpfung sowie der Geräteausstellung Vergleiche zwischen den Verfahren anstellen und sich vertieft über die in Frage kommenden Verfahren informieren.

Die Unkrautbekämpfung auf befestigten Wegen und Plätzen stellt die Kommunen vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Zum einen muss die Bausubstanz von Wegen und Plätzen erhalten und die Verkehrssicherheit gewährleistet bleiben. Zum anderen haben die Bürgerinnen und Bürger zunehmend Bedenken gegen die chemische Unkrautbekämpfung, wenngleich sie nur mit einer Ausnahmegenehmigung und strengen Auflagen durchgeführt werden darf. Sie erwarten aber dennoch saubere und möglichst unkrautfreie Gehwege.

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