Niedersachsen: Bedarfsgerechte Düngung im Mittelpunkt

Landwirtschaftskammer Niedersachsen startet Informations- und Beratungskampagne zum neuen Düngerecht.

Auf niedersachsenweit sechs überregionalen und zahlreichen lokalen Infoveranstaltungen erläutern Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, wie die geänderten Vorgaben für Nährstofflieferanten wie Gülle, Gärreste aus Biogasanlagen, Festmist oder Mineraldünger möglichst effizient in der Praxis anzuwenden sind. Dazu wurde ein umfangreiches Beratungsangebot für die Betriebe entwickelt. Bild: Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

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„Die Kammer wird intensiv dabei mithelfen, ein nachhaltiges Nährstoffmanagement auf den Höfen möglich zu machen.“ So beschrieb Manfred Tannen, Wittmunder Kreislandwirt und Kreislandvolkvorsitzender des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland, am Donnerstag (5. Oktober) in Friedeburg (Kreis Wittmund) die Aufgabe der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen bei der Umsetzung des neuen Düngerechts. Rund 270 Besucher aus Landwirtschaft und Agrarbranche informierten sich dort über die praktischen Folgen der Anfang Juni in Kraft getretenen Düngeverordnung.

Das neue Recht regelt die gute fachliche Praxis der Düngung in der Landwirtschaft mit dem Ziel, die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen sowie die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und zu fördern. Belastungen von Boden und Grundwasser sollen so gering wie möglich gehalten werden.

Für die rund 38.000 landwirtschaftlichen Betriebe zwischen Nordseeküste und Göttinger Wald bringt das neue Düngerecht wichtige Änderungen mit sich - im Pflanzenbau, in der Tierhaltung, beim Technikeinsatz und in der Betriebswirtschaft. Auf niedersachsenweit sechs überregionalen und zahlreichen lokalen Infoveranstaltungen erläutern Fachleute der LWK in den kommenden Wochen, wie die geänderten Vorgaben für Nährstofflieferanten wie Gülle, Gärreste aus Biogasanlagen, Festmist oder Mineraldünger möglichst effizient in der Praxis anzuwenden sind.

„Die Ziele der neuen Düngeverordnung werden dadurch erreicht, dass der Ordnungsrahmen für die Praxis ausgelegt, verstanden und in entsprechendes Handeln umgesetzt wird“, sagte Kreislandwirt Tannen, der bei der LWK im Ausschuss für Unternehmensberatung, Markt und Bildung sitzt. „Und dafür braucht es die Unterstützung durch die Beratung.“

Zu den zahlreichen neuen Vorschriften gehört zum Beispiel eine detailliertere Ermittlung des Nährstoffbedarfs: Bevor ein Landwirt zum Anbau von Weizen, Mais oder Kartoffeln auf seinem Acker oder auf seinem Grünland Dünger ausbringen darf, muss er zunächst pro Schlag den fürs Pflanzenwachstum nötigen Stickstoff- und Phosphatbedarf der jeweiligen Kultur ermitteln und das Ergebnis aufzeichnen. Wer später die dokumentierten Nährstoffwerte überschreitet, riskiert ein Bußgeld. „Die bedarfsgerechte Düngung soll in den Mittelpunkt gestellt und gefördert werden“, betonte Tannen.

So effizient wie möglich sollten die Betriebe daher mit dem Stickstoff umgehen, der im Boden und im Wirtschaftsdünger enthalten sei, sagte Frerich Wilken, Pflanzenbauberater und Fachmann für Energiepflanzen bei der Landwirtschaftskammer. „Das bedeutet die Optimierung aller pflanzenbaulichen Maßnahmen, die die Verfügbarkeit der Nährstoffe für die Pflanzen beeinflussen.“ Besonders in Betrieben mit Viehhaltung und/oder mit organischer Düngung müsse daran gearbeitet werden, die Ausnutzung des organischen Stickstoffs zu verbessern und damit noch weiter mineralische Stickstoffdünger einzusparen.

Moderne Landtechnik gewinnt durch die neue Düngeverordnung an Bedeutung: Werden Gülle und Gärreste mit Schleppschuhverteilern oder mit Injektoren direkt in den Boden eingebracht, wird die Gefahr von Ammoniakverlusten reduziert. Das riecht nicht nur weniger, sondern es verbessert auch die Nährstoffbilanz des Betriebes. „Die organischen Dünger stellen keineswegs nur ein Hemmnis bei der weiteren betrieblichen Entwicklung dar, sondern bieten bei effizientem Einsatz durchaus Wettbewerbsvorteile“ ergänzte Mathias Schmidt, Leiter der Fachgruppe Betrieb/Tier bei der LWK-Bezirksstelle Ostfriesland in Aurich.

„Es gehört zu den wichtigen Zielen der Landwirtschaftskammer, die Düngung weiterzuentwickeln, um Verluste und Einträge zu vermeiden und zugleich Erträge zu optimieren“, bekräftigte Kreislandwirt Tannen. Für eine effektive Beratung - ganz nach individuellen Umständen und Möglichkeiten - habe die LWK ein innovatives Leistungspaket geschnürt. „Damit verbinden die Kammer die Zusage, Betriebe umfassend, standortspezifisch, hochwertig und rechtssicher zu begleiten“, so Tannen. (Quelle: LWK Niedersachsen)

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