HAWITA: Der Ton macht die Musik

Die Wirkung von Ton wurde in der Vergangenheit wegen der automatischen Bewässerungssysteme im Produktionsgartenbau unterschätzt. Doch jetzt erlebt der Zuschlagstoff in Substraten ein Comeback.

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Die Wirkung von Ton wurde in der Vergangenheit wegen der automatischen Bewässerungssysteme im Produktionsgartenbau unterschätzt. Doch jetzt erlebt der Zuschlagstoff in Substraten ein Comeback. Grund sind die veränderten Klimabedingungen: Die Sommer werden immer trockener und wärmer. „Dafür sind Substrate mit einer Mischung aus Torf und Ton bestens geeignet“, sagt Hans-Jürgen Luck, Leiter der Fachberatung Erden und Substrate bei HAWITA. Das Unternehmen produziert seit mehreren Jahrzehnten die nach dem berühmten Gartenbauingenieur benannte Fruhstorfer Erde. So habe die Nachfrage nach tonhaltigen Erden im Gartenbau und vor allem im Hobbybereich stark zugenommen, weil der Zuschlagstoff Wasser gut speichere und als Puffer für Nährstoffe diene. Dabei hält er den Salzgehalt in der Bodenlösung möglichst gering. 

Fruhstorfer Erde besteht vor allem aus hochwertigem Sodenweißtorf und Dreischichtton und hält die Nährstoffe aus dem Gießwasser und zugegebenem Dünger deutlich länger als ein Substrat ohne Ton. „Wie in einem Puffer werden die Nährstoffe in den Schichten des Tons gespeichert und bei Bedarf an die Pflanze abgegeben“, erklärt Luck. 

Die Nachfrage im Hobbybereich nach tonhaltigen Substraten hat in den vergangenen Jahren zugenommen. „Hobbygärtner wollen nicht jeden Tag ihre Pflanzen gießen müssen“, weiß Luck. Zumal das in manchen Gegenden auch gar nicht mehr möglich ist. So gab es in einigen Regionen Frankreichs vergangenen Sommer ein zeitweises Bewässerungsverbot. Ton speichert das Wasser länger und hilft den Pflanzen so auch über längere trockene Phasen hinweg. Wer Geranien und Co. auch noch in einen Balkonkasten mit Wasserspeicher pflanzt, muss sich über extreme Trockenheit im Sommer keine Sorgen mehr machen. 

Auch in Gartenbaubetrieben werden die tonhaltigen Substrate wieder beliebter, besonders bei Staudenbetrieben und Baumschulen. So haben die Mitarbeiter im Freiland an heißen Tagen weniger Arbeit mit dem Gießen. Zudem spart der Gärtner Wasser. Außerdem muss weniger gedüngt werden, da der Ton auch als Puffer für Nährstoffe dient. Es landen weniger Auswaschungen im Grundwasser. 

Professor Anton Fruhstorfer, der als erster die Wirkung von Ton in Substraten erkannt hat, wusste, dass nur besonders hochwertiger Dreischichtton diese positiven Eigenschaften mitbringt. Er muss kalkfrei, salzarm und steinfrei sein. Für Fruhstorfer kam daher nur so genannter Montmorillonitton aus ausgesuchten Vorkommen infrage. Auch Industrie- oder Ziegelleiton sind nur teilweise geeignet, weil sie nicht über die puffernde Wirkung verfügen, betont Luck. 

Der Tongehalt eines Substrats unterscheidet sich je nach Anwendungsbereich und schwankt zwischen 2 und 35%. Besonders Primeln, Violen, Hortensien, Chrysanthemen sowie viele Beet- und Balkonpflanzen lieben Ton. Für Hobby-Erden empfiehlt Luck einen Ton-Anteil von 15%. 

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