Glyphosat oder kein Glyphosat - das ist hier die Frage!

Die Wiederzulassung von Glyphosat erhitzt seit Monaten die Gemüter. Vertreter der Glyphosatgegner lancieren Pressemeldungen geradewegs so, als würden Landwirte oder das Landwirtschaftsministerium falsche Angaben zum Glyphosat-Einsatz auf Ackerflächen machen und stellen Behauptungen auf, die einer Überprüfung nicht standhalten.

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Die Wiederzulassung von Glyphosat erhitzt seit Monaten die Gemüter. Vertreter der Glyphosatgegner lancieren Pressemeldungen geradewegs so, als würden Landwirte oder das Landwirtschaftsministerium falsche Angaben zum Glyphosat-Einsatz auf Ackerflächen machen und stellen Behauptungen auf, die einer Überprüfung nicht standhalten. Dabei wurde die Verwendung bereits eingeschränkt. Beispielsweise wurde früher die Wirkung von Glyphosat dazu benutzt, um einzelne, unreife Getreideähren kurz vor der Ernte noch reifen zu lassen. Das ist heute verboten.

Vorwurf: Glyphosat würde häufiger eingesetzt, als behauptet
Wenn sehr viel Unkraut in Raps und Getreide wächst, was die Ernte erschweren oder komplett verhindern kann, darf Glyphosat eingesetzt werden. Das war in diesem Jahr aufgrund der schlechten Wetter- und Erntebedingungen stärker der Fall als sonst. Das Pflanzenschutzamt Mecklenburg-Vorpommern kontrollierte beispielsweise knapp 100 Äcker. Auf einem Viertel von ihnen wurde Glyphosat zur sogenannten Sikkation eingesetzt. Die Sikkation wird von Verbrauchern kritischer wahrgenommen als der Einsatz nach der Ernte, wo Glyphosat gar nicht erst mit Getreide oder Raps in Berührung kommt. Das Pflanzenschutzamt hatte nur diesen Anwendungsfall kontrolliert – und nur darauf bezieht sich die Mitteilung. Die Behörde konnte im Sommer, als das Getreide noch stand, gar nicht überprüfen, ob Landwirte Glyphosat nach der Ernte einsetzen. Die Untersuchungsergebnisse in diesem Jahr zeigen, wie wichtig es ist, dass das Mittel auch für den oben beschriebenen Einsatzzweck zur Verfügung steht.

In der Pflanze wird vom Wirkstoff eine Aminosäure blockiert, die nur in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommen, aber nicht in Menschen und Tieren. Deswegen kann Glyphosat diese Wirkung nicht beim Menschen erzielen. Dass Glyphosat nur eine geringe toxische Wirkung hat, haben zahlreiche wissenschaftliche Studien in den letzten 40 Jahren bestätigt – so lange wird der Stoff schon eingesetzt.

Behauptung: Glyphosat bedrohe die Artenvielfalt
Auch die Behauptung, Glyphosat würde sich negativ auf die Artenvielfalt auswirken, also beispielsweise ganze Pflanzenarten ausrotten, kann so nicht standhalten. Zwar ist es Sinn des Mittels, andere Pflanzen, wie beispielsweise Kornblumen oder Mohnblumen in Getreidefeldern zurückzudrängen. Doch jeder kann mit bloßem Auge erkennen, dass daraus nicht der Umkehrschluss gezogen werden kann, diese Pflanzen würden gänzlich verschwinden. An Feldrändern, Straßenrändern und den von Landwirten angelegten Blühstreifen gibt es auch nach 40 Jahren Glyphosat-Einsatz Kornblumen, Kamille, Mohnblumen und Kräuter – und nicht nur dort.

Dürften Landwirte kein Glyphosat mehr einsetzen, müssten sie ihre Felder wieder mehr pflügen. Das hätte ebenfalls zum Ergebnis, dass weniger Unkraut in der Getreidekultur ist, erhöht dabei aber die Erosionsgefahr durch Wind und Wasser. Pflügen erhöht den Arbeitseinsatz mit schweren Landmaschinen. Der Treibstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß würden sich erhöhen und damit das Getreide teurer machen.

Behauptung: Jede dritte Fläche ohne Notwendigkeit behandelt
Es wird plakativ dargestellt, dass „ein Viertel der kontrollierten Gerstenflächen mit dem Wirkstoff behandelt worden ist, jede dritte ohne Notwendigkeit.“ Klingt das nach viel? In Zahlen ausgedrückt, fand das Pflanzenschutzamt acht Äcker, auf denen laut Amt die erlaubten Behandlungsflächen überschritten wurden. Wie genau diese Überschreitung aussah, dazu liegen derzeit keine Informationen vor. Fest steht aber: Die meisten Landwirte handeln verantwortungsvoll und haben schon allein aus Kostengründen kein Interesse daran, mehr Glyphosat auszubringen als nötig. Jeder Quadratmeter Land, der zusätzlich behandelt werden muss, kostet Geld für den Arbeitseinsatz und das Mittel selbst.

„Die Ideologen disqualifizieren sich wieder einmal in der Glyphosat-Debatte. Sie versuchen beim Verbraucher Ängste gegen den Landwirt zu schüren, der das Getreide für sein und unser tagtägliches Brot anbaut. Noch nie wurden Menschen in Deutschland so alt wie heute. Nie gab es hier so wenige Mangelerscheinungen. Und ich würde sogar behaupten, dass nirgends in der Welt noch hochwertigere und sicherere Lebensmittel hergestellt werden als in Deutschland. Das ist ein Verdienst der Landwirtschaft und es sollte der Beweis dafür sein, dass die Landwirte an den Berufsschulen, Fachschulen, Hochschulen und Universitäten eine ebenso gute Bildung erhalten, wie andere Berufsgruppen, z. B. die berühmten deutschen Ingenieure und Naturwissenschaftler“, sagt Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes M-V.  (BBV)

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