Florensis: Neues Projekt versorgt Menschen in Kenia

Florensis versorgt mit neuem Projekt Menschen in Kenia mit Trinkwasser und Fisch und erhält damit Förderpreis.

Neues Projekt versorgt Menschen in Kenia.

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Der Jungpflanzenproduzent Florensis hat den Plantum CSR Förderpreis gewonnen. Der Betrieb engagiert sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Mitarbeiter in Kenia, indem sie durch modernste Technik sauberes Wasser und jeden Tag frischen Fisch zur Verfügung haben, und er verbessert ihre Wohnverhältnisse.

P+ überreichte den Preiswährend der Jahrestagung der Branchenorganisation Plantum in den Räumlichkeiten der Sint-Nicolaas Kirche in Middelburg, Niederlande. Laut der Jury übersteigt das Engagement der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung (CSR) dieses Produzenten das der eigenen Branche und kann ein Vorbild für andere Sektoren sein. Es erinnert an die fortschrittlichen Unternehmer, die vor einem Jahrhundert Wohnviertel für ihre Mitarbeiter bauten, wie zum Beispiel das niederländische Batadorp bei Eindhoven. Und dabei auch Sportvereine gründeten, wie den bekannten Fußballverein PSV. Florensis erhält von der Organisation CSR Netherlands, die Initiativen im Bereich der unternehmerischen Verantwortung unterstützt, ein Jahr lang eine kostenlose Mitgliedschaft angeboten, um so Erfahrungen auszutauschen.

Was ist das Besonderean den Initiativen von Florensis? Sauberes Trinkwasser ist ein wertvolles Gut, überall auf der Welt. Aber in Naivasha ist das nicht selbstverständlich. Naivasha liegt im Rift Valley, einem Gebiet mit sehr hoher vulkanischer Aktivität. Das führt dazu, dass Fluorid aus dem Gestein entweicht. Es verschmutzt das Grund- und Brunnenwasser.

In den Niederlanden sinddie Menschen daran gewöhnt, Zahnpasta mit Fluorid zu verwenden, und Kindern wird zusätzlich Fluorid zur Härtung der Zähne gegeben. Allerdings färbt zu viel Fluorid die Zähne braun und macht sie auf Dauer sogar zerbrechlich. Aber nicht nur die Zähne, auch die Knochen werden zerbrechlich.

Das Brunnenwassern in Naivashahat einen Fluoridgehalt von 20 bis 45 mg/l. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat einen Grenzwert von maximal 1,5 mg/l festgesetzt. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass Florensis vor einigen Jahren in Kenia eine Umkehrosmose-Trinkwasseranlage (RO) gekauft hat.

Der Betrieb in Kenia schreibt über die Trinkwasseranlage: „Alle unsere Mitarbeiter in der Gärtnerei, in unserem Dorf und im Kindergarten nutzen dieses Trinkwasser. Und viele Kollegen, die nicht in unserem Dorf wohnen, nehmen abends Kanister mit diesem Wasser mit nach Hause. Das Projekt hat dafür gesorgt, dass nun 700 m3 sauberes Trinkwasser pro Monat erzeugt werden und dass die Zahl der durch Wasser übertragbaren Krankheiten auf der Farm um die Hälfte abgenommen hat."

Hierbei soll es nicht bleiben,denn die Wasserreinigung hat einen Nachteil. Florensis: „Für jeweils 5 Liter Trinkwasser, die wir erzeugen, haben wir auch 4 Liter Abwasser. Dieses Abwasser enthält, vereinfacht gesagt, auch alle Nährstoffe und Salze, die in den gesamten 9 Litern waren. Das Wasser wurde immer zu einem selbst angelegten Feuchtgebiet geleitet, wo es gereinigt wurde, bevor es zurück in den See fließt. Wir hatten schon oft Ideen, um mehr mit diesem Wasser zu tun. Die Pumpen arbeiten doch und wir sollten mehr damit machen können als nur Zuckerrohr und Bananen in dem Feuchtgebiet anzubauen. Nach einigem Fragen und Forschen kamen wir auf die Idee mit der Fischzucht. Nachdem wir uns bei der Universität Wageningen informiert hatten, kamen wir schnell darauf, dass sowohl Tilapia als auch Afrikanischer Wels gut mit Salzwasser zurecht kommen und auch gut mit den Gehalten, die wir in unserem Abwasser haben. Es dauerte nicht lange und wir kamen mit Jambo Fish in Kontakt. Dies ist ein Kenianisches Unternehmen mit einem niederländischen Partner (Fleuren & Nooijen), das jahrelange Erfahrung in der internationalen Fischzucht hat.” Mittlerweile stehen seit zwei Jahren 5 Tanks zwischen den Düngersilos. Jeder Tank enthält 250 bis 500 Welse (Clarias gariepinus).

Florensis: „Wir bekommen den Welsals kleinen Fingerling und verschiedenes Futter für die unterschiedlichen Entwicklungsstadien geliefert. Wir haben jeden Monat einen Tank mit kleinen Fischen gefüllt, mit der Absicht, dass wir auch jeden Monat Fische aus einem Tank ernten können.”

Nach fünf Monaten konnte der erste Fisch geerntet werden und mehr als 200 Mitarbeiter gingen stolz und glücklich mit einem frischen Fisch aus unserem eigenen Fischprojekt nach Hause. Der Fisch steht jetzt jeden Tag auf der Speisekarte des Betriebes. Das ist etwas Besonderes, denn ein Stück Fleisch oder Fisch zu essen ist in Naivasha beinahe noch weniger selbstverständlich als sauberes Trinkwasser. In den vergangenen zwei Jahren wurden durch dieses Projekt ungefähr 7.500 kg Fisch erzeugt. Von diesem Angebot machen 380-680 Mitarbeiter in der Hauptsaison alle zwei Monate und in der Nebensaison einmal pro Monat Gebrauch.

Florensis: „Zum Ende dieses Prozesses fließt das Abwasser durch unser selbst angelegtes Feuchtgebiet, in dem wir für unsere Mitarbeiter und fast 110 Kinder aus unserem Kindergarten Bananen und Zuckerrohr anbauen, bevor das Wasser dann in ein Delta gelangt. Am Ufer versorgt das Wasser Bäume, Sträucher und Gras. Davon ernährt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Tiere, zum Beispiel Giraffen, Büffel, Wasserböcke und Zebras.”

Florensis hat mittlerweileauch begonnen, die Wohnungen seiner Mitarbeiter zu verbessern. (Quelle: Florensis)

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