Fakt AG: 8 ha Gemüseproduktion im Ruhrgebiet geplant

Der Essener Projektentwickler Fakt Unternehmensgruppe plant den Neubau von 8 ha zur regionalen Gemüseproduktion in energieeffizienten Gewächshäusern auf alten Industriebrachen im Ruhrgebiet.

Moderne Tomatenproduktion unter Glas in Deutschland. Bild: GABOT.

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Regionale Lebensmittel sind gefragt. Geschmack und Frische sind die entscheidenden Gründe, warum die Konsumenten zu regionalen Produkten greifen. Fast 60% der Befragten würden mehr regionale Produkte kaufen, wenn das Angebot größer wäre. Der Wunsch nach mehr Auswahl ist bei Frischeprodukten besonders ausgeprägt. Gedeckt wird der Bedarf an Obst und Gemüse bisher zu einem großen Teil durch den Import aus Holland oder Spanien. So werden heute beispielsweise über 90% des in Deutschland verbrauchten Fruchtgemüses (z.B. Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen) importiert. Fruchtgemüse aus regionaler Erzeugung ist dagegen mangels moderner Erzeugungskapazitäten nur zu einem kleinen Anteil verfügbar.

Projektname INGRICOLA

Das Projekt INGRICOLA der GAP Gesunde Agrarprodukte GmbH nutzt diese Marktopportunität, die aus dem Wandel der Verbraucherpräferenzen vom Import zu regionalen Produkten wie Auberginen, Gurken, Paprika und Tomaten bei gleichzeitigem Mangel an geeigneten Produktionskapazitäten entsteht.

In enger Zusammenarbeit mit führenden Gartenbau-Unternehmen und dem Lebensmitteleinzelhandel, wird ein Portfolio von mehreren innovativen INGRICOLA Gewächshausparks mit Fokus auf ganzjährige Produktion von Agrarprodukten in Spitzenqualität aufgebaut.

"Für unsere INGRICOLA Gewächshäuser nutzen wir bevorzugt Flächen, die eine gewerbliche oder industrielle Vorgeschichte haben, wie z. B. im Bergbau im Ruhrgebiet, heute aber ungenutzt brach liegen und auf eine Revitalisierung warten. Derartige Standorte sind oft verkehrlich und hinsichtlich der Energie- und Versorgungsinfrastruktur erschlossen und liegen im Umfeld größerer Ballungsräume, so dass der Weg vom Gewächshaus zum Kunden kurz ist", heißt es..

Kostengünstige Energiequellen als strategischer Erfolgsfaktor

Intelligente Energieversorgungskonzepte sind ein wesentlicher Faktor für den Projekterfolg. INGRICOLA verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der von der Reduzierung des Primärenergieverbrauchs durch modernste Gewächshaustechnik, über die Nutzung vorhandener Wärmequellen und alternativen Brennstoffen, bis hin zu hocheffizienter Kraft-Wärme-Koppelung und Wärmerückgewinnung reicht.

Immer mehr Kunden ist es sehr wichtig, genau zu wissen, wo die von Ihnen konsumierten Produkte herkommen und unter welchen Produktionsbedingungen sie hergestellt wurden. INGRICOLA setzt hier auf volle Transparenz. Höchste Hygienestandards in der Produktion sowie in der Verpackungsstation sorgen für Sicherheit. Natürliche Nützlinge übernehmen die Schädlingsbekämpfung und machen den Einsatz von Pestiziden überflüssig. Aufgrund der Niederschlagsmengen in unseren Breiten kommt das Gießwasser zu einem großen Teil aus eigenen Regenwasser-Sammelbecken.

Alte RAG-Brache in Bottrop dient als erster Standort, weitere sollen folgen

Auf einem ehemaligen Zechengelände auf einer Fläche von ca. zehn ha soll ein Gewächshauskomplex von 8 ha Hochglas entstehen. Der Gemüseanbau soll dann jährlich 3.000 t Frischgemüse produzieren. Zusätzlich sollen entsprechende Logistikflächen für Sortierung, Verpackung und Verwaltung entstehen. Diese Fläche dürfte damit der größte zusammenhängende Gewächshauskomplex in NRW sein. Sofern die Gespräche mit der Stadt und entsprechende Machbarkeitsstudien zu einem positiven Ergebnis kommen, wird frühestens mit dem Baubeginn in 2018 zu rechnen sein. Das Investitionsvolumen wird je Standort auf 16 bis 20 Mio. Euro geschätzt.

Vorstandsmitglied Floren hält allein im Ruhrgebiet vier bis fünf weitere solcher Produktionsstandorte für denkbar. Derzeit prüfe man weitere Flächen im nördlichen und östlichen Ruhrgebiet, Recklinghausen bzw. Hamm. So bieten sich hier viele Brachflächen an, die für den Aufbau von Gewächshausanalagen geeignet erscheinen. Der Energiebedarf für Wärme und Licht der geplanten Jahrrund-Produktion soll dabei aus möglichst nachhaltigen Energiequellen kommen.

Geschäftsmodell regional und dennoch expansiv

Die GAP Gesunde Agrarprodukte GmbH entwickelt moderne Gewächshausparks zur ganzjährigen Produktion von frischen Agrarprodukten in der Region für die Region. Die Vermarktung erfolgt über regional vorhandene Absatzkanäle. Die Produktion in den hochmodernen Gewächshäusern erfolgt unter Nutzung kostengünstiger Energiequellen.

Hans-Peter Floren, Mitglied des Vorstandes der FAKT AG, verwies darauf, dass moderne Gewächshäuser für die ganzjährige Produktion von gesunden Agrarprodukten nicht nur in Deutschland angegangen werden, sondern auch in Ungarn und in Österreich. „Es gibt eine Vereinbarung mit einem österreichischen Gartenbauunternehmer, die eine gute Plattform für Projektentwicklungen in Ungarn, Österreich und Deutschland geschaffen hat.“

Die GAP Gesunde Agrarprodukte GmbH gehört zu den Gesellschaften, an denen die FAKT AG eine Beteiligung von 49% halten wird bzw. bereits hält. 51% liegen bei bisherigen Vorständen der FAKT AG, die dieses Unternehmen dann in ihrer Verantwortung als Management-Buy-Out (MBO) weiterführen.

Die FAKT-Unternehmensgruppe hat ihren Schwerpunkt in der Projektentwicklung − Kernsektoren sind die Bereiche Immobilien, ausgewählte kommunale Infrastruktur- und Kapitalmarktthemen sowie Projekte zur umweltfreundlichen Energieerzeugung und effizienten Nutzung knapper Ressourcen. Zur Fakt AG gehören derzeit 17 Tochter- und Projektgesellschaften.

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