Kontrolleure der Dauergrabpflege tauschen sich aus

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„Wir sind in erster Linie dem Kunden verpflichtet“, so fasste Markus Mogendorf, hauptamtlicher Grabkontrolleur der Rheinischen Treuhandstelle für Dauergrabpflege, die Aufgabe der haupt- und ehrenamtlichen Grabkontrolleure in Deutschland zusammen.Mitte Dezember 2006 trafen sich in der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg 20 Kontrolleure zu einem zweitägigen Gedankenaustausch.

 

Bei der Dauergrabpflege schließt der Kunde einen Vertrag mit einem Friedhofsgärtner zur Pflege eines Grabes für eine feste Laufzeit ab. Der Geldbetrag für die gesamte Laufzeit wird von einem dritten Vertragspartner, einer Friedhofsgärtner-Genossenschaft oder Treuhand­stelle, verwaltet und an den Friedhofsgärtner jährlich ausgezahlt. Diese Dauergrab­pflegeeinrichtungen übernehmen über die Verwaltung der Gelder hinaus auch die Aufgabe, regelmäßig zu kontrollieren, ob der Friedhofsgärtner die Aufgaben auch in der vereinbarten Qualität erbringt. Ein Teil der Einrichtungen beschäftigt dazu hauptamtliche Grabkontrolleure, die, solange es die Witterung zulässt, die Gräber auf tausenden von Friedhöfen kontrollieren. Andere Organisationen lassen die Prüfung durch engagierte ehrenamtliche Prüfer vornehmen.

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Quote der zufriedenen Kunden liegt bei über 99,9%. Die Zahl der Beanstandungen durch den Kunden liegt im Promillebereich. Dennoch entdecken die Prüfer regelmäßig weiteres Verbesserungspotenzial. In diesem Sinne sind sie auch Partner der Friedhofsgärtner, denen sie mit ihren Hinweisen nicht nur Auflagen zur Mängelbeseitigung mitgeben, sondern viel häufiger mit Praxistipps helfen. So führt z.B. Maleika Plueckthun, Prüferin für das Gebiet Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, immer eine Fotomappe mit sich, anhand derer sie den Friedhofsgärtnern zeigen kann, „wie es die Kollegen machen“.

 

Großen Raum nahm auch die Frage nach der optimalen Logistik ein. Dabei wurde beklagt, dass selbst in größeren Städten das Auffinden einzelner Grabstellen schwierig werden kann, wenn entweder gar kein Plan des Friedhofs vorhanden ist oder die Pläne einer so eigenwilligen Logik folgen, dass über die Jahrzehnte durch Buchstaben und Zifferndreher eine große Unübersichtlichkeit entstanden ist. Allerdings sei dies die Ausnahme, so die Prüfer unisono. Die meisten Friedhofsverwalter verfügen über geeignete Pläne und stellen diese den Prüfern auch zur Verfügung. In Hessen wurde zwischenzeitlich sogar ein regelmäßiges Treffen mit den Verwaltern etabliert, berichtete der Grabkontrolleur Thorsten Baege.

 

Verwenden die meisten Prüfer noch ausgedruckte Listen für ihre Kontrollen, konnten einige Einrichtungen bereits über erste Erfahrungen mit einer EDV-gestützten Erfassung berichten. Besondere Aufmerksamkeit erlangte dabei die eigene Entwicklung von Sybille Jansen von der Genossenschaft Friedhofsgärtner Frankfurt/M. e.G., die die notwendigen Informationen und Notizen mit Hilfe eines Handhelds abarbeitet. Die professionellen Systeme setzen dagegen auf die klassische Computertechnik, mit einer ganzen Reihe weiterer nützlicher Funktionen, bis hin zur automatisierten Zuordnung von Fotos der kontrollierten Grabstätten.

 

Stellvertretend für die Teilnehmer dieser ersten Zusammenkunft stellte Knut Mergenthaler, ehrenamtlicher Grabkontrolleur und Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft Württem­bergischer Friedhofsgärtner e.G., fest, dass die Anregungen dieses Treffens allen Beteiligten eine Vielzahl von Anregungen gegeben hat, um die eigene Tätigkeit noch weiter zu optimieren. (BdF/ZVG)

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