NL: Blumen- und Pflanzenexport auf Rekordniveau

Der niederländische Blumen- und Pflanzenexport erreicht trotz der stark wechselnden Wetterbedingungen in den wichtigsten Märkten weiterhin das Rekordniveau des letzten Jahres.

Der niederländische Blumen- und Pflanzenexport bleibt auf Rekordniveau. Bild: GABOT.

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Bis einschließlich August beträgt der Exportwert 4,2 Mrd. Euro und damit nur geringfügig weniger als im Vorjahr. Dies geht aus den Exportstatistiken von Floridata hervor. In Osteuropa und in luftfrachtbasierten Exportländern wird Wachstum erzielt, große Märkte wie Deutschland, England und Italien hinken hinterher. Dem Pflanzenexport geht es in diesem Jahr besser als dem Blumenexport - einem Markt, in dem der Wettbewerb weiter zunimmt.

Im vergangenen Monat lag der Exportwert bei 429 Mio. Euro, 2% weniger als im Vorjahr. Dies bedeutet, dass der August der sechste Monat war, in dem sich niederländische Exporteure mit einem Rückgang zufrieden geben mussten. Nur im Januar und im Juni wurde ein Plus verzeichnet, so dass der Rückgang von 0,2% nahezu ausgeglichen wurde. Bei einem Gesamtexportwert von 4,2 Euro beträgt der Rückstand 10 Mio. Euro. Drei der Top-5-Exportdestinationen Deutschland, England und Italien liegen etwas zurück, Frankreich ist stabil auf Vorjahresniveau, nur Polen hat sich besser entwickelt.

Die Top 10 Exportländer liegen insgesamt mehr als 1% hinter den Zahlen des Vorjahres. "Das durchschnittliche Wachstum der anderen Länder beträgt 4,3%", erklärt Wesley van den Berg von Floridata. "Wenn sich der Markt normalisiert, kann der Gesamtwert wieder den bisherigen Jahresrekord von 6 Mrd. Euro Exportwert erreichen", was auf die großen Auswirkungen des kalten Frühlings und des heißen Sommers hindeutet. Das habe die Nachfrage gedämpft und das Angebot verändert, meint Matthijs Mesken vom VGB. Auch hätten das schlechte Wetter und die schlechten Produktionsbedingungen in Afrika eine Rolle gespielt. Jaap Hogewoning van Heembloemex nennt noch einen Grund: "Außerdem lagen die Feiertage in der ersten Jahreshälfte dichter beieinander, was den Umsatz drückte."

Erkennbare Schrumpfung in Top-5

Lourens van Starkenburg stellte selbst den Rückgang in Deutschland fest: "Wegen des kalten Wetters lud der Frühling nicht dazu ein, Blumen zu kaufen. Danach erholte sich der Markt, aber der Sommer war wegen des warmen Wetters wieder besonders schwierig. Außerdem hat nicht jeder Florist einen Nachfolger, wodurch Kunden verschwinden."

"In unserem Segment steigt die Konkurrenz durch Supermärkte. Das zeigt auch die Analyse von Floridata. Der reguläre Einzelhandel hat sich aber relativ gut entwickelt", erklärt Wesley van den Berg von Floridata. Zusammen haben Deutschland, England und Italien bis einschließlich August 67 Mio. Euro eingebüßt. Der britische Markt steht aufgrund des niedrigen Wechselkurses des britischen Pfunds unter Druck, obwohl es im August ein kleines Plus gab. In Italien ist das Vertrauen der Verbraucher zurückgegangen, was sich stark auf den Blumen- und Pflanzenverbrauch auswirkt.

Verteilung erweitern

In den Top 10 der Exportdestinationen zeigt das Wachstum in Richtung Polen und Russland die wachsende Bedeutung der osteuropäischen Märkte für Blumen und Pflanzen aus den Niederlanden. "Osteuropäer sind Blumenliebhaber, ökonomisch ist es im Allgemeinen ordentlich bis gut und Handelsketten eröffnen immer mehr Filialen. Sie nehmen Blumen und Pflanzen in ihr Angebot und vergrößern damit den Markt", weiß Mesken.

Floridata signalisiert zudem ein relativ hohes Wachstum an den Flugzielen im Fernen Osten. "Obwohl der Anteil dieser Märkte gering ist, wirkt sich diese zusätzliche Nachfrage positiv auf die Preisbildung aus", sagt Van den Berg. Hogewoning: "Sonderbudgets für Blumendekorationen sind bei Sonderveranstaltungen außerhalb Europas erhältlich. Das ist ein neuer, ziemlich großer Wachstumsmarkt für uns."

Übrigens entwickelt sich der niederländische Heimmarkt positiv. "Die Sommermonate waren sehr schwierig, aber wir haben in den Niederlanden nichts zu beanstanden", bemerkt Hogewoning. Corné Scholte von Kariflex Cash & Carry weist einerseits auf die zunehmende Konkurrenz durch Supermärkte hin, andererseits geben die niederländischen Konsumenten auch mehr für Blumen und Pflanzen höherer Qualität aus. "Das ist eine gute Entwicklung, auf die Floristen reagieren können."

Pflanzen im Plus

Der Exportwert der Topf- und Gartenpflanzen stieg bis einschließlich August um mehr als 2% auf 1,7 Mrd. Euro; Blumen hingegen gaben um fast 2% auf rund 2,5 Mrd. Euro nach. Im August enttäuschte der Pflanzenexport vor allem Richtung Deutschland und Frankreich. Strukturell besteht in der größten Produktgruppe im Pflanzensegment, den Orchideen, eine Überkapazität. "Der Vorteil ist, dass zum Beispiel mehr exklusive Phalaenopsis für eine breitere Gruppe von Konsumenten verfügbar ist", sagt Scholte. "Mit der Zeit könnte das gut für den Markt sein."

"Wenn immer mehr spezielle Arten und Formen der Phalaenopsis eingeführt werden, können sich Floristen besser abheben", beobachtet Starkenburg den deutschen Markt. Mit einem Anteil von fast 30% sind die deutsche Kunden nach wie vor mit Abstand der wichtigste Markt für den Blumen- und Pflanzenexport in den Niederlanden.

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