Niedersachsen: Stockt das Schulobst- und Schulgemüseprogramm der EU um 50% auf

Das Land Niedersachsen weitet zum kommenden Schuljahr sein Schulobst- und Schulgemüseprogramm erheblich aus.

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Das Land Niedersachsen weitet zum kommenden Schuljahr sein Schulobst- und Schulgemüseprogramm erheblich aus. Die Kommission der Europäischen Union (EU) stellt dafür jetzt eine um 50% höhere Förderung von jährlich 4,5 Mio. Euro bereit, nachdem das Land seinen Anteil an der Finanzierung mit der politischen Liste von SPD und Grünen auf 1,5 Mio. Euro erhöht hatte. „Ich freue mich sehr über die Unterstützung der Regierungsfraktionen für das Vitamin-Erfolgsprogramm. Jetzt können noch sehr viel mehr Schulen teilnehmen, denn das Programm ist äußerst beliebt und sehr gefragt", sagte Ernährungsminister Christian Meyer heute (Mittwoch) bei der Vorstellung der neuen Zahlen. Insgesamt könnten bald bis zu 150.000 Kinder in Niedersachsen regelmäßig mit kostenlosem Obst und Gemüse versorgt werden, so der Minister. „Das ist eine gute Investition in die Gesundheit und nachhaltige Ernährung unserer Kinder, denn sie sind langfristig die Gewinner."

Die Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Schulen erhalten dreimal wöchentlich eine Portion Obst oder Gemüse von 100 Gramm. Die Portionen werden morgens von den Kindern und Lehrern, aber oft auch unter Mithilfe von Eltern und Großeltern in der Schule vorbereitet. Rund zwei Drittel von über 1.000 Tonnen geliefertem Obst und Gemüse im abgelaufenen Schuljahr stammten dabei aus ökologischem Anbau. Derzeit sind gut 700 niedersächsische Schulen dabei - mit rund 112.000 Schülerinnen und Schülern. Weitere Schulen standen bisher auf der Warteliste. Alle Schulen, die im Schuljahr 2016/17 erneut am Schulobstprogramm teilnehmen wollen, müssen sich auf der Internetseite des Programms zurückmelden. Das Rückmeldeverfahren und die Bewerbungsfrist für neue Schulen laufen noch bis Montag, 2. Mai. Bisher haben sich schon 80 zusätzliche Schulen mit 13.000 Schülern beworben. „Das EU-Schulobstprogramm ist ein Renner", sagte Meyer erfreut.

Eine Befragung der Schulen nach zwei Jahren Schulobstprogramm zeige eine sehr hohe Zufriedenheit mit dem Programm, so Minister Meyer. „Die anfängliche Sorge der Verantwortlichen, der Aufwand in den Schulen könnte zu groß sein, hat sich gelegt." So geben 95% an, dass die Schülerinnen und Schüler jetzt insgesamt deutlich mehr Obst und Gemüse essen, 98% loben das Programm, weil es darüber hinaus zu mehr Wissen über die Obst- und Gemüsearten sowie deren Herkunft und Anbau führe. „Die beliebtesten von insgesamt über 40 georderten Obst- und Gemüsearten sind Äpfel, Bananen, Möhren und Birnen", sagte Katharina Kompe, Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Braunschweig. „Das Schulobstprogramm in Niedersachsen ist ein echtes Erfolgsprogramm, sowohl aus Sicht der Schulen als auch aus Sicht der Gesundheitsvorsorge, vor allem weil die Kinder direkt davon profitieren. Das gilt umso mehr, weil immer häufiger Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen", sagte Kompe.

Ein Mehr an Obst und Gemüse gerade im Grundschulalter sei ernährungsphysiologisch äußerst sinnvoll, so Kompe: „Obst und Gemüse sind wichtige Lieferanten von Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Geschmacksvorlieben und Ernährungsgewohnheiten entwickeln sich im frühen Kindesalter und werden maßgeblich durch die Familie und das soziale Umfeld wie Kindergarten oder Schule geprägt." Viele Studien zeigten, dass Kinder in Deutschland deutlich zu wenig pflanzliche Lebensmittel, dafür aber zu häufig Knabberartikel und Süßwaren verzehren und zu oft Fleisch- und Wurstwaren essen. Im Auftrag des Ministeriums unterstützt Kompe in der „Vernetzungsstelle Schulverpflegung" das Schulobstprogramm des Landes. Hierzu gehören Fortbildungen der Lehrkräfte zur Umsetzung der flankierenden ernährungspädagogischen Maßnahmen sowie Informationsveranstaltungen für Schulen und regionale Austauschtreffen.

Niedersachsen beteiligt sich seit dem Schuljahr 2014/15 am Schulobst- und Schulgemüseprogramm der Europäischen Union. Die Kosten trägt zu 75% die EU und zu 25% das Land. Zielgruppe des Programms sind Kinder in Grundschulen von der 1. bis zur 4. Klasse, Förderschulen und Landesbildungszentren jeweils mit den Klassen 1 bis 6 sowie Schulkindergärten. Teilnehmende Schulen sind verpflichtet, ernährungspädagogische Begleitmaßnahmen, wie etwa ein regelmäßiges gesundes Schulfrühstück in der Klassengemeinschaft, den Besuch eines Bauernhofes, das Angebot einer Koch-AG oder Projekttage zum Thema „Gesunde Ernährung" umzusetzen. 

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