Mecklenburg-Vorpommern: Eichenprozessionsspinner unter Kontrolle

Im Gegensatz zum Land Niedersachsen, liegen in Mecklenburg-Vorpommern aktuell keine Erkenntnisse über den Befall vom Eichenprozessionsspinner vor.

Die Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners sind in M-V vor allem an Alleen zu beobachten.

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In Niedersachsen warnen derzeit viele Gemeinden eindringlich vor den Raupen des Eichenprozessionsspinners. Die sommerlichen Temperaturen haben offenbar zu einer massenhaften Verbreitung geführt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der Eichenprozessionsspinner seit 2007 nachgewiesen. „Aber unser konsequentes Eingreifen in den Jahren 2013 bis 2015 im Landkreis Ludwigslust-Parchim hat den Populationsdruck der gesundheitsgefährdenden Raupen dieses Nachfalters nachhaltig begrenzt“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus. Selbst aus dem Hauptbefallgebiet, dem Landkreis Ludwigslust-Parchim, liegen dem Gesundheitsdienst noch keine Meldungen eines gesundheitsgefährdenden Befalls vor.

2013 war der Befall im Südwesten des Landes jedoch so extrem stark, dass Gemeinden und Landkreis das Land um Hilfe baten. Gesundheits-, Landwirtschafts- und Verkehrsministerium entschlossen sich zu einer konzertierten Aktion und die großflächige Bekämpfung der Raupen in den Alleen des Landkreises aus der Luft. Normalerweise werden Hubschrauber nur zur Bekämpfung in Wäldern eingesetzt, in der Nähe und innerhalb der Ortschaften durch Absaugen der Gespinstnester vom Boden aus. 2013, 2014 und 2015 jedoch wurde ein spezielles Biozid aus der Luft auf mehrere hundert Kilometer Allen versprüht. Im Ergebnis waren 90% des Befalls vernichtet.

Nach der ersten Bekämpfung wurde ein Monitoring durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGUS) sowie Landesforstanstalt und Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) eingerichtet. Nach ihren Beobachtungen hat die mehrjährige Aktion bewirkt, dass die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners, die offenbar vom biochemischen Mittel nicht betroffen waren, den Populationsdruck des Falters jetzt so niedrig halten können, dass seit 2016 und auch dieses Jahr auf eine großflächige konzertierte Aktion verzichtet werden konnte. Wie sich die Situation 2019 darstellen könnte, wird im Ergebnis einer Zählung beurteilt. Die Bestandserfassung durch die genannten Behörden erfolgt an sogenannten Hotspots Ende Juni und im August dieses Jahres.

Im Mai schlüpfen die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Ab der dritten Larvenphase Mitte Juni bilden sie giftige Brennhaare, die sie in den Nestern und bei ihrem prozessionsähnlichen Zug in die Baumkronen hinterlassen. Sie werden vom Wind verstreut. Bei Kontakt können sie extreme Hautreizungen sowie Entzündungen in Augen und im Rachenraum hervorrufen. Das LAGUS empfiehlt daher, die Raupen sowie deren Nester nicht zu berühren. Die Beseitigung sollte Fachleuten mit spezieller Arbeitstechnik überlassen werden. Das Landesamt bittet, einen festgestellten Befall den örtlichen Gesundheitsämtern mitzuteilen. (mv)

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