Leibniz-Institut: Kulturpflanzenforschung seit 75 Jahren

Anlässlich des 75-jährigen Gründungsjubiläums lud das Leibniz-Institutüber 200 Gäste in das IPK Gatersleben ein.

Jürgen Ude bei seinem Grußwort. Bild: Jana Dünnhaupt Photography.

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Die Geschichte des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) begann vor 75 Jahren in der Nähe von Wien. Auf Grund des Zweiten Weltkrieges erfolgte bereits im Jahr 1945 die Umsiedlung nach Gatersleben. Heute ist das IPK eine international führende wissenschaftliche Einrichtung auf dem Gebiet der Kulturpflanzenforschung, die mit der Bundeszentralen ex situ-Genbank einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der genetischen Vielfalt leistet.

Das IPK zählt mit über 500 Mitarbeitenden zu den größten Pflanzenforschungseinrichtungen Deutschlands und hat sich im Zuge seiner Geschichte weltweites Ansehen erworben. Zur Festveranstaltung anlässlich des 75-jährigen Gründungsjubiläums fanden sich über 200 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Hörsaal des IPK Gatersleben zusammen.

In seiner Begrüßung verwies der Geschäftsführende Direktor, Andreas Graner, auf die große Bedeutung des Instituts. Diese ist das Ergebnis der erfolgreichen Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Relevanz in den Forschungsarbeiten. Er schloss seine Ausführungen mit einem Dank an die Mitarbeitenden und der Feststellung „75 Jahre Pflanzenforschung am IPK bedeuten Freude und auch ein wenig Stolz über die Erfolge und das Erreichte. Die großartige Geschichte des Instituts bedeutet für uns jedoch auch Verpflichtung und Motivation für die Zukunft.“

In seinem anschließenden Grußwort hob der Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, Jürgen Ude, die große Bedeutung des Instituts als internationales Aushängeschild für den Forschungsstandort Sachsen-Anhalt hervor. Andrea Noske, Ministerialrätin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, hoben die wichtige Bedeutung des Instituts für die Entwicklung und Bereitstellung modernster Forschungsinfrastrukturen hervor.

Wolf von Rhade, Vorsitzender der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovationen e.V. würdigte das IPK als Innovationszentrum und langjährigen Forschungspartner für die deutsche Pflanzenzüchtung.

Um herausragende Nachwuchswissenschaflter und Nachwuchswissenschaftlerinnen bei der Durchführung von Masterarbeiten zu unterstützen, überreichte Harold Verstegen, Leiter Getreide und Raps Züchtung bei KWS, dem IPK einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro.

Christian Jung, Professor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, verwies in seinem Festvortrag auf die weitreichende Bedeutung der in den vergangenen Jahrzehnten am IPK erzielten Forschungsergebnisse und schloss mit der Aufforderung: „Wir müssen jetzt handeln und alle verfügbaren Technologien für eine nachhaltige Landwirtschaft zur Erntesicherung nutzen.“ Er bezieht sich dabei auf den jahrhundertelangen Züchtungsprozess in der konventionellen Züchtung und die Möglichkeiten, die sich durch Genomsequenzierung und die neuen molekularen Methoden wie CRISPR/Cas ergeben, um in kürzeren Zeiträumen neue krankheitsresistente und stresstolerante Pflanzen für die künftige Ernährungssicherung zu züchten. Das IPK sei hier bestens aufgestellt, um in Zukunft auch exzellente Grundlagenforschung und wichtige Impulse für die Sortenzüchtung zu geben, so Jung.

Die Feierlichkeiten endeten mit der Eröffnung einer Fotoausstellung, die den Wandel von der Domäne zum Campus und den technischen Fortschritt der Arbeitsplätze zeigt. Ergänzend hierzu konnten Interessierte sich im Rahmen von Führungen durch das Institut, die Genbank und die Pflanzenphänotypisierungsanlagen des IPK ansehen. (Leibniz-Institut)

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