FGL S.-H.: Startet erfolgreich mit neuem Konzept

Für seine Jahreshauptversammlungen wünscht sich der Fachverband Garten-, Landschaft- und Spotplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) verstärkte Öffnung nach außen, mehr branchenübergreifender Austausch und mehr aktuelle Themen.

Mirko Martensen (rechts), Präsident des FGL S.-H., mit Iver Ahlmann, Geschäftsführender Gesellschafter der ACO Gruppe. Bild: FGL/Kottich.

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Verstärkte Öffnung nach außen, mehr branchenübergreifender Austausch und mehr aktuelle Themen von öffentlichem Interesse - dies wünscht sich der Fachverband Garten-, Landschaft- und Spotplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) künftig für seine Jahreshauptversammlungen. Die Strategie: Ein neues Konzept, das die Schleswig-Holsteiner bei ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung am 9. März erstmals erfolgreich testeten.

Im ersten Schritt öffnete der FGL S.-H. in diesem Jahr seine Jahreshauptversammlung großteilig für geladene Gäste und wählte als Tagungsort die ACO Academy in Büdelsdorf, um so mit der ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG eines seiner prominentesten Fördermitglieder mit an Bord zu holen. Bis zum Nachmittag hatten die insgesamt 150 anwesenden Verbandsmitglieder und externen Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Verbandsebene Gelegenheit, zukunftsorientierte Fachvorträge zu hören. Für das Unternehmen ACO referierten Iver Ahlmann und Anja Sievers über die Entwässerung der Zukunft. Peter Menke von der Stiftung Die Grüne Stadt sprach über eine moderne grüne Infrastruktur und der schleswig-holsteinische IHK-Präsident Klaus Hinrich Vater über die wirtschaftlichen Herausforderungen des Mittelstandes. „Das rege Interesse und die vielen externen Anmeldungen haben uns gezeigt, dass wir mit dem Schwerpunkt auf dem öffentlichen Versammlungsteil den richtigen Fokus gesetzt haben“, sagte der Präsident des FGL S.-H., Mirko Martensen. Insektensterben, CO2- und Feinstaubbelastung, Dieselfahrverbote und Starkregenereignisse, so Martensen weiter, seien Belege dafür, wie sich das Klima wandele und Lebensräume aus dem Gleichgewicht gerieten. „Für jedes Bundesland und jede Kommune bedeutet dies, auf die Veränderungen zu reagieren und Lösungen zu schaffen, die den Entwicklungen in umweltverträglicher Art und Weise entgegenwirken. Daher gehen diese Themen alle an“.

Starkregen und die Entwässerung der Zukunft

Den Herausforderungen und Lösungen eines zeitgemäßen Regenwassermanagements widmete sich der Vortrag von Iver Ahlmann, Geschäftsführender Gesellschafter der ACO Gruppe, und Anja Sievers, Produktmanagerin in der ACO Gruppe. „Durch die Megatrends Urbanisierung, Klimawandel und Umweltschutz steigen die Anforderungen an immer leistungsfähigere Entwässerungslösungen. Klassisches Ableiten von Regenwasser reicht nicht mehr aus. Das treibt uns an. ACO Produkte sind auf ganzheitliches Regenwassermanagement ausgerichtet“, fasst Iver Ahlmann in seinem Vortrag zusammen. Anja Sievers ergänzt „Es geht um Alternativen, die die Menge und die Art des Oberflächenwassers ebenso berücksichtigen wie die Architektur, das Design und natürlich die Funktionalität“.

Lobbyarbeit für Grüne Infrastruktur

„Vom Vorgarten bis zur Städtebauförderung - die Zukunft gehört der Grünen Infrastruktur!“ Mit diesem Statement leitete Peter Menke seinen Vortrag ein. Der Vorsitzende der Stiftung DIE GRÜNE STADT stellte neben der viel beachtete Charta „Zukunft Stadt und Grün“ und dem „Weißbuch Stadtgrün“ vor allem die BGL-Kampagne „Rettet den Vorgarten“ vor, die im Januar 2017 begann und offensichtlich ins Schwarze traf. „Mit einer sehr erfolgreichen Pressearbeit, einem Journalistenwettbewerb und einer hochaktiven Facebook-Seite ist das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt“, so Menke. Eine repräsentative Marktforschung der GfK und ein Dossier hätten die Motive offengelegt, warum immer mehr Menschen ihre Vorgärten verkieseln. Dabei seien die Argumente für bepflanzte Vorgärten ebenso vielfältig wie zeitgemäß. „Im Zuge der Aktion „Rettet den Vorgarten“ machen sich Landschaftsgärtner und -planer für bepflanzte, lebendige Vorgärten stark und geben Tipps und Anregungen. Das ist gelebte und erfolgreiche Lobbyarbeit gegen die Versteinerung“, lautete Menkes Fazit.

Mittelstand steht vor großen Herausforderungen

Als besonderen Gast und Referenten begrüßte der FGL S.-H. bei der Mitgliederversammlung den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein, Klaus Hinrich Vater. Das wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle, so der IHK-Präsident, habe sich in den vergangenen Jahren immer mehr verstärkt. Im Gegensatz zum Norden hätte der Süden umfassend in die Bereiche Technik, Bildung und Forschung investiert. „Im Norden haben wir vieles versäumt, aber mit der aktuellen schleswig-holsteinischen Landesregierung sind wir auf einem sehr guten Weg“, so Vater. Dies sei höchste Zeit, denn man stünde vor großen Herausforderungen: „Bis zum Jahr 2030 werden in Schleswig-Holstein 100.000 Fachkräfte fehlen. Kluge junge Köpfe sind die wichtigste Ressource, die wir haben. Wir müssen ihre Bildung fördern, wo immer wir können“. Vater forderte ein Maßnahmenpaket aus umfassenden vorschulischen und schulischen Betreuungsangeboten und einer breit gefächerte Ausbildung und Lehre. „Frühkindliche Bildung ist essenziell. Die Basis wird in der Kita und in der Grundschule gelegt. Daher ist es enorm wichtig, dass unsere aktuelle Landesregierung hier verstärkt ansetzt“, so der IHK-Präsident. Vater wies auch auf die Vorteile der dualen Ausbildung in Schleswig-Holstein hin, die herausragende Möglichkeiten für die berufliche Karriere böte. „Abitur und Studium sind nicht der Königsweg, wenn man im beruflichen Leben weit kommen möchte.“

Mirko Martensen bleibt Präsident des FGL S.-H.

Im Zuge des neuen Veranstaltungskonzeptes fand der interne Teil der Jahreshauptversammlung des FGL S.-H. in diesem Jahr in den Nachmittagsstunden statt, bevor Gäste und Mitglieder am frühen Abend erneut beim „LandschaftsgärtnerTreff“ zusammenfanden. Die anwesenden Mitglieder bestätigten bei den Präsidiumswahlen den derzeitigen Verbandspräsidenten Mirko Martensen einstimmig in seinem Amt. Wiedergewählt wurden auch die Präsidiumsmitglieder Frank Chr. Hagen, Knut Hansen und Arne Ingmar Johannsens sowie der Beisitzer Joachim Weitzel. „Ich freue mich auf meine zweite Amtszeit als Präsident und natürlich auch darüber, dass das Präsidium in seiner eingespielten und bewährten Zusammensetzung weiterhin unserem Fachverband vorstehen wird“, sagte Mirko Martensen. Der FGL S.-H. hat das vergangene Verbandsjahr mit einem ausgeglichenen Haushalt beendet. Die Mitgliederzahl ist im Vergleich zu den Vorjahren leicht angestiegen. (Quelle: GaLaBau)

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