FBB: Symposium rund um die Dachbegrünung

Mit elf Fachvorträgen des Dachbegrünungsmarktes ging das 15. FBB-Gründachsymposium in Ditzingen auf Neuigkeiten und Trends ein.

Die Referenten des 15. FBB-Gründachsymposiums 2018 (v.l.n.r.): Dr. Gunter Mann (FBB-Präsident), Björn Ament, Andre Witzel, Beat Ellenberger, Yvonne Göckemeyer, Harald Mattheas, Frank Grootens, Holger Krüger, Dr. Anna Braune, Prof. Manfred Köhler, Rupert Wirzmüller, Fritz Wassmann-Takigawa. Bild: Susanne Herfort/FBB .

Anzeige

Schon zwei Wochen nach dem Symposium Gebäudegrün in Berlin war die Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB) mit dem mittlerweile 15. FBB-Gründachsymposium 2018 wieder am Start.

FBB-Präsident Dr. Gunter Mann fasste zusammen: „Es waren wieder interessante Vorträge mit regen Diskussionen - eine rundum gelungene Veranstaltung!“

Das 15. FBB-Gründachsymposium in Ditzingen bei Stuttgart ging mit elf Fachvorträgen auf Neuigkeiten, Trends und besondere Themen des Dachbegrünungsmarktes und der angrenzenden Gewerke ein. Das Ganztagesseminar wurde zudem mit etwa 110 Teilnehmern wieder seiner Rolle als Branchentreff gerecht wie die vielen Gespräche in den Pausen, vor und nach dem Symposium gezeigt haben. Die Vorträge, eingeteilt in die drei Themenbereiche Forschung & Lehre“, „Recht, Richtlinie & Planungsgrundlagen“ und „Aus der Praxis“: Der schweizer Pflanzenfachmann Fritz Wassmann-Takigawa stellte das FBB-SchlagLicht9 „Geeignete Gehölze für Dachbegrünungen“ mit Praxisbeispielen vor. Die nach Substrathöhen eingeteilte Liste der für Dächer geeigneten Arten ist als pdf-Dokument auf der FBB-Intenetseite verfügbar und eine gute Grundlage auch für die immer häufiger kommenden Hochhausbegrünungen.

Im anschließenden von Vortrag Prof. Manfred Köhler wurden die Ergebnisse der Vegetationsaufnahmen einer über 15 Jahre alten einfachen Intensivbegrünung in der Nähe Hamburg erläutert. Interessant war zu sehen, was sich trotz fehlender Pflege über Jahre hinweg behaupten konnte und was eingewandert war. In einem sehr anschaulichen Vortrag hat Holger Krüger, Leiter Anwendungstechnik der Firma Bauder, die Grundlagen der Dachabdichtungsnormen 18531 ff vermittelt. Für die Dachabdichtungen unter Begrünungen gilt seit Mitte letzten Jahres die 18531 Teil 1-5. Mit einem eher „exotischenThema war Andre Witzel vom Verband Deutscher Blitzschutzfirmen (VDB) vertreten - er führte über die Grundlagen von Blitzschutzanlagen aus, insbesondere in Verbindung mit einer Dachbegrünung. Der Diskussionsbedarf war so groß, dass nicht alle Fragen beantwortet werden konnten und die Verantwortlichen Seitens FBB und VDB nun überlegen, ein Merkblatt zu diesem Thema aufzulegen. Vom Institut Bauen und Umwelt (IBU), einem Kooperationspartner der FBB, war Frank Grootens vor Ort und führte über EPDs (Umwelt Produkt Deklaration) und deren Funktionen beim nachhaltigen Bauen aus. Aus dem Bereich Dachbegrünung liegt bislang nur eine EDP vor.

Harald Mattheas vom Baureferat Gartenbau der Stadt München hat über die technischen Baustandards für Dachbegrünungen des Baureferats Gartenbau referiert. In dem interessanten und für alle Zuschauer lehrreichen Vortrag wurden verschiedene Aspekte - vom Zugang, über Sicherheit, Material bis zur Pflege - angesprochen. Björn Ament stellte das Gründachkataster der Stadt Marburg vor, ist dabei live ins Internet und hat die vielen interessanten Möglichkeiten und Informationen des Online-Tools erläutert. Eine gute Arbeits- und Argumentationshilfe für Städte. In Ergänzung zum IBU-Vortrag hat Dr. Anna Braune vom DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) die Rolle begrünter Dächer beim nachhaltigen Bauen beleuchtet und dazu auch einzelne Beispiele vorgestellt. Tenor in der anschließenden Diskussion war, dass sich Pflanzen in Form von Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen noch viel stärker positiv im Bewertungsschlüssel des DGNB finden müssen. Der Landschaftsarchitekt Rupert Wirzmüller aus München stellte den genossenschaftlichen DachgartenWagnis 4“ vor und zeigte auf, was auch mit geringerem Budget möglich ist. Ein schönes Beispiel, das Schule machen sollte und schon mehrfach prämiert wurde. Yvonne Göckemeyer, ebenfalls Landschaftsarchitektin, stellte am Beispiel des Quartiers Wupperbogen in Leichlingen vor, wie durch eine umfassende Regenwasserbewirtschaftung Hochwasserschäden verhindert werden können und welche wichtige Rolle Pflanzen dabei einnehmen. Den krönenden Abschluss machte Beat Ellenberger von der Schweizerischen Fachvereinigung Gebäudebegrünung (SFG) mit einem ergreifenden Plädoyer für Gebäudebegrünung und fand so einen gelungenen Abschluss des Gründachsymposiums in Ditzingen.

Eine große Anzahl an Verbänden, FBB-Mitgliedern und Verlagen haben das Gründachsymposium unterstützt: Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB), Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU), Schweizerische Fachvereinigung Gebäudebegrünung e.V. (SFG), Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), Bund Deutscher Landschaftsarchitekten e.V. (BDLA), Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (fbr), Optigrün international AG, Paul Bauder GmbH & Co. KG, Vulkatec Riebensahm GmbH, Foamglas GmbH, 6 fürs Grün GmbH, Jackon GmbH, Novihum GmbH, Gelsenrot GmbH, Garten Moser GmbH & Co. KG, Sempergreen, Verlag Dieter A. Kuberski GmbH, Haymarket Media GmbH & Co. KG, Georg D. W. Callway GmbH & Co. KG, Patzer Verlag GmbH & Co. KG., Reichlmeier Metallprofile GmbH, Dani Alu GmbH. (Quelle: FBB)

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.