DWD: Hitzewarnsystem erfolgreich im Einsatz

Der Deutschen Wetterdienst (DWD) verzeichnete überdurchschnittlich viele Hitzewarnungen im Sommer 2018.

Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienst seit 2005 erfolgreich im Einsatz. Bild: DWD.

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Der Sommer 2018 war in Deutschland ein heißer Sommer mit überdurchschnittlich vielen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die große Hitzewelle Ende Juli, Anfang August war die längste hierzulande seit der Jahrhundertwende, resümiert der nationale Wetterdienst. Nach dem „Jahrhundertsommer“ 2003 mit etwa 80.000 hitzebedingten Todesfällen in ganz Europa, davon rund 8.000 in Deutschland, hatte der DWD bis 2005 ein bundesweites Hitzewarnsystem aufgebaut. Seitdem wird die Bevölkerung frühzeitig vor Perioden mit erhöhter Wärmebelastung gewarnt. Bei gefühlten Temperaturen vom mehr als 32 Grad Celsius (°C) bei gleichzeitiger nächtlicher Wärmebelastung warnt der DWD auf Landkreisebene vor starker Wärmebelastung, bei mehr als 38 °C vor extremer Wärmebelastung. Nach Einschätzung des DWD habe sich das Warnsystem bewährt. Seit 2005 sei es trotz großer Hitzewellen wie in den Sommern 2006, 2015 und in diesem Jahr in Deutschland nicht mehr zu solch katastrophalen Auswirkungen wie im Jahr 2003 gekommen.

2018 erforderte 5.678 Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes

Im Sommerhalbjahr 2018 - zwischen Mai und Ende August - gab der DWD in ganz Deutschland 5.678 Hitzewarnungen heraus. Seit der Inbetriebnahme des Hitzewarnsystems im Jahr 2005 wurde diese Zahl nur in den Sommern 2006 (6.432) und 2015 (6.128) übertroffen. Die Schwerpunkte der Hitzewarnungen lagen 2018 im Osten, insbesondere im südlichen Brandenburg, sowie im Rhein-Main-Gebiet, im südlichen Oberrheingraben und in Ost-Bayern. Besonders viele Hitzewarnungen - im Vergleich zu den vergangenen Jahren - wurden 2018 für den Osten und den Norden Deutschlands herausgegeben. So waren es zum Beispiel zwischen 2005 und 2017 in Berlin im Mittel rund 12 Warnungen pro Jahr. 2018 warnte der DWD für die Hauptstadt 22 Mal vor Hitze. Auch in Hamburg wurde 2018 mit 14 Warnungen das Mittel der Vorjahre von 7,8 Warnungen klar übertroffen.

Die 5.678 Warnungen des Jahres 2018 verteilten sich auf vier Hitzewellen. Ungewöhnlich früh im Jahr, am 27. Mai, griffen die Warnkriterien das erste Mal und Hitzewarnungen wurde für einen breiten Streifen zwischen Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Brandenburg sowie den tieferen Lagen in Sachsen herausgegeben. Im Laufe der folgenden Tage verlagerte sich die Hitze langsam Richtung Osten, wo diese erste Hitzewelle am 1. Juni endete. Vom 9. bis 10. Juni folgte eine kürzere Hitzewelle, die vor allem Sachsen, Brandenburg und Teile von Mecklenburg-Vorpommern betraf. In den darauffolgenden Wochen dominierten angenehm warme, sommerliche Bedingungen, ohne dass es zu einer großen Hitzewelle gekommen wäre. Ende Juli kündigte sich dann die längste Hitzewelle der vergangenen Jahre an.

Die Hitzewelle vom 23. Juli bis 9. August

Über insgesamt 18 Tage, vom 23. Juli bis zum 9. August, musste der DWD täglich die Bevölkerung vor erhöhter Wärmebelastung warnen. Die Hitzewelle begann im Südwesten in den tiefen Lagen des Oberrheingrabens und betraf in den folgenden Tagen alle Regionen Deutschlands. Regional war die Dauer der Hitzewelle jedoch unterschiedlich. Der Hitze-Schwerpunkt wanderte mehrmals zwischen verschiedenen Regionen in Deutschland hin und her, so dass an vielen Orten die Hitzewelle mehrmals durch einzelne, kühlere Tage unterbrochen wurde - insbesondere in der nördlichen Landeshälfte. Im Süden Deutschlands waren die Unterbrechungen seltener, so dass in Bayern und Baden-Württemberg durchweg an mindestens zwölf Tagen ohne Unterbrechung Hitzewarnungen aktiv waren. Spitzenreiter war der Main-Tauber-Kreis, für den der DWD an allen 18 Tagen Hitzewarnungen herausgab.

Die letzte Hitzewelle des Jahres 2018 trat dann vom 20. bis 23. August auf. Es gab Hitzewarnungen für große Teile Süddeutschlands. (Quelle: DWD)

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