DGG: 196. Mitgliederversammlung

Grüne Infrastruktur zu erhalten und mehr Natur in den Garten zu bringen, formuliert Präsident Prof. Dr. Klaus Neumann als zentrale Zukunftsaufgabe der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (DGG).

DGG-Talkrunde 2018 „Zu Gast auf der Insel Mainau“: Vlnr: Dr. Lutz Spandau, Allianz Umweltstiftung, Magister Wolfgang Sobotka, Werner Ollig, DGG-Vizepräsident, Heike Boomgaarden, DGG-Vizepräsidentin Harald Zanker, Landrat Hainich Umstrut Kreis. Bild: DGG.

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Auf der 196. Jahreshauptversammlung und Festveranstaltung stellte sich die DGG mit einer prominenten Talkrunde aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dem strukturellen Wandel und den Herausforderungen an das öffentliche und private Grün. Als „Leuchturm“ für eine europaweite ökologische Gartenbewegung und Vorbild für Deutschland ernannte Präsident Prof. Dr. Klaus Neumann den Präsidenten des österreichischen Nationalrates, Wolfgang Sobotka, zum Ehrenmitglied der DGG.

Die Ernennung von Wolfgang Sobotka zum Ehrenmitglied ist ein Novum in der nahezu zweihundertjährigen Geschichte der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft. Sie demonstriert die Wertschätzung für eine politische und künstlerische Persönlichkeit mit ganzheitlicher Denkweise für Natur und Garten und die Etablierung einer europaweiten Ökologiebewegung. Prof. Dr. Klaus Neumann betonte in seiner Laudatio den außergewöhnlichen Lebenslauf eines Politikers, Gärtners und Musikpädagogen, der den Garten als Sehnsuchtsort des Menschen für mehr Natur begriffen hat und das Bewusstsein über eine ökologische Kreislaufbewegung politisch verankern konnte: „Es braucht viele Protagonisten, wie die österreichische Aktion „Natur im Garten“ oder die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft, damit der Garten als Refugium für Mensch, Pflanze und Tier europaweit etabliert, gefördert und in europäischen Richtlinien implementiert werden kann“.

Ein weiterer Höhepunkt und eine thematische Ergänzung war die von DGG-Vizepräsident Werner Ollig moderierte Talkrunde „Zu Gast auf der Insel Mainau“ in prominenter Runde aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Diskutiert wurde über die Anforderungen und Herausforderungen an private und kommunale Grünflächen im Zeichen der Globalisierung, Digitalisierung und des Klimawandels. Zu Wort kamen das frisch ernannte DGG-Ehrenmitglied Wolfgang Sobotka, der Vorstand der Allianz Umweltstiftung, Dr. Lutz Spandau, die DGG-Vizepräsidentin und SWR-Fernsehmoderatorin Heike Boomgaarden, sowie der Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, Harald Zanker.

Wolfgang Sobotka, Initiator der fast 20 Jahre alten europaweiten Bewegung „Natur im Garten“, forderte ein neues ökologisches Denken im Umgang mit dem eigenen Hausgarten, damit das Wissen unserer Großeltern nicht verloren geht. Das Ziel sollte sein, weniger Energie zu verbrauchen und gemeinsam den CO2 Ausstoß zu reduzieren. Jeder Bürger sollte ermuntert werden, sich durch naturnahes Gärtnern zu engagieren und so bei der Bewältigung des Klimawandels mitzuhelfen. Auch die zunehmende Ökologisierung der Kommunen, die zertifiziert werden, wenn sie z.B. auf den Einsatz von Pestiziden verzichten, ist Ausdruck dieses neuen Denkens.

Dr. Lutz Spandau steht an der Spitze der Allianz Umweltstiftung als der größten Umweltsstiftung, die bereits 5000 Kleinprojekte und 80 Großprojekte umgesetzt hat. Mit dem Projekt „125 Bäume für Städte“ aus zertifizierten Baumschulen startete die Stiftung eine bundesweite Stadtbaumkampagne, die 2015 in München und Berlin ihren Anfang nahm und aktuell in Essen fortgesetzt wird. Die Qualität bei der Auswahl und Pflege der Bäume wird bei der Allianz Umweltstiftung großgeschrieben, die die Kommunen zu einer fünfjährigen Gewährleistungspflicht verpflichtet. „Das Produkt „Umwelt und Gartenkultur“ sollte mit allerhöchster Qualität nach außen getragen werden“, betonte der Stiftungsvorstand.

Für den Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, Harald Zanker, ist es von Bedeutung, die Menschen für eine grüne Lebensphilosophie zu begeistern: „Wir müssen erreichen, dass Alleen gepflanzt werden, in den Dörfern sowie Bürgerparks entstehen, die von Unternehmen und Bürgern gemeinsam bepflanzt werden. Gerade für Kinder sollte der Schulgartenunterricht nicht nur Pflicht sein, sondern Begeisterung wecken und zu einem beliebten Fach werden.“

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