Böcking: LROP ist nicht das Ende

Im Anfang letzter Woche vom niedersächsischen Kabinett verabschiedeten neuen Entwurf des niedersächsischen Landesraumordnungsprogramms (LROP) sind rund 3.500 ha an Vorranggebieten für die Torfgewinnung vorgesehen. Bereits bestehende Genehmigungen bleiben unangetastet.

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Im Anfang letzter Woche vom niedersächsischen Kabinett verabschiedeten neuen Entwurf des niedersächsischen Landesraumordnungsprogramms (LROP) sind rund 3.500 ha an Vorranggebieten für die Torfgewinnung vorgesehen. Bereits bestehende Genehmigungen bleiben unangetastet.

Klasmann-Deilmann wertet diese Festlegung als positive Änderung gegenüber den ursprünglichen Plänen, in denen der Torfgewinnung überhaupt kein Spielraum mehr eingeräumt worden war. Zu verdanken ist diese Entwicklung der zielführenden Kooperation zwischen Substratindustrie und NABU, die immer wieder den direkten Dialog mit der niedersächsischen Landesregierung gesucht hatten. „Es ist gut, dass sich Substratindustrie und NGOs aufeinander zubewegt und einem gemeinsamen Ziel geöffnet haben“, sagt Moritz Böcking, der als Geschäftsführer der Klasmann-Deilmann GmbH in diese Gespräche eingebunden war. „Wir haben den Beweis geführt, dass auch ungewöhnliche Bündnisse in der politischen Landschaft zu unerwarteten Erfolgen und zu zukunftsweisenden Win-Win-Situationen für die Beteiligten führen können.“

Gleichwohl wird mit der Novelle des LROPs absehbar, dass die Torfgewinnung in Deutschland ein Auslaufmodell ist. Die zusätzlichen Vorranggebiete werden den Rückgang der Gewinnungsaktivitäten nur minimal verzögern können. „Es gilt, den Blick in die Zukunft zu richten“, so Böcking. Der Produktionsgartenbau in Deutschland und weltweit ist bis auf weiteres auf Torfkultursubstrate angewiesen. Das wird inzwischen auch seitens der Bundesregierung akzeptiert, die Anfang des Jahres zu diesem Thema Stellung genommen hat.

„Das neue LROP ist nicht das Ende der deutschen Substratindustrie“, sagt Böcking. Wichtig sind nun Maßnahmen, die eine verstärkte Nutzung alternativer Rohstoffe in der Substratproduktion unterstützen. Ausgangsstoffe wie Holzfasern und Grünkompost werden bereits seit Jahren in immer größeren Mengen genutzt. Bis 2020 soll der Anteil alternativer Ausgangsstoffe in der Substratproduktion von Klasmann-Deilmann auf 15 % steigen. „Wir sind hier auf einem sehr guten Weg“, so Böcking, „gleichzeitig werden uns aber Grenzen gesetzt, da genau die Rohstoffe, die wir brauchen, verstärkt durch die Energiewirtschaft genutzt werden und uns nicht zur Verfügung stehen. Hier fehlt ein Konzept der Politik, das die Interessen von Substratindustrie und Gartenbau stärkt.“

Unabhängig davon muss die Entwicklung weiterer Alternativen vorangebracht werden. „Unsere mittelständisch geprägte Branche kann das nicht allein bewältigen. Es sind Förderprogramme der Regierung notwendig, die maßgeblich dazu beitragen, dass die Substratindustrie auch in Zukunft einwandfrei funktionierende Substrate bereitstellen kann“, so Böcking. Andernfalls wird in der Konsequenz auch der moderne Gartenbau in Deutschland darunter leiden, der u. a. für die Ernährungswirtschaft von großer Bedeutung ist. Im März hatte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies während eines Besuches bei Klasmann-Deilmann festgestellt: „Es ist wichtig, dass wir einer Branche, der wir auf der einen Seite Grenzen in der Rohstoffgewinnung setzen, auf der anderen Seite Optionen eröffnen.“

„Wir begrüßen die positiven Signale aus der Politik“, sagt Böcking. Um bei der Zukunftssicherung von Substratindustrie und Gartenbau voranzukommen, wird Klasmann-Deilmann weiterhin den Dialog mit Politik und NGOs suchen, um möglichst zeitnah gangbare Wege aufzuzeigen und verbindliche Lösungen zu erzielen. In diesem Zusammenhang wird dem niedersächsischen „Torfersatzforum“ große Bedeutung beigemessen, das im Juni zu Gast bei Klasmann-Deilmann ist. Politik, Wissenschaft, NGOs und Vertreter der Branche werden dann gemeinsam über die Zukunft der Substratproduktion und die Entwicklung alternativer Rohstoffe beraten. (Klasmann Deilmann)  

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