BHGL-Forum: "Gartenbauwissenschaften zwischen Praxisanspruch und Impaktfaktor"

Am Mittwoch, 20. November, lud der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) zum Forum "Gartenbauwissenschaften zwischen Praxisanspruch und Impaktfaktor" nach Berlin ein.

Anzeige

Am Mittwoch, 20. November, lud der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) zum Forum "Gartenbauwissenschaften zwischen Praxisanspruch und Impaktfaktor" nach Berlin ein. Hierbei wurde mit Wissenschaftlern der Gartenbauwissenschaften darüber diskutiert, wie sie ihren Alltag an den Universitäten erleben und was getan werden kann, um diesen komplizierten Weg zwischen anwendungsorientierter Forschung und Lehre, wissenschaftlicher Exzellenz und der gärtnerischen Praxis zu finden.

Professor Dr. Uwe Schmidt, Präsident des BHGL, konnte dazu Referenten aus Forschung und Praxis begrüßen. Dabei sprachen sowohl Vertreter der Universitäten und Fachhochschulen als auch des Berufsstandes, so dass die unterschiedlichen Ansprüche und Schwierigkeiten in der Diskussion beleuchtet werden konnten.

Einig war man sich darüber, dass die Gartenbauwissenschaften ein Imageproblem haben, da zu wenig selbstbewusste Kommunikation stattfindet. Hierzu verwies Hartmut Weimann, Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), auf die in diesem Jahr erschienene Clusterstudie, die die Bedeutung des Gartenbaus verdeutlicht. Die Wirtschaftszahlen sind eine Größe, die auch künftig die Wissenschaft und Forschung fordern wird und einen selbstbewussten Auftritt des gesamten Gartenbaus verlangt und rechtfertigt.

Von unterschiedlichen Erfahrungen zum Thema der Nachwuchswissenschaftler berichteten die Hochschul- und Fachhochschulreferenten. Während die einen ein fehlendes Interesse an den Gartenbauwissenschaften und demzufolge auch einen Mangel an geeigneten Wissenschaftlern zur Besetzung von Professorenstellen sehen, erleben die anderen stark frequentierte Lehrstühle, die sogar die Einführung eines Numerus Clausus verlangen. Hierbei machte ZVG-Vizepräsident Weimann und Vertreter des gärtnerischen Berufsstandes auf die Auswirkungen des demografischen und wirtschaftlich-strukturellen Wandels aufmerksam. So wird im Gartenbau, wie auch in anderen Branchen, ein deutlich spürbarer Fachkräftemangel erwartet. Der Berufsstand muss deshalb bei der Gewinnung arbeitsmarktfähiger Fachkräfte neue Wege gehen. In der Diskussion wurde die ZVG-Nachwuchswerbekampagne lobend hervorgehoben. Dazu berichteten Vertreter der Hochschulen, dass sich auch ihre Lehrstühle um geeignete Nachwuchskräfte bemühen, indem zum Beispiel auch die neuen Medien wie Facebook zur Ansprache genutzt werden.

Ebenfalls wurden die unterschiedlichen Erwartungen an die universitären Gartenbauwissenschaften thematisiert: Der Berufsstand kritisiert die fehlende Hinwendung zu problemlösungsorientierter Forschung und Entwicklung. Das wissenschaftliche Kollegium kritisiert dagegen die mangelhafte Leistungsfähigkeit der Gartenbauwissenschaften hinsichtlich der Erfüllung von durch die Community selbst gesetzten Leistungsparametern wie Drittmitteleinwerbung und Publikationen in renommierten Fachzeitschriften mit hohen Impaktfaktoren. Eine verbesserte Zusammenarbeit mit dem gärtnerischen Berufsstand und die Kommunikation des Nutzens für die gärtnerische Praxis sind ein Lösungsansatz. Forschungsverbünde wie WEGA und ZINEG, sowie die Rolle der Informationsplattform Hortigate an der Nahtstelle von Beratung, Wissenschaft und Praxis wurden hier lobend akzentuiert. Gleichzeitig wurde die Forderung an die Praxis gestellt, dass Gartenbauunternehmen Kooperationen eingehen, um gebündelt Aufträge an die Wissenschaft zu stellen.

Da sich die Technologie in den vergangenen 15 Jahren rapide entwickelt hat, und Forschungsergebnisse zu erheblichen Fortschritten in der Praxis geführt haben, ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Wissenschaft und dem gärtnerischen Berufsstand weiter gestärkt wird. Als eine Möglichkeit zum Austausch und der weiteren Verzahnung wurde im Ergebnis festgehalten, für Veranstaltungen der grünen Branche auch verstärkt Referenten der Hochschulen einzuladen. (ZVG)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.

13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO
13-16 Juni
MEHR INFO
where plants meet people
MEHR INFO