BayWa: Baut Investitionshemmnisse in Smart Farming ab

Am 13. November 2017 hat die BayWa AG ihre Produktneuheiten für herstellerunabhängiges Digital Farming vorgestellt.

BayWa baut Investitionshemmnisse in Smart Farming ab. Bild: GABOT.

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Die BayWa AG hat am 13. November 2017 ihre Produktneuheiten für herstellerunabhängiges Digital Farming vorgestellt. Mit Lösungen, die auf den individuellen Bedarf des Landwirts zugeschnitten sind, baut der Münchener Konzern bestehende Einstiegshürden speziell für kleinere und mittlere Betriebe weiter ab. Laut Umfragen unter Landwirten zu Smart Farming zählen hohe Kosten bei der Anschaffung der Technologie sowie mangelnde Kompatibilität von Landtechnik und Software zu den häufigsten Investitionshemmnissen, noch vor einem fehlenden Breitbandausbau.

„Wir lösen damit unser Versprechen ein, allen Landwirten Smart Farming nutzbar zu machen“, sagte Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG, im Rahmen der BayWa Pressekonferenz zur Agritechnica. Um das Potential umfassend nutzen zu können, bleibe flächendeckend schnelles Internet jedoch eine Grundvoraussetzung, gerade dort, wo Maschinen mit Maschinen kommunizieren. „Darum unterstützen wir den gemeinsamen Aufruf des Deutschen Bauernverbandes und weiterer Wirtschaftsverbände an die Politik nach einer flächendeckenden Glasfaserversorgung“, so Lutz.

Die Digitalisierung verändert auch die Kommunikation der BayWa zum Landwirt. Mit der BayWa Online Welt hat der Münchener Konzern eine Plattform im Internet geschaffen, die - neben den BayWa Standorten und mobilen Diensten - einen dritten, reinen internetbasierten Kanal bietet. Landwirte können zum Beispiel Bestellungen aufgeben, auf Rechnungen und Kontrakte zugreifen. Weitere digitale Funktionen, zum Beispiel die Anzeige von Füllstands-Messdaten aus dem Futtersilo oder Heizöltank, werden in Kürze verfügbar sein. „Die BayWa hat ihre Wurzeln bei ihren Kunden. Ob nun per Skype, Internet-Chat oder vor Ort in der Fläche - wir werden auch weiterhin für die Landwirte persönlich erreichbar sein. Denn persönliche Erreichbarkeit ist die Basis unseres Geschäfts und unseres Erfolgs“, so Lutz.

Mit dem Potential digitaler Plattformen für das AgriBusiness beschäftigen sich auch drei von sechs Start-ups, die in diesem Jahr das Acceleration Programm von BayWa und RWA durchlaufen. Klaus Lutz: „Damit wollen wir vorausschauend Innovationen in der Landwirtschaft entdecken und sie zum Nutzen unserer Kunden mit entwickeln und von ihnen profitieren.“ Sollte eine der Geschäftsideen so überzeugend sein, dass sie ins BayWa Portfolio passt, sei eine Beteiligung möglich.

Software NEXT Farming: Schlüsselrolle im Smart Farming

Um auch in Europa Marktführer im Smart Farming zu werden, hat die BayWa vor zwei Jahren mit der Übernahme der FarmFacts GmbH (ehemals LandData) die Weichen gestellt und die Entwicklung des herstellerunabhängigen Farm Management Systems NEXT Farming angestoßen. Beim Abbau bestehender Investitionshemmnisse in Smart Farming nimmt internetbasierte Software eine Schlüsselrolle ein. Zur Agritechnica sind in NEXT Farming neun neue Anwendungen verfügbar.

NEXT Farming ist ein offenes, modulares Farm Management System. Der Nutzer wählt die Module und Produktlösungen nach seinem persönlichen Bedarf und braucht kein Basismodul. „Das spart unnötige Kosten. Denn der Landwirt kauft nur das, was er wirklich braucht“, sagt Roland Schuler, BayWa Vorstandsmitglied und unter anderem verantwortlich für den Bereich Digital Farming. Mit dem Angebot weiterer Dienstleistungen - zum Beispiel Bodenproben und Pflanzenschutz per Drohne - gehe der Mehrwert für den Landwirt über den einer „reinen“ Agrarsoftware weit hinaus.

Garantierte Sicherheit bei der Erfüllung der neuen Düngeverordnung (DüV) verspricht die Funktion Nährstoffbedarfsberechnung im neuen Modul NEXT Düngung. Der Landwirt gibt lediglich bekannte Parameter seines Betriebes, zum Beispiel Fruchtfolge oder Ertragserwartung, ein und die Software berechnet automatisch den optimalen Nährstoffbedarf nach den Regeln der DüV. „Nach unserer Einschätzung sind von 275.000 Landwirten mindestens 200.000 in unterschiedlicher Form davon betroffen“, so Schuler. „Wir können für jede Betriebsform und -größe einfache Werkzeuge für die Erfüllung der Planungs- und Dokumentationspflicht der Landwirte anbieten.“

Mit dem Modul NEXT Machine Management fällt für Agrarbetriebe schließlich eine bisher wesentliche Hürde bei der Digitalisierung ihrer Produktion: mangelnde Kompatibilität. Gemeinsam mit den sechs Landtechnikherstellern AGCO, Krone, Kuhn, Lemken, Pöttinger und Rauch wird die FarmFacts ein Maschinen-Management-System entwickeln, mit dem alle von Maschinen und Geräten erzeugten Daten herstellerunabhängig verarbeitet werden können. Unter dem Namen „NEXT Machine Management“ wird die Software als neues Modul in NEXT Farming integriert. Ende 2018 soll es europaweit, später auch international, in den Markt gebracht werden.

BayWa auf der Agritechnica

Gemäß dem BayWa Messemotto „Lösungen, die verbinden“ sind digital vernetzte Produkte und Dienstleistungen einer der Schwerpunkte des diesjährigen BayWa Messeauftritts. In Halle 20, Stand A52, werden alle wesentlichen Schauplätze eines landwirtschaftlichen Betriebes abgedeckt: Büro, Feld, Stall und Werkstatt spiegeln sich als thematische Einheit auf dem BayWa Messestand wider. Tägliche Fachvorträge und Fachvorführungen zu aktuellen Themen wie der neuen Düngeverordnung, der Digitalisierung in der Tierhaltung oder zur teilflächenspezifischen Maisaussaat - insgesamt knapp 20 Veranstaltungen - runden die Messepräsenz der BayWa ab. Die BayWa Tochter FarmFacts GmbH stellt sich auf einem eigenen Messestand in der Softwarehalle 15 Stand 15 G06 vor. Schwerpunkt ihres Auftritts sind die eigenen leistungsfähigen Farm-Managementsysteme NEXT Farming und Agrar Office inklusive der enthaltenen Produkt-Neuheiten sowie die über die Vista GmbH gewonnenen Kompetenzen bei der Auswertung von Satellitendaten für die Bestandsführung. (Quelle: BayWa)

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