46. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau

Am 12. September 2017, veranstalteten der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) und der HLBS - Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen e.V. das 46. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg.

Steuerfragen im Gartenbau. Bild: GABOT.

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Unter der Leitung von Helmut Rüskamp, Vorsitzender des ZVG-Arbeitsausschusses für Recht und Steuern und Dipl.-Finanzwirt, Steuerberater Ernst Gossert, Vorsitzender des Steuerausschusses des HLBS, wurden auf dem 46. Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau aktuelle steuerliche und rechtliche Themen erörtert.

Rechtsanwalt Stefan Walter vom Deutschen Bauernverband e.V. gab in seinem Vortrag einen „Überblick über die Steuergesetzgebung“. Neben aktuellen Änderungen zeigte er auch die steuerpolitischen Vorstellungen der Parteien für die nächste Wahlperiode auf. Ein Thema mit noch vielen offenen Fragen griff Steuerberater Timo Noe, Buchstelle LBV GmbH, Weinsberg, in seinem Vortrag „Anwendung der Tarifglättungs-Regelung nach § 32c EStG im Gartenbau“ auf. Ob und wann diese Vorschriften angewendet werden, hänge letztlich von der Genehmigung der europäischen Union ab. Bei Genehmigung sind für die Praxis noch viele Fragen hinsichtlich der korrekten Umsetzung offen.

Der Block der rechtlichen Themen wurde eröffnet durch Alfred Igel, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), Kassel. In seinem Vortag “Insolvenzverfahren – Auswirkungen auf den Sozialversicherungsstatus gärtnerischer Unternehmer“ gab er in gut strukturierten Fallgruppen einen Überblick darüber, wann sich der sozialversicherungsrechtliche Status des Unternehmers im Insolvenzverfahren ändert und wann nicht. Er erläuterte auch wann und unter welchen Voraussetzungen Aufrechnung und Verrechnung bei rückständigen Beiträgen zu den Sozialkassen möglich ist.

Die Ausführungen von Rechtsanwalt Sönke Schmidt, Kanzlei Windeknecht-Güldenpfennig-Schmidt, Kassel, mit dem Thema „Reform des Insolvenzrechts – Verbesserungen für den Gartenbau?“ zeigten auf, an welchen Stellen die Gesetzesreform mehr Rücksicht auf die Gepflogenheiten der Wirtschaft nimmt und damit auch Verbesserungen für den Gartenbau eintreten. Deutlich machte Schmidt allerdings auch, dass an einigen Stellen abzuwarten ist, wie eng oder weit die Rechtsprechung bestimmte Anforderungen auslegen wird.

Einen Überblick über „Gesetzliche Regelungen über Aufzeichnungspflichten von Arbeitszeiten“ gab Rechtsanwältin Romana Hoffmann, ZVG, Bonn. Dabei ging sie auch auf die Besonderheiten bei den Aufzeichnungspflichten ein, die sich durch den allgemeinverbindlichen Mindestentgelt-Tarifvertrag für Landwirtschaft und Gartenbau ergeben. Dieser endet zum 31. Dezember 2017.

Rechtsanwalt und Steuerberater Jan Eike Busse, Busse & Coll. Steuerberatungsges. mbH, Sehnde, griff das umsatzsteuerliche Thema “Vorsteueraufteilung bei Gegenständen mit gemischter (privater/betrieblicher) Nutzung“ auf. Anhand praktischer Beispiele verdeutlichte er, welche Fragestellungen sich ergeben und wie diese gelöst werden können.

„Neues BMF- Schreiben über Zweifelsfragen zu den Investitionsabzugsbeträgen (IAB) nach § 7g EStG“ war der Titel des Vortrags von Steuerberaterin Brigitte Barkhaus, LBH Steuerberatungsges. mbH, Friedrichsdorf. Kompetent und detailliert zeigte sie auf, welche Verbesserung es für die Nutzung des § 7g EStG in der betrieblichen Praxis gibt.

Rechtsanwalt Hans-Josef Hartmann, HLBS, Berlin ging auf „Zweifelsfragen zur Anwendung des Erbschaftsteuergesetzes bei der Übertragung von land- und forstwirtschaftlichem Vermögen“ ein. Wesentliche Punkte waren dabei der Begünstigungstransfer im Fall der Erbauseinandersetzung und die Vermögenszuordnung von leerstehenden und nicht mehr für landwirtschaftliche Zwecke genutzte Wirtschaftsgebäuden.

Ergänzt wurde die Tagesordnung um ein aktuelles Thema. Dr. Marianne Altmann, CO CONCEPT, Luxemburg, und Dr. Bernd Hardeweg, Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e.V. (ZBG), Hannover, stellten das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgelegte Projekt „Betriebsergebnisse effektiv und effizient eingeordnet: Betriebsvergleich 4.0 im Gartenbau“ vor. Neben den geplanten Änderungen und Verbesserungen warben sie auch um Unterstützung durch die beratenden Berufe und die Branche selbst.

In seinem Schlusswort dankte Ernst Gossert den Referenten für die gelungenen Vorträge und den Teilnehmern für die Diskussion. Er wies darauf hin, dass Interessenten sich schon jetzt den Termin 11. September 2018 für das nächste Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau in der Stadthalle in Bonn-Bad Godesberg vormerken sollten. (ZVG)

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