2017: Gefährliche Wetterereignisse und Wetterschäden

Schadensrückblick des Deutschen Wetterdienstes für die letzten 12 Monate.

Schönes Sommerwetter im August. Bild: GABOT.

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Wie schon in den Jahren zuvor traten auch 2017 deutschlandweit viele extreme Wettersituationen auf, die durch ihre Auswirkungen, vor allem durch Sturm, Starkniederschläge, Blitzschlag, Nebel, Glätte, Hagel und Tornados, direkt oder indirekt zahlreiche Menschenleben forderten. Unwetter sorgen zudem regelmäßig in Deutschland für empfindliche Störungen der Infrastruktur, insbesondere im Flug-, Schiffs-, Auto- und Schienenverkehr. Gelegentlich sind diese Beeinträchtigungen von katastrophalem Ausmaß, in jedem Fall jedoch begleitet von beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schäden.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den Wetterverlauf der letzten 12 Monate Tag für Tag und rund um die Uhr überwacht und beobachtet. Er hat dabei etwa 30.000 Mal frühzeitig über Internet, über seine WarnWetter-App und über die Medien vor gefährlichen Wettersituationen gewarnt.

In seinem Schadensrückblick 2017 hat der DWD eigene Beobachtungen sowie Zumeldungen der Nutzer von DWD-Warnungen und Medienberichte über Schäden durch extreme Wettersituationen in Deutschland gesammelt und nach bestem Wissen und Gewissen ausgewertet. Monat für Monat, beginnend mit dem November 2016, beschreibt die nachfolgende Zusammenstellung wetterbedingte Schäden sowie ungewöhnliche oder skurrile Situationen, Tornado- und Hagelmeldungen. Sie erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder letzte Detailtreue. Trotzdem wird erkennbar, wie offenbar zunehmend unser Dasein durch extreme Wettersituationen beeinträchtigt ist.

Bestimmte Ereignisse, wie die verheerenden Spätfröste im April, die Unwetter im Juni und Juli mit Überflutungen und Schlammlawinen oder im Oktober die Orkane „Xavier“ und „Herwart“, die in weiten Teilen Deutschlands den Schienenverkehr lahmlegten, werden noch lange in Erinnerung bleiben. Die nachfolgende Zusammenstellung liest sich wie ein Szenario des Schreckens der Naturgewalten, die uns umgeben. Sie zeigt gleichzeitig aber auch die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen und von möglichst kurzen Reaktionszeiten der Katastrophenschutzeinrichtungen vor Ort nach Herausgabe der amtlichen Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes.

November 2016

Im morgendlichen Nebel fuhr am 2. bei Nordhausen (TH) ein Pkw-Fahrer an einer Autobahnauffahrt gegen eine Verkehrsinsel. Durch Glätte kam es am 3. und 4. zu einigen Unfällen. Am 3. prallte ein Autofahrer bei Gardelegen gegen einen Baum, am 4. ereigneten sich auf der Schellenberg-Brücke bei Donauwörth (BY) gleich sieben Glätteunfälle. Bei plötzlich einsetzendem Starkniederschlag kam es am 6. auf der A5 zwischen Offenburg und Appenweier (BW) zu einer Unfallserie. Ein erster Wintereinbruch mit Schnee führte am 7. zu etlichen Unfällen. So gerieten im Schwarzwald zahlreiche Lkw ins Rutschen und blockierten Straßen. Bei Hinterzarten (BW) erlitt eine Seniorin schwere Verletzungen, als aus einer vorbeiziehenden Kuh-Herde ein Tier ausrutschte und die am Straßenrand stehende Dame unter sich begrub. Am 8. und 9. führte stundenlanger Nassschneefall besonders in Schleswig-Holstein Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern zu starken Behinderungen. Etliche Straßen waren durch Schneebruch blockiert, zahlreiche Lkw blieben liegen, es kam zu Unfällen und langen Staus. Umgestürzte Bäume verursachten Stromausfälle in einigen Orten Niedersachsens sowie Mecklenburgs und behinderten den Bahnverkehr. Bei Lohr (Unterfranken) verlor eine Frau ihr Leben, als sie mit ihrem Fahrzeug von der schneeglatten Fahrbahn abkam und mit einem Laster kollidierte. Auch vom 10. bis 13. kam es durch winterliche Witterung erneut zu Unfällen. So mussten etliche Straßen im Hochtaunus (HE) und im Sauerland (NRW) wegen Schneebruch gesperrt werden. Bei Glatteis zogen sich in Hamburg einige Fußgänger und Radfahrer Verletzungen nach Stürzen zu. Bei gefrierendem Nebel geriet u. a. nahe Hamburg ein Kühltransporter ins Schleudern und rutschte eine Böschung hinunter. Gefrierender Regen führte am 14. und 15. zu zahlreichen Unfällen. Unter anderem überschlug sich am 14. bei Bad Segeberg (SH) ein Pkw nach Kontakt mit einer Leitplanke mehrfach und auf der A620, nahe Saarlouis, ereigneten sich gleich mehrere Glätteunfälle. Am 15. kam es in Südthüringen zu etlichen Glätteunfällen - zudem erlitten mehrere Fußgänger Knochenbrüche. Sturm verursachte vom 18. bis 20., vor allem von Nordrhein-Westfalen bis Schleswig-Holstein, folgende Schäden: Durch einen Blitzschlag geriet in Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (SH) eine Biogasanlage in Brand. In Dortmund-Sölderholz wurde ein Wohnwagen auf ein Feld geweht und zerbrach dabei in seine Einzelteile. Umgestürzte Bäume beschädigten bei Schwerte (Kr. Unna) Oberleitungen und behinderten den Bahnverkehr. Ein Föhnsturm blies am 21. im Schwangau (Ostallgäu) ein Lkw-Gespann um. Bei Nebel ereigneten sich vom 23. bis 28. etliche Unfälle. Beispielsweise übersah am 23. nahe Woldegk (MV) ein Pkw-Fahrer im dichten Nebel einen Fußgänger, der an den Unfallfolgen verstarb. Im Landkreis Oldenburg (NI) kollidierte am 25. ein Schulbus mit einem Sattelschlepper - mehrere Schulkinder und der Fahrer wurden dabei leicht verletzt. Die A10 wurde bei Potsdam infolge einer bei Glätte und Nebel entstandenen Massenkarambolage gesperrt. Drei Menschen verloren im dichten Nebel am 28. auf der A33 bei Borchen (Kr. Paderborn, NW) bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Geisterfahrer ihr Leben. Bei Isselburg (Münsterland, NW) prallte ein Autofahrer bei Glätte gegen einen Baum und starb. Bei gefrierendem Regen und Schneefall kam es am 30. in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Baden Württemberg zu etlichen Unfällen. So löste bei Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) ein rutschender Pkw eine Kettenreaktion aus, bei der schließlich zwei Fahrzeuge gegen eine Garage prallten. Im Erzgebirge blieben mehrere Lkw auf den Straßen liegen.

Dezember 2016

Am 1. kam auf glatter Straße bei Neuried (Ortenaukreis, BW) ein Pkw von der Straße ab und stieß frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen, dessen Insassen schwer verletzt wurden. Die Pkw-Fahrerin verstarb. Sturmböen ließen im Norden und Osten einige Bäume umstürzen - bei Görlitz fiel beispielsweise eine Pappel auf zwei Pkw. Straßenglätte und teilweise Nebel führten vom 3. bis 7. von Hamburg bis zum Großraum Stuttgart sowie in Brandenburg zu mehreren Unfällen. So verstarb bei Groß Twülpstedt (Kr. Helmstedt, Niedersachsen) eine Pkw-Fahrerin nachdem sie auf die Gegenfahrbahn geriet und dort mit einem Lkw kollidierte. In Hamburg ertrank ein Mann, nachdem er mit seinem Auto ins Schleudern geriet, ein Brückengeländer durchbrach und in einem Hafenbecken landete. Im Osten verursachten Sturmböen am 11. Schäden. So musste beispielsweise der Weihnachtsmarkt in Teltow (Berlin-Brandenburg) abgesagt werden. In Dresden wehten Dachziegel von Dächern und Bäume knickten um - einer begrub ein Auto unter sich. Bei Glatteis kam es vom 11. bis 13. in Süddeutschland zu zahlreichen Unfällen. Unter anderem kollidierten auf der Saiger Talbrücke nahe Titisee-Neustadt (BW) acht Fahrzeuge - eine Pkw-Fahrerin kam dabei zu Tode. Bei Albstadt (Zollernalbkreis, BW) landeten herbeigerufene Rettungsfahrzeuge im Graben und am Maserer-Pass bei Reit im Winkl (BY) kollidierten 4 Fahrzeuge. Am 16. und 17. setzte sich die Serie der Glätteunfälle in Oberfranken bzw. im sächsischen Bergland fort. Am 20. war wieder Sachsen betroffen und nahe Coppenbrügge ( Kr. Hameln-Pyrmont, NS) schlitterte eine Pkw-Fahrerin in einer Kurve gegen einen entgegenkommenden Lkw. Durch gefrierenden Regen ereigneten sich am 22. und 23. etliche Unfälle - besonders betroffen waren die östlichen und südlichen Mittelgebirge. Im Solling (NS) geriet z.B. ein Linienbus ins Rutschen und verletzte dabei eine Fußgängerin. Im Hochtaunus (HE) kam es zu Eisbruch. In den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach blieben die Schulen wegen Glatteis geschlossen - auch die Müllabfuhr stellte dort ihren Betrieb ein. In Pleinfeld (Mittelfranken) erlitt eine Zeitungsausträgerin bei einem Sturz lebensgefährliche Verletzungen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag (26.) verursachte Sturmtief „Barbara“ zahlreiche Schäden in Norddeutschland. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Schienen, beschädigten Oberleitungen und Freilandleitungen. So fiel beispielsweise bei Kiel ein Baum auf einen Pkw, dessen Fahrerin verstarb. In Teilen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns fiel zeitweise der Strom aus. Eine Sturmflut überschwemmte den Fischmarkt in Hamburg und einige Nordseefähren stellten den Betrieb ein. An den Inseln Wangerooge und Sylt kam es zu Dünenabbrüchen. Bei Leipzig wurde ein Getreidesilo umgeblasen. Auf der A14 nahe Meitzendorf (Kr. Börde, SH) kam am 27. ein Lkw durch eine Windböe von der Fahrbahn ab und kippte in den Graben. Wegen Niedrigwasser des Rheins musste die Stromproduktion am 28. in Laufenburg (Kr. Landshut, BW) gedrosselt werden. Der Fährbetrieb wurde stellenweise eingestellt - Rheinschiffe konnten nur noch mit leichter Ladung fahren. Bei Glätte ereigneten sich am 30. in den nordrhein-westfälischen Kreisen Unna und Heinsberg einige Unfälle - so verunglückte beispielsweise ein bei Werne von der Fahrbahn abgekommener Pkw-Fahrer tödlich.

Hagel

Am 26. wurde in St. Peter Ording Hagel beobachtet und auf der A4 bei Schwerin führte ein Hagelschauer zu einer Massenkarambolage.

Januar 2017

Am 1. kam es im dichten Nebel auf der A7 bei Memmingen (Unterallgäu, BY) zu einer Massenkarambolage, bei der sechs Personen ihr Leben verloren. Schneefälle am 2. in weiten Teilen Deutschlands führten zu Behinderungen im Schienenverkehr durch eingefrorene Weichen und zahlreichen Unfällen auf glatten Straßen. Beispielsweise verloren zwei Menschen nach der Kollision dreier Fahrzeuge im Kreis Borken (NRW) ihr Leben und bei Grimma (Kr. Leipzig, SN) starb eine ältere Dame, nachdem sich ihr Auto überschlagen hatte. Sturmtief „Axel“ führte vom 3. bis 5. zu erheblichen Schäden und an den Küsten zu einer Sturmflut. Unter anderem wurden auf der ostfriesischen Insel Langeoog Spielsachen angespült, die wahrscheinlich von einem im Sturm verlorenen Container eines Schiffes stammten. An den Inseln Rügen und Usedom gab es Steilwandabbrüche. Etliche Küstenstädte hatten mit Hochwasser zu kämpfen. Im Binnenland behinderten umgestürzte Bäume den Verkehr auf Straßen und Schienen. In Willich (Kr. Viersen, NRW) starb ein junger Autofahrer nachdem er von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Gefrierender Regen verursachte am 7. vor allem in der Nordhälfte zahlreiche Unfälle - Fußgänger und Radfahrer erlitten Verletzungen. Unter anderem schleuderte nahe Hannover ein Pkw-Fahrer gegen einen Baum und verstarb. Mehrere Autobahnen, wie die A7, wo ein Lkw nahe Flensburg (SH) umkippte, mussten gesperrt werden. Anhaltende Schneefälle führten am 10. im Südwesten zu zahlreichen Unfällen. Im Kr. Karlsruhe beispielsweise schleuderte eine Autofahrerin gegen einen Baum und verlor ihr Leben. Am Frankfurter Flughafen kam es zu Flugausfällen und im Taunus fiel an einigen Schulen der Unterricht aus. Auch am 11. kam es bei Eis und Schnee erneut zu Unfällen. Auf der A10 bei Berlin fuhren neun Fahrzeuge ineinander. Nahe dem unterfränkischen Mellrichstadt (BY) kippte ein ins Schleudern geratener Laster um - der Fahrer kam dabei zu Tode. Vom 12. bis 14. verursachten Sturmtief „Dieter“ und Orkantief „Egon“ zahlreiche Schäden - Bäume stürzten um, Dächer wurden abgedeckt, an einigen Schulen fiel der Unterricht aus und im Norden kam es zu einer Sturmflut: Kreuzfahrtpassagiere erlitten bei starkem Seegang Verletzungen. Im Saarland gab es Stromausfälle. Wegen querstehender Lkw wurden einige Autobahnen gesperrt. Es kam zu Zug- und Flugausfällen. Bei Freudenstadt schlitterte ein Pkw-Fahrer in den Gegenverkehr und verstarb. Nahe Hornberg (Ortenaukreis, BW) verlor ein Winterdienstfahrer nach einer Kollision mit einem Baum sein Leben. Bei Schwandorf (Oberpfalz, BY) verletzte ein ins Schleudern geratener Pkw eine Fußgängerin tödlich. In der Nacht zum 17. fuhr im dichten Nebel bei Surwold (Emsland, NI) ein Lastschiff gegen eine Brücke. Dabei wurde das hochgefahrene Führerhaus abgerissen und der Kapitän tödlich verletzt. Durch Schneeverwehungen ereigneten sich am 18. und 19. im Schwarzwald zahlreiche Unfälle: Bei Schwendi (Kr. Biberach, BW) verlor ein Pkw-Fahrer bei einem Aufprall gegen einen Baum sein Leben. Bei Dauerfrost bildeten sich auf etlichen Flüssen Eisschollen. So musste beispielsweise der Schiffsverkehr auf dem Rhein-Main-Donaukanal und auf Teilen der Donau eingestellt werden. Zum Monatsende führte gefrierender Regen zu zahlreichen Unfällen. Unter anderem rutschte bei Königheim (Main-Tauber-Kreis, BW) am 30. ein Autofahrer in den Gegenverkehr und verstarb. Der öffentliche Nahverkehr musste am 31. in Regensburg eingestellt werden. Der Unterricht wurde an etlichen Schulen abgesagt.

Februar 2017

Gefrierender Regen sorgte am 2. in Thüringen, Sachsen und Bayern für etliche Unfälle. Beispielsweise geriet nahe Arnstadt (Ilm-Kreis, TH) ein Autofahrer ins Schleudern und prallte gegen einen Baum und bei Marieney (Vogtlandkreis, SN) kam sogar ein Räumfahrzeug ins Rutschen und landete im Graben. In der Oberpfalz blieben wegen der Glätte teilweise die Schulen geschlossen. Am 4. und 5. kam es erneut zu Glätteunfällen in Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Sachsen. So schleuderte beispielsweise bei Buchholz (im Westerwald, RP) ein Pkw gegen einen Baum - dabei wurde ein Kleinkind schwer verletzt. Auch am 7. und 8. kam es zu Glätteunfällen von Schleswig-Holstein bis Hessen. So kam bei Liebenau (Kr. Nienburg/Weser, NI) ein Pkw-Fahrer an einem unbeschrankten Bahnübergang auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen und kollidierte mit einem Güterzug.

Schneefälle sorgten am 11. in einigen Regionen für Behinderungen. So überschlug sich ein Pkw auf glatter Fahrbahn bei Kerpen (Rhein-Erft-Kreis, NW). Nahe Ahrensburg (SH) wurde die A1 wegen etlicher Unfälle gesperrt. Bei Dornstadt (Alb-Donau-Kreis, BW) kollidierte ein Pkw im dichten Nebel mit einem entgegenkommenden Sattelzug - Fahrer und Beifahrer wurden schwer verletzt. Vom 12. bis 14. gab es erneut Unfälle auf winterlichen Fahrbahnen. So schleuderte nahe Elpenrod (Vogelsbergkreis, HE) ein Pkw an einen Baum. Bei Boek (Kr. Rechlin, MV) rutschte während einer Fahrstunde das Fahrzeug gegen einen Baum. Bei gefrierendem Regen ereigneten sich am 16. und 17. in Baden-Württemberg und Bayern einige Unfälle. So schleuderte bei Lenzkirch (Hochschwarzwald) ein Pkw in einer Kurve und landete in einem Bachbett. Im dichten Nebel berührte am 19. der Pilot eines Kleinflugzeuges bei Extertal (Kr. Lippe, NW) im Landeanflug einige Baumwipfeln und stürzte ab. Sturmtief „Thomas“ verursachte vom 22. bis zum 24. folgende Schäden in weiten Teilen Deutschlands: Ziegel wurden von Dächern geweht, umgestürzte Bäume führten zu Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr. In einigen Regionen wie in Niedersachsen und Franken kam es zu Stromausfällen. Nahe Bad Segeberg (SH) kollidierte ein Zug mit einem umgestürzten Baum. Etliche Fastnachtsfeiern, beispielsweise in Mönchengladbach (NW) mussten abgesagt werden. Bei Blankenhain (TH) wurden Dämmplatten von einer Baustelle auf eine Bundesstraße geweht. Einige Baugerüste lösten sich aus ihrer Verankerung - in Rottweil (BW) wurden dabei 5 Personen verletzt und in Dornhan wurden beim Einsturz eines Podiums mehrere Menschen verletzt. Heftige Windböen erfassten einige Pkw und wehten diese von der Straße. Bei Großrinderfeld (Main-Tauber Kreis, BW) wurde ein Lkw samt Anhänger umgeweht. Nahe Münchberg (Kr. Hof, BY) zerstörten kräftige Böen die Rotorblätter eines Windrades. Am 27. und 28. kam es bei und nach einem Kaltfrontdurchgang zu Gewittern mit Sturmböen; davon betroffen waren vor allem das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen. Bäume, Verkehrsschilder und Bauzäune wurden umgeweht. Bei Greimerath (Kr. Trier-Saarburg, RP) stürzte beispielweise ein Baum auf ein fahrendes Auto. Umgefallene Bäume behinderten im Rhein-Main-Gebiet den Bahnverkehr und blockierten im Vogelsberg Straßen. In Niederdorfelden (Main-Kinzig-Kreis, HE) wurde das Dach einer Werkshalle abgedeckt. In Butjadingen (Kr. Wesermarsch, NI) schob eine Windböe einen Schulbus seitlich in einen Graben - alle 15 Schulkinder konnten unverletzt durch ein Sicherheitsfenster aussteigen.

Hagel

Hagel wurde am 23./24. nachts auf dem Kahlen Asten sowie am 27. auf dem Kahlen Asten und in Aachen-Orsbach registriert.

März 2017

Glatteis führte am 1. nahe Weil im Schönbuch (Kr. Böblingen, BW) zu einer Karambolage mit fünf Fahrzeugen und bei Wilhelmshaven (NI) rutschte eine Pkw-Fahrerin auf glatter Fahrbahn mit ihrem Fahrzeug gegen einen Baum. Sturmtief „Wilfried“ sorgte am 2. hauptsächlich von Nord-Rhein-Westfalen bis Sachsen für Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr. So fiel beispielsweise nahe Wuppertal (NRW) wegen eines umgestürzten Baums der Bahnverkehr aus. Auf der A45 bei Herborn (HE), auf der A38 bei Querfurt (ST) und der A9 bei Bitterfeld (ST) wurden Laster umgeweht. In Berlin blies der Sturm die Mauer eines Rohbaus um; dabei wurden zwei Bauarbeiter schwer verletzt. In Pirna (Kr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) wurden die Dächer von mehreren Garagen abgehoben. Bei Meine (NI) überschlug sich am 3. auf spiegelglatter Fahrbahn ein Pkw - der Fahrer trug schwere Verletzungen davon. Vom 7. bis 9. führten heftige Regenfälle zu Überschwemmungen. Besonders betroffen waren Baden-Württemberg und Bayern. In Siegburg (NRW) rutschte ein am Wegesrand geparktes Fahrzeug bei steigendem Wasser in die Sieg. In der Wutachschlucht (Schwarzwald) kam es zu einem Hangrutsch, in dessen Folge auch ein Hochspannungsmast in die Tiefe zu stürzen drohte - mehrere Zugangswege mussten gesperrt werden. Nahe Fellen (Main-Spessart-Kreis, BY) geriet am 8. eine Pkw-Fahrerin bei Glätte ins Rutschen und kam von der Straße ab. Zwei Personen eines nachfolgenden Fahrzeugs wurden beim Helfen von einem weiteren, über die Straße schlitternden Fahrzeug erfasst und schwer verletzt. Am 14. trat am „Hohen Brett“ (Berchtesgadener Alpen, BY) ein Skibergsteiger eine Lawine los, stürzte ab, wurde von dieser überrollt und schwer verletzt. Glücklicherweise konnte sein Begleiter ihn noch rechtzeitig ausgraben. Sturmtief „Eckhart“ führte am 18. im Norden und Osten Deutschlands zu zahlreichen Schäden, vor allem blockierte Straßen durch umgewehte Bäume und herabstürzende Dachziegel. In Hamburg wurde ein Gerüst aus der Verankerung gerissen, woraufhin die Standfestigkeit der Außenwand überprüft werden musste. Im Kr. Harburg (NI) wehte ein Pkw samt Anhänger in den Graben. Im Kr. Verden (NI) stürzte ein Angler bei heftigem Wind von seinem Boot in die Weser. Bei Zäckericker Loose (Kr. Märkisch-Oderland, BB) kam eine Pkw-Fahrerin durch einen auf ihr Fahrzeug stürzenden Baum zu Tode. In Potsdam verletzte ein losgerissenes Werbeschild zwei Passanten. Starkregen führte in Bayern zu Überschwemmungen. Nahe dem Großen Arbersee (Bayerischer Wald) wurde Geröll auf die Fahrbahn gespült. Trockenheit und teilweise böig auffrischender Wind führten vom 25. bis 30. zu einzelnen Waldbränden in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. So standen am 26. nahe Plettenberg (Märkischer Kreis, NRW) 2000 m2 Wald in Flammen. Am 27. musste bei Horb (Kr. Freudenstadt, BW) eine Bahnstrecke wegen eines Brandes und der damit verbunden Rauchentwicklung gesperrt werden. Bei Geretsried (Kr. Bad Tölz-Wolfratshausen, BY) musste am 29. die Feuerwehr mit einem Großaufgebot einen Waldbrand in einem Naturschutzgebiet bekämpfen. Am 30. kam es nahe Syburg (zu Dortmund, NRW) zu einem Waldbrand.

Tornados

Am 9. deckte ein Tornado bei Kürnach, nahe Würzburg, zahlreiche Dächer ab und zerstörte ein Gartenhaus.

April 2017

Am 1. April verursachten abends auftretende Gewitter vor allem im Bereich Hannover, Celle, Uelzen (NI) etliche Schäden. In Wunstorf kam es durch Starkregen zu Fahrbahn-überflutungen - teilweise liefen Keller voll. Nahe Celle musste auf die Straße gespülter Sand entfernt werden. In Uelzen ergossen sich Schlammmassen auf die B170. Bei Lüneburg verursachte ein Blitzeinschlag einen Dachstuhl- und Wohnungsbrand. In Bad Langensalza und Zimmern (TH) fiel nach einem Blitzschlag der Strom aus. In Erfurt (TH) stand nach einem heftigen Gewitter kurzzeitig der Domplatz unter Wasser. Am 3. setzte bei Neureichenau (BY) eine durch einen Blitz zerstörte Stromleitung eine Wiese in Brand. Bei anhaltender Trockenheit kam es vom 5. bis 12. immer wieder zu Waldbränden. So brannten am 5. nahe dem Köln-Bonner-Flughafen (NRW) über 10 Hektar Wald nieder. Am 9. standen in den Lechauen bei Augsburg (BY) 400 m² Wald in Flammen. Nahe Wiesbaden musste am 12. die Feuerwehr ebenfalls einen größeren Waldbrand löschen. Durch heftige Windböen stürzten am 15. in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und NRW mehrere Bäume um - teilweise waren Straßen blockiert. In Hamburg sorgte ein auf die Gleise gefallener Baum für Behinderungen im S-Bahn Verkehr. Am 17. kam es durch Schnee und Eis zu zahlreichen Unfällen. So musste die A20 bei Strasburg (MV) nach einer Massenkarambolage für mehrere Stunden gesperrt werden. Auch auf der A19 fuhren bei Güstrow (MV) auf glatter Fahrbahn sechs Fahrzeuge ineinander. Nahe Thulendorf (MV) prallte eine Pkw-Fahrerin gegen einen Baum und verletzte sich schwer. Auf der A45 gab es bei Meinerzhagen (NRW) ebenfalls Unfälle und Staus. In den Mittelgebirgen brachen mehrere, schon belaubte Bäume unter der Schneelast zusammen. Auf der A3 bei Neumarkt (BY) verlor eine Frau bei einem Glätteunfall ihr Leben. Auch auf der A93 kam es nahe Weiden (BY) zu mehreren Unfällen mit einer Schwerverletzten. Am 18. kollidierten nahe Peine (NI) auf der A2 auf schneeglatter Fahrbahn gleich mehrere Fahrzeuge - die Autobahn musste zeitweise gesperrt werden. Auch in Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern ereigneten sich Glätteunfälle - unter anderem kam es auf der A4 nahe Ronneburg (TH) und auf der A9 bei Hermsdorf (TH) zu Massenkarambolagen. Bei Zollgrün (TH) wurde ein Pkw von einem, in einer Kurve schleudernden, Lkw erfasst und mehrere Meter mitgeschleift. Auf der A3 bei Passau (BY) fuhren sieben Fahrzeuge ineinander. Spätfrost mit eisigen Nachttemperaturen führte vom 20. bis 21. verbreitet zu enormen Frostschäden an den Blüten und Jungtrieben vieler Kulturpflanzen, vor allem an Obstbäumen und Weinreben. Dies führte später zu deutlichen Mindererträgen. Für die Versicherer war es das wohl teuerste Elementarschadensereignis der letzten Monate. Am 25. verletzte sich nahe Itzehoe (SH) eine bei Glätte ins Schleudern geratene Pkw-Fahrerin schwer. Heftige Schneefälle führten am 26./27. in den Höhenlagen von Baden-Württemberg und Bayern zu Behinderungen - zahlreiche Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert, einige Bahnstrecken wie die Höllentalbahn waren nicht befahrbar. In Zell-Bechingen (BW) brach ein Festzelt unter der Schneelast zusammen, es gab zahlreiche Unfälle. Weiter verletzten sich nahe Lonsee (BW) auf der B10 zwei ins Schleudern geratene Pkw-Fahrer schwer.

Hagel

Am 1. trat im Bereich Hannover, Celle und Uelzen (NI) Hagel mit einem Durchmesser von etwa 2 cm auf. In Celle bildete sich eine Hageldecke von bis zu 15 cm Höhe. Auch bei Erfurt wurde kleinkörniger Hagel beobachtet. In Vollzahn (MV) fiel abends Hagel (2 cm), am 3. auch am Hohenpeißenberg (knapp 1 cm).

Tornados

Am 18. wurde nahe Lindau (BY) ein Tornado über dem Bodensee beobachtet.

Mai 2017

Am 4. verursachten heftige Gewitter Überflutungen im Rhein-Main-Gebiet und Bayern. So stand in Offenbach der Kaiserleikreisel unter Wasser, in Frankfurt lief Wasser in S- 9/16 Bahnhaltestellen - es kam zu Störungen im Bahnverkehr. Am Frankfurter Flughafen musste zeitweise der Betrieb eingestellt werden. In Mainfranken kam es im Bereich Marktheidenfeld zu mehreren Hangrutschen, etliche Straßen waren unpassierbar und zahlreiche Keller überflutet. Auch die Kahlgrundbahn musste ihren Betrieb einstellen. Durch Blitzschläge geriet in Seligenstadt (HE) ein Dachstuhl in Brand, im Allgäu fiel der Strom aus und in München konnte die S-Bahnlinie S7 nicht mehr verkehren. Am 13. und 14. verursachte Starkregen in Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern Erdrutsche und Überflutungen - Straßen wurden gesperrt, zahlreiche Keller liefen voll und Schlammlawinen wälzten sich durch ganze Stadtteile. Unter anderem wurde in Wolfsburg wegen Gewitter ein Fußball-Bundesligaspiel unterbrochen und in Braunschweig-Rautheim geriet nach Blitzschlag ein Dachstuhl in Brand. In Weyhausen (Kr. Gifhorn, NI) stürzte das Dach eines Supermarktes ein, nachdem der Markt überflutet wurde. In Braunschweig und Wolfenbüttel verursachten Blitze Gebäudeschäden. Im Bereich Alzey (RP) wurden Straßen überspült; auch der Bahnverkehr war zeitweise unterbrochen. Am 19. verursachten heftige Unwetter vor allem in der Osthälfte Deutschlands zahlreiche Schäden - es kam zu Straßensperrungen infolge Überflutung, vollgelaufenen Kellern und Schlammlawinen. Ein Blitzschlag im Kr. Stormarn (SH) führte zu einem Stromausfall. Am Flughafen Hamburg saßen Reisende fest. Ein Blitzschlag verursachte Störungen im Hamburger U-Bahnverkehr. Nahe Eisleben (ST) kippte auf der A2 ein mit lebendem Geflügel beladener Lkw bei Starkniederschlag um - etliche Tiere kamen um. Auf der A38 bei Querfurt (ST) drücken Windböen einen Pkw in die Leitplanke. Bei Stadtroda (TH) entgleiste, wegen Geröll und Schlamm auf den Schienen, ein Regionalzug. Dabei erlitten einige Passagiere Verletzungen. Bei Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis, BW) rutschte bei Aquaplaning ein Fahrzeug von der Straße und stürzte in einen Bach. Am 28. gab es hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen Gewitter - in Essen kam es nach Blitzeinschlägen zu Störungen im Bahnverkehr und durch die Ortschaft Eserfey (zu Mechernich, Eifel) ergoss sich eine Schlammlawine. Am 29. und 30. sorgten Unwetter vor allem in der Westhälfte und in Thüringen für Schäden in Form von überfluteten Kellern und Straßen. Außerdem wurde der Flugverkehr am Flughafen Frankfurt unterbrochen. In Aachen wurde eine Radfahrerin von einem Blitz tödlich getroffen. Heftige Windböen ließen in Berlin Bäume umknicken.

Tornados

Am 3. wurde in Herrenberg-Gültstein (Kr. Böblingen, BW) gegen Abend ein Tornado beobachtet. Am 13. gab es mittags in Buch (Kr. Neu-Ulm, BY) einen Tornado und in Ellingsted (Kr. Schleswig-Flensburg, SH) frühnachmittags - hier wurden Gartenmöbel umgeweht. Am 30. beschädigte ein Tornado die 400 Jahre alte Hessenmühle bei Usingen im Taunus - zudem stürzten einige Bäume um.

Hagel (eine Auswahl aus folgenden Regionen)

Am 4. vom Saarland bis nach Bayern, örtlich bildeten sich Hageldecken, z. B. in Kolbenmoor, Kr. Rosenheim, BY, auf denen Fahrzeuge ins Schleudern gerieten. Am 10/16 12./15. auf dem Hohenpeißenberg. Am 13./14. von Niedersachsen bis Thüringen bzw. in der dortigen Südhälfte, bei Korndurchmesser bis 3 cm (u. a. in Dehlitz/Saale und im Anhaltinischen Burgenlandkreis). Am 18. in Aachen-Orsbach, am 19. von Sachsen-Anhalt bis Bayern, bei Korndurchmesser bis 5 cm. Mehrere Meldungen aus Thüringen, dort beschädigte Gebäude und Häuser im Kr. Weimarer Land. Am 28. Meldungen aus Harzheim im Kreis Mechernich (NW), inkl. 5 cm hoher Hageldecke, und aus Schramberg im Kr. Rottweil (BW). Am 29. Meldung aus dem Rheinland; im Raum Osnabrück gab es beschädigte Fahrzeuge und Vegetation. Am 30. entlang eines Streifens von Niedersachsen bis Brandenburg sowie in Sachsen und Baden-Württemberg, mit Korndurchmesser bis 5 cm im Kyffhäuser Kreis, in Nordrhein-Westfalen, im Oberbergischer Kreis und in Duisburg ‒ wobei es zu Gebäudeschäden kam.

Juni 2017

Heftige Gewitter mit Starkregen verursachten am 3. zahlreiche Schäden. Im Kreis Hildesheim (NI) kam es zu starken Überschwemmungen ‒ Autos wurden wegspült und Keller überflutet. In Wesseln (NI) geriet ein Mann in ein Abwasserrohr und wurde mehrere Meter fortgeschwemmt. In Burgschwalbach (HE) liefen Schlammmassen durch den Ort und bei Lorch (HE) wurde ein Kajakfahrer auf dem Rhein von einem Blitz erschlagen. In Weinheim (BW) drückte Regenwasser die Kanaldeckel bis zu 1 m hoch, im Kreis Böblingen (BW) wurde eine Landesstraße auf 1 km Länge mit Schlamm und Geröll überspült. Heftige Windböen führten am 6. zum Abbruch einer Surf-Regatta in Flensburg (SH). In Düsseldorf, nahe St. Wendel (SL) sowie im Rhein-Main-Gebiet behinderten umgestürzte Bäume den Bahnverkehr. Am 7. führte Sturm an der Nordsee zu Unterbrechungen der Schiffsverbindungen, z.B. nach Helgoland. Umgewehte Bäume behinderten den Zugverkehr im Bereich Hannover – Bremen. Am 9. kam es durch heftige Gewitter vor allem in Norddeutschland zu Schäden. So stürzten im Kreis Segeberg (SH) zahlreiche Bäume um. Bei Peenemünde (Usedom) kenterte ein Segelboot durch Gewitterböen ‒ die Insassen mussten 12 Stunden auf Rettung warten. Blitze verursachten Brände und Stromausfälle. Bei anhaltender Trockenheit entstanden am 11. einige Waldbrände, so am Westerholter Schloss (Kr. Recklinghausen, NW). Am 15. musste wegen Niedrigwasser auf der Elbe die Frachtschifffahrt in Sachsen und Sachsen-Anhalt einstellt werden. Am 15. gab es im Westen und Südwesten weitere Unwetter. Besonders betroffen war das Ruhrgebiet: So kam es beispielweise in Mönchengladbach zu Überschwemmungen, in Gelsenkirchen entwurzelten heftige Windböen Bäume und bei Dinslaken verletzte ein umstürzender Baum eine Reiterin schwer. In Rüdesheim (HE) rissen Strom- und Telefonkabel ab. Im Ortenaukreis (BW) stand nach heftigem Regen in Haslach die Unterführung der Schwarzwaldbahn unter Wasser und bei Oberwolfach gab es einen Erdrutsch. Blitze lösten etliche Brände aus. Zwischen dem 18. bis 20. kam es erneut zu Waldbränden. So standen am 19. bei Hann. Münden (NI) 3000 m2 Wald in Flammen. Hohe Temperaturen führten zu lebensgefährlichen Blow-ups auf den Autobahnen, dadurch mussten beispielsweise auf der A6 bei Hockenheim (BW) mehrere Fahrspuren gesperrt werden. Auch am 22. und 23. verursachten heftige Gewitter besonders in Nord- und Westdeutschland zahlreiche Schäden. Es kam zu Behinderungen im Flug-, Schienen- und Autoverkehr. Nahe Gütersloh (NW) mussten beispielsweise etliche Passagiere nach einem Oberleitungsschaden mehrere Stunden in einem ICE ausharren. Durch umstürzende Bäume verloren in Uelzen (NI) und nahe Braunschweig zwei Menschen in ihren Pkw das Leben. Bei Fliegenberg (NI) wurden etliche Schafe von einem umfallenden Baum erschlagen. In Rostock wurden mehrere Tunnel überflutet und in Wolfsburg drangen Wassermassen in Teile eines Automobilwerks. Am 28. zogen schwere Gewitter vor allem über Ost- und Süddeutschland. Unter anderem wurden im Bereich Chemnitz und im Raum Lörrach (BW) Straßen überflutet. Blitze führten zu Bränden, Bäume wurden umgeweht – im Raum Freiberg (SN) kam es zu Stromunterbrechungen. Am 29.und 30. verursachte gewittriger Starkregen im Osten und Norden Deutschlands erneut Schäden. Besonders betroffen war Berlin, wo ganze Straßenzüge im Wasser versanken, U-Bahnstationen überflutet wurden und zahlreiche Autos, u. a. auf der Stadtautobahn A100, von Wassermassen eingeschlossen waren. Es gab massive Behinderungen im Bus-, Bahn- und Flugverkehr. In Stadtteil Charlottenburg musste ein Haus wegen unterspülter Fundamente geräumt werden.

Hagel wurde aus den folgenden Region gemeldet

Am 3. aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern, am 5. aus einigen Orten in Bayern. Am 15. aus Hessen (Korndurchmesser 3 cm), dem Saarland, Baden Württemberg und Bayern. Am 20. aus Aulendorf (Kr. Ravensburg, BW) sowie am 21. aus einigen Orten in Baden-Württemberg und Bayern (Korndurchmesser bis 3 cm). Am 22. viele Orte in ganz Deutschland, wobei die größten Körner mit bis zu 8 cm Durchmesser in Hemer (Märkischer Kreis, NW) fielen - es kam zu beträchtlichen Schäden an Autos und Gebäuden. Weitere Meldungen am 23. von der Zugspitze, am 27. vereinzelte Meldungen aus Bayern, u. a. aus München, Größe bis 5 cm. Hagel auch am 28. in Sachsen; dabei bildete sich in Großschirna (Kr. Mittelsachsen) eine 30 cm hohe Hagelschicht mit Körnern bis 5 cm Durchmesser. Schlussendlich nochmals am 30. auf der Zugspitze.

Juli 2017

Langanhaltende Trockenheit führte zu einem Absinken der Wasserstände in den Talsperren. So war beispielweise Anfang Juli die Okertalsperre (Harz) nur noch zu 37% gefüllt. Vom 6. bis 10. sowie am 12. verursachten Gewitter mit Sturmböen und Starkregen zahlreiche Schäden - Blitzschläge verursachten etliche Brände. Am 6. war die Mitte Deutschlands besonders betroffen. Umgestürzte Bäume führten zu Behinderungen im Bahnverkehr, unter anderem musste die Strecke Köln–Bonn gesperrt werden - auch bei Limburg (HE) saßen 53 Reisende über 2 Stunden in einem Zug fest. Am Flughafen Frankfurt kam es zu Flugausfällen. Am Mittelrhein führte ein Starkniederschlag zu Erdrutschen mit Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr. Bei Miltenberg (BY) wurden mehrere Zeltplätze wegen Sturmböen geräumt. Am 7. deckten heftige Böen zahlreiche Dächer bei Papenburg (Kr. Emsland, NI) ab, rissen im Kr. Vechta (NI) etliche Bäume um und beschädigten Häuser. In Retzin, Kreis Prignitz, (BB) durchschlug ein Baum das Dach eines Hauses. In Baden-Württemberg kam es teilweise zu Stromausfällen. In Konstanz und Friedrichshafen (BW) führte am 8. Starkregen zu Überschwemmungen, Tunnel wurden gesperrt und in einer Klinik liefen Aufzugsschächte voll. Während am 9. der Edersee (HE) wegen Trockenheit nur noch einen Füllstand von 30 Prozent hatte, verursachten andernorts heftige Gewitter Überflutungen. Unter anderem wurde in Saarbrücken die Eingangshalle des Bahnhofs überschwemmt. Bei Ettenbeuren (Kr. Günzburg, BY) stand beispielsweise das Wasser auf einer Straße bis zu 50 cm hoch. Am 10. blieben in Leipzig Fahrzeuge auf überfluteten Straßen stecken. Windbruch führte zu Behinderungen im Bahnverkehr - unter anderem wurde die Strecke Dresden-Prag gesperrt. In Südbaden fuhr eine S-Bahn in einen umgewehten Baum und entgleiste. Am 12. wurden durch Sturmböen in Wolfhagen (Kr. Kassel) mehrere Dächer abgedeckt. In Thüringen kam es zu Stromausfällen und bei Jena wurden Straßenschilder umgeweht. In München brachten Sturmböen ein vier Stockwerke hohes Gerüst zum Einsturz. Vom 18. bis 23. führten erneut Unwetter zu folgenschweren Schäden. Besonders betroffen war am 19. Nordrhein-Westfalen, wobei in Köln zahlreiche Straßen und Keller, eine U-Bahnstation und Teile des Hauptbahnhofs überschwemmt wurden. Es kam zu massiven Behinderungen im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr. Heftige Sturmböen rissen zahlreiche Bäume um. Und in Dortmund wurde eine Frau von einem Baum in ihrem Garten erschlagen. Blitzschläge führten zu etlichen Bränden. Nach Starkregen stand auch die A45 nahe Gießen 10 cm unter Wasser. Wegen umstürzender Bäume wurde am 21. bei Breisach (BW) ein Zeltlager evakuiert. Am Bodensee führte Starkregen u. a. in Sipplingen zu Überflutungen und Schlammlawinen. In Berlin konnten S- und U-Bahnen nicht fahren - Flugzeuge wurden umgeleitet. In Silberstedt (SH) verletzte ein Blitzschlag auf einem Campingplatz mehrere Personen schwer. Nahe Großefehn (Ostfriesland) verunglückte bei Starkregen ein Pkw-Fahrer tödlich. Vom 24. bis 26. führte Dauerregen hauptsächlich im Norden und Osten Deutschlands zu massiven Überschwemmungen, so waren beispielsweise in Goslar und Wolfenbüttel (NI) ganze Straßenzüge überflutet - Anwohner mussten evakuiert werden. Geflutete Bahnstrecken wurden gesperrt und aufgeweichte Deiche mit Sandsäcken gesichert. Die Innerste-Talsperre lief über. Aquaplaning führte zu mehreren Unfällen. Am 30. kam es erneut zu Unwettern. So stand nach Starkregen das Wasser in Westerland bis zu 50 cm hoch in den Straßen. Im Nordosten und Süden rissen Sturmböen Bäume um. Unter anderem wurde die Rheintalstrecke wegen eines Oberleitungsschadens bei Offenburg gesperrt - hunderte Passagiere saßen fest. Heftige Gewitter zogen am 31. über Mosel und Südeifel - wegen Windbruch musste ein Jugendzeltlager bei Ernzen geräumt werden. In Mertesdorf wurde Schlamm und Geröll auf die Straße gespült.

Tornados

Am 14. wurde in Wilhelmshaven und am 25. bei Körbecke (NRW) über dem Möhnesee ein Tornado beobachtet, der einige Segelboote beschädigte.

Hagel wurde aus folgenden Regionen gemeldet

Am 6. verbreitet in der Mitte Deutschland mit Korndurchmesser bis 4 cm, am 7. vor allem im Norden und Osten. Das Brandenburgische Retzin beobachtete Schäden an mehreren Pkw, und Gewächshäusern. Am 8.-10. und am 18. Hagel in Süddeutschland - im Kr. Günzburg, mit zerschlagenen Scheiben und verwüsteten Gärten, und in Eisenberg im Allgäu, wo eine 60 cm dicke Hageldecke lag, am 19. im Westen Deutschlands und in Hessen, mit erheblichen Landwirtschaftsschäden, am 21. im Südwesten - u. a. in Rottweil mit Schäden an Pflanzen, Dächern, Autos und Laternen, und Herrenzimmern, wo 4 cm-Körner Carports durchlöcherten. Hagel auch am 30. im Nordosten und Süden, so beschädigten in Knorrendorf (MV) 3 cm dicke Körner Dächer und Bäume, am 31. auch in Rheinland-Pfalz und Südhessen - in Kaschenbach (Eifel) bildete sich eine Hageldecke von 50 cm Höhe.

August 2017

Gewitterböen und Starkregen verursachten am 1. des Monats im Rhein-Main-Gebiet, dem Taunus und in Ostsachsen erhebliche Schäden. Umgestürzte Bäume führten im Landkreis Starnberg zu Behinderungen im Bahnverkehr. In Rickenbach (Kreis Waldshut) wurde ein Jugendlicher eines Zeltlagers von einem umstürzenden Baum erschlagen. Auf der A8 bei Augsburg kam es in Folge von Starkniederschlägen zu einer Massenkarambolage. Vom 8. bis 12. traten weitere wetterbedingte Schäden und Störungen auf, so wurden am 8. in Duisburg Straßen und Keller überflutet und in Düsseldorf Bäume umgeknickt. Am 9. führten Blitzschläge u. a. in Passau zu Bränden und im Raum Augsburg zu Stromausfällen. Gewittrige Starkniederschläge verursachten in Mittelsachsen Schlamm- und Gerölllawinen, in Pirna spülten sie eine Behelfsbrücke weg. Dauerniederschläge am 11. und 12. ließen im Raum Gießen Bäche und Flüsse über die Ufer treten, Straßen und Keller wurden überschwemmt. In Folge schwerer Gewitter wurde am 15. im Rhein-Main-Gebiet der Flug- und Zugverkehr zeitweise eingestellt. In Otting (BY) stand nach einem Gewitter das Wasser bis zu einem Meter hoch in den Straßen. Sturmböen ließen Bäume umstürzen. In Kelkheim (HE) stand ein Dachstuhl in Flammen. Vor allem in Süddeutschland deckten am 18. Sturmböen mehrere Dächer ab oder rissen Bäume um, im Landkreis Passau wurden ganze Wälder vernichtet. Bei Traunstein (BY) verletzten umherfliegende Gegenstände 50 Besucher eines Festivals. An der A8 bei Bad Reichenhall wehten Gewitterböen am 24. Bäume um. In der Nacht zum 25. stürzten im Raum Freiburg bei Gewitterböen weitere Bäume um. Hagel in Rhein-Hessen verursachte erhebliche Ernteschäden. In Bad Sobernheim brannte ein Dachstuhl, in Gießen standen erneut Straßen unter Wasser. Weitere Unwetter in der Nacht zum 26. ließen in der Mitte Deutschlands zahlreiche Keller volllaufen, Schlammlawinen und entwurzelte Bäume blockierten die Straßen. In der Nacht zum 31. stürzte im Landkreis Zwickau ein Baum auf einen Wohnwagen, Dächer wurden abgedeckt und Stromleitungen unterbrochen. Im Münsterland stürzten Bäume um.

Tornados

Am 20. zog spätvormittags ein Tornado über Rhede (NI); dabei wurden Dächer, Fahrzeuge und Bäume beschädigt. Vor Helgoland wurde eine Wasserhose gesichtet - aber keine Schäden gemeldet. In Waabs (SH) riss ein Tornado Äste von den Bäumen. Am 23. wurde eine Wasserhose im Ostseebad Binz und am 25. eine Wasserhose in Friedrichskoog-Spitze gesichtet, Schäden gab es offenbar aber nicht.

Hagel

Am 1. trat Hagel in Hessen, Baden-Württemberg sowie in Sachsen auf. Körner mit bis zu 5 cm Größe fielen bespielweise in Bad Homburg (HE) und in Überlingen (BW). Am 3. fiel in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern erneut Hagel. Bei Weißenhorn (BY) waren es bis zu 6 cm Durchmesse. Am 9. hagelte es erneut in Bayern. Am 15. gab es Hagelschauer in Baden-Württemberg und Bayern sowie in Bremen. Die Korngrößen betrugen bis zu 5 cm (Weilimdorf/BW, Korntal/BW). Am 18. fiel in Bayern der nächste Hagel (bis 5 cm im Landkreis Amberg Sulzbach) Es kam zu zahlreichen Schäden. Hagel wurde auch aus Baden-Württemberg (bis 6 cm bei Römerstein-Boehrigen) und aus Brandenburg gesichtet. Am 25. erneut Hagelmeldungen aus dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz. Am 27. und 28. traf es nochmals Teile Bayerns, so am 28. den Bereich Ramsau-Schwarzeck-Schmuck.

September 2017

Dauerniederschläge führten am 2. zu Überschwemmungen im Allgäu und in Oberbayern. Einige Straßen, wie beispielsweise in Garmisch-Partenkirchen und um Augsburg, wurden gesperrt. Bei einem heftigen Gewitter mit Starkregen wurden in Hargesheim (Kreis Bad Kreuznach, RP) Straßen mit Schlamm und Geröll überspült. Am 12. fuhren im Starkniederschlag auf der A2 nahe Oelde (NRW) über 40 Fahrzeuge ineinander, zwei Personen kamen dabei zu Tode. Am 13. kollidierten bei Starkregen auf der A2 bei Rheda-Wiedenbrück erneut zehn Fahrzeuge. Orkantief „Sebastian“ entwurzelte vor allem im Norden etliche Bäume, es kam zu Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr - zahlreiche Bahnverbindungen waren unterbrochen. Heftige Windböen verursachten Schäden an Gebäuden und Pkw. Der Fährverkehr zu den Nordseeinseln wurde zeitweise eingestellt. Unter anderem kam es zu folgenden Schäden: Auf der Nordseeinsel Föhr (SH) verletzte ein umfallender Baum eine Fußgängerin schwer. Bei Dagebüll (SH) wurde ein Behelfsdeich überspült, in Büsum landeten 50 Strandkörbe im Wasser und in Husum wurden vier Hallen einer Windenergiemesse geräumt. In Flensburg schlossen Schulen und Kindergärten vorzeitig. In Hamburg erschlug ein umstürzendes Baugerüst einen Mann. Im Kreis Nienburg (NI) rettete die Feuerwehr vier auf der Weser gekenterte Schüler. Nahe Brilon (NRW) wurde ein Vermessungsarbeiter von einem Baum tödlich getroffen. BeiBautzen (SN) wurde ein Lkw auf der A4 umgeweht. Kräftige Schauer mit Starkregen und Gewittern führten am 16. in der Westhälfte Deutschlands, beispielsweise in Hamburg-Wilhelmsburg, in Barsinghausen (bei Hannover) sowie im Kreis Oldenburg (NI) zu überfluteten Straßen. In Harpstedt (Kr. Oldenburg) verursachte ein Blitzschlag einen Schwelbrand in einem Wohnhaus. Nahe Pulheim (bei Köln) kollidierten auf der B59 mehrere Fahrzeuge - eine Frau erlitt dabei tödliche Verletzungen. Bei Stammheim (Kreis Calw, BW) wurde die B463 mit Schlamm und Geröll überschwemmt. Am 24. verursachte ein heftiges Gewitter Überschwemmungen auf dem Gelände des Münchner Oktoberfests. Heftige Gewitter mit Starkregen führten am 26. in der Mitte Deutschlands örtlich zu Unfällen und Überflutungen - so liefen in Wesseling, südlich von Köln, Keller voll und ein Pkw schleuderte gegen eine Betonwand - der Fahrer verletzte sich schwer. Durch Blitzschlag stürzten in Schwelm (NRW) Ziegel von einem Wohnhaus und beschädigten ein davor abgestelltes Auto. Nahe Fritzlar (HE) ergossen sich etliche Schlammlawinen - Orte wie Mandern wurden verwüstet. Am 28. stand nach einem Blitzschlag in Husby (SH) ein historisches Reetdachhaus in Flammen und bei Bredstedt (SH) geriet eine Windkraftanlage in Brand. Starkregen verursachte am 30. Überflutungen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Neben vollgelaufenen Kellern und verschlammten Straßen gab es auch Behinderungen im Bahnverkehr. Ein Motorradfahrer wurde durch einen auf Grund von Aquaplaning aus der Spur geratenen Pkw schwer verletzt.

Tornados

Am 2. konnte ein Tornado über dem Starnberger See (BY) sowie am 3. bei Kressbronn (BW) über dem Bodensee beobachtet werden.

Hagel

Aus folgenden Regionen wurde Hagel gemeldet: Am 2. Raum Essen, Aachen, Saarbrücken und Hargesheim (Kreis Bad Kreuznach, RP). Am 17. bildeten sich in Hamburg und in Barsinghausen (bei Hannover) dicke Hageldecken. Hagel auch am 24. im Raum Ofterschwang (Kr. Oberallgäu), am 30. bei Reutlingen (BW, 10 cm hohe Hagelschicht) sowie vom Hohenpeißenberg.

Oktober 2017

Bei einem heftigen Gewitter mit Starkregen kam es am 3. im Raum Stuttgart zu Überschwemmungen. So wurde die Baustelle von Stuttgart 21 komplett überflutet. Kräftige Windböen ließen Bäume umstürzen und beschädigten Dächer und Pkw. Orkantief „Xavier“ ließ am 5. in Nord- und Ostdeutschland zahlreiche Bäume umkippen - 7 Menschen verloren dabei ihr Leben. Etliche Straßen waren blockiert und der Bahnbetrieb wurde in großen Teilen Norddeutschlands komplett eingestellt - viele Reisende saßen fest. An Flughäfen wie z. B. in Hannover und Berlin kam es zu Unterbrechungen des Flugbetriebs und auf der Nordsee zu Ausfällen beim Fährverkehr. Schadensbeispiele: In Emden behinderte ein abtreibender Autofrachter die Schifffahrt. In Wilhelmshaven (NI) wurde ein tonnenschwerer Kran zur Kohleentladung aus seiner Verankerung gerissen. Ein losgerissener Schwimmkran beschädigte in Bremerhaven mehrere Schiffe. Etliche Dächer, darunter auch das Rathausdach in Lüneburg (NI), wurden teilweise abgedeckt. Im Wendland (NI), in Mecklenburg-Vorpommern sowie Sachsen-Anhalt kam es zu großflächigen Stromausfällen. Im Berliner Zoo wurden 18 Flamingos durch herabstürzende Äste getötet. In dichtem Nebel kam es an mehreren Tagen zu Unfällen im Straßenverkehr. So wurde am 15. auf der A66 nahe Hofheim/Taunus (HE) der Fahrer eines Pannenfahrzeuges von einem Transporter überrollt und verstarb noch am Unfallort. Am 18. fuhr auf der A10 nahe Potsdam ein Lkw auf einen liegengebliebenen Laster auf - beide Fahrzeuge wurden stark beschädigt. Bei Potsdam stießen am 19. ein Transporter und ein Bus zusammen - drei Personen wurden verletzt. Am 28. und 29. verursachte Orkantief „Herwart“ zahlreiche Schäden. Besonders betroffen waren der Norden und Osten Deutschlands. Durch umgestürzte Bäume kam es zu Behinderungen auf Straßen. Der Bahnverkehr in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands wurde eingestellt - zahlreiche Reisende saßen fest. Sturmböen deckten etliche Dächer ab und wehten Baugerüste um. In Berlin erlitt dabei ein Fußgänger durch ein umfallendes Gerüst schwere Verletzungen. In Oldenswort (Nordfriesland, SH) wurde die historische Windmühle stark beschädigt. Vor der ostfriesischen Insel Langeoog lief ein Frachter auf Grund. In Butjadingen (NI) wurde ein Kitesurfer von seinem Board schwer am Kopf verletzt. Bei Wolgast (MV) kenterte ein Motorboot auf dem Peenestrom - zwei der drei Insassen kamen dabei zu Tode. Eine Sturmflut an der Nordseeküste überraschte Camper in einem Strandbad am Jadebusen (NI) - eine Person ertrank, während sich der Bruder an einen Mast geklammert rettete. Die Insel Wangerooge verlor einen Großteil ihres Badestrandes. In Hamburg wurden unter anderem der Fischmarkt und eine Tiefgarage überflutet. In der Hamburger Elbmarsch musste eine vom Hochwasser eingeschlossene Kuhherde gerettet werden. In Bremen landete ein zweistrahliges Flugzeug neben der Landebahn. Auf Sylt und in Westmecklenburg kam es zu Stromausfällen. Im Kreis Rostock stürzte ein Jäger mit seinem Hochsitz um und kam ums Leben. Graupelschauer lösten auf der A20 nahe Bad Doberan (MV) und auf der A4 bei Kodersdorf (Kr. Görlitz, SN) Massenkarambolagen aus. Auch in Süddeutschland kam es zu Schäden. So konnte ein Großraumflugzeug wegen heftiger Böen am Frankfurter Flughafen nicht landen und wurde nach Stuttgart umgeleitet. Auf der B5 bei Schwandorf (Oberpfalz, BY) wurden zwei Pkw in einen Graben geweht. Nahe Regen (BY) fuhr ein Zug in einen umgestürzten Baum.

Hagel

Am 4. und 5. wurde in St. Peter Ording, am 6. in Berlin-Dahlem sowie am 29. in Görlitz Hagel beobachtet. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

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