"Natur im Garten": Kein "Schleimmassel" im Gemüsebeet

Der ergiebige Regen und die milden Temperaturen lassen die hartnäckigste Kontrahentin aller Gartenbegeisterten jetzt zur Höchstform auflaufen.

Spanische Wegschnecke. Bild: © „Natur im Garten"/K. Weber.

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Auf leisen, schleimigen Sohlen surft die Spanische Wegschnecke und auch manch anderer gefräßiger Winzling auf jetzt perfekt feuchtem Untergrund zielgenau Richtung liebevoll bepflanztem Gemüse- und Blumenbeet. Am nächsten Morgen ist von den Übeltäterinnen meist nichts mehr zu sehen – aber der angerichtete „Schleimmassel“ treibt so manchen Gartenfan fast zur Verzweiflung. Guter Rat ist hier gefragt – beim „Natur im Garten“ Telefon, dem ökologischen „Rat auf Draht“ – zählt das Thema Nacktschnecke derzeit zu den häufigsten Anfragen. Die gute Nachricht: Es gibt viele hilfreiche, ökologische Methoden. Die größte Herausforderung stellt wohl die für die Abwehr von Nacktschnecken notwendige Ausdauer und Geduld dar. Die Kombination mehrerer Methoden ist stets ratsam, denn die „eine“ Lösung gibt es leider nicht. Wer jetzt aber hartnäckig dranbleibt, hat gute Chancen das „Schleimmassel“ deutlich einzudämmen.       

„Die Spanische Wegschnecke zählt zu den 100 invasivsten Arten Europas. In Österreich wurde sie durch den Menschen eingeschleppt, sie ist also hier nicht heimisch. Natürliche Gegenspieler können unter anderem Laufkäfer, Glühwürmchen Larven oder Erdkröten sein. Da ausgewachsene Spanische Wegschnecken eine beträchtliche Größe erreichen und einen im Gegensatz zu heimischen Nacktschneckenarten besonders dicken, zähen Schleim absondern, sind sie bei ihren Gegenspielern im hiesigen Ökosystem als Beute weniger beliebt. Regelmäßiges Absammeln zählt zu den effektivsten Methoden zur Eindämmung. Gegen Eier und kleinere Exemplare ist unsere heimische Tierwelt ergänzend eine wertvolle Unterstützung“, so Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“.

Regenwetter-Maßnahmen gegen Nacktschnecken

  • Vergessen Sie eingehend nicht: Es gibt immer solche und solche. Tigerschnegel, Weinbergschnecke & Co übernehmen sehr wichtige Aufgaben, indem sie unter anderem abgestorbenes Material verspeisen. Das Image zahlreicher, nützlicher Schnecken leidet besonders durch zwei Arten: die Spanische Wegschnecke und die Genetzte Ackerschnecke. 
  • Nacktschnecken morgens und in den Abendstunden absammeln sowie Bretter, gebogene Rindenstücke, umgedrehte Tontöpfe oder große Blätter (z.B. Rhabarber) als Fallen auflegen. Diese tagsüber täglich kontrollieren und versteckte Tiere absammeln. Jede abgesammelte Spanische Wegschnecke bedeutet umgerechnet etwa 300 vermehrungsfähige Nachkommen weniger. Tipp: ein Kübel, eine Grillzange und eine Stirnlampe sind sehr nützlich für diese Arbeit.
  • Mechanische oder elektrische Schneckenzäune sowie Schneckenkrägen für einzelne (Jung)pflanzen richtig einsetzen: halten Sie den Bereich neben solchen Barrieren unbedingt frei von Bewuchs, um „Brückenbildung“ für die Schnecken zu vermeiden. Schnecken, die sich noch innerhalb des Zauns befinden, müssen anfangs engmaschig abgesammelt oder abgefangen werden. In Beeten, die bereits mit einem Schneckenzaun umgeben sind, können in den Boden eingegrabene Bierfallen hilfreich sein, um eventuell übersehene oder aus verborgenen Eiern noch schlüpfende Exemplare abzufangen. 
  • Gras/Vegetation rund um Beete und Hochbeete kurzhalten, Rasenschnitt als Mulch möglichst trocken aufbringen und nur dünn auftragen.
  • Boden regelmäßig harken, um Schneckengelege freizulegen. Durch die UV-Strahlung der Sonne gehen die Eier ein. 
  • Mischkultur im Gemüsebeet, dann geht es den Schnecken-Lieblingsgerichten wie Salat & Co nicht mit voller Wucht an den Kragen. Blühende Nutzpflanzen wie etwa Gewürztagetes können in Form einer Barriere als „Opferpflanzen“ gesät werden.
  • Möglich ist auch die artgerechte Haltung Indischer Laufenten, Hühner vertilgen ebenso gerne das eine oder andere Schneckengelege.
  • Die nachhaltigste Methode: nützlingsfördernde Strukturen für heimische Gegenspieler schaffen! Belassenes Laub unter Hecken, Steinhaufen, Totholz und Wilde Ecken beherbergen Helfer wie Laufkäfer, Erdkröte, Glühwürmchen, Hundertfüßer, Spitzmaus, Maulwurf, Blindschleiche, Tigerschnegel und viele mehr. (Natur im Garten)

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