Nachwachsende Rohstoffe als Torfersatz: Warten auf den Durchbruch

Die Entwicklung von Torfersatzstoffen ist von großer Bedeutung, noch konnte aber kein Durchbruch erreicht werden.

Miscanthus in verschiedenen Verarbeitungen. Bild: GABOT.

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Für den Erwerbsgartenbau ist die Entwicklung von Torfersatzstoffen von großer Bedeutung. Ideal wäre ein regionaler und nachwachsender Rohstoff, der extensiv angebaut werden kann.

Die Entwicklung von Torfersatzstoffen für den Erwerbsgartenbau auf Basis regionaler und nachwachsender Rohstoffressourcen war Thema zweier Forschungsarbeiten, die der Substrathersteller Gramoflor mit einer Förderung durch das Niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. in Zusammenarbeit mit dem 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn durchgeführt hat.

Die im Sommer 2017 abgeschlossenen Projekte befassten sich zunächst mit der Findung und Veredelung von geeigneten Rohstoffpflanzen; in der Folge wurden dann verschiedene Vor- und Intensivversuche durchgeführt. Am Ende blieben nur zwei nachwachsende Substratrohstoffe übrig: Miscanthus und Schilf zeigten im Verhältnis z.B. zu Sida, Pappel, Weide oder Topinambur die besten Ergebnisse.

Doch ein echter Durchbruch war nicht zu verzeichnen: Pflanzen mit Miscanthus- oder Schilfbeimischung im Substrat zeigten immer noch ein geringeres Wachstum als die Kontrollvarianten, das sich mit steigenden Beimischungsraten weiter verschlechterte. Zwar zeigten sich Baumschulpflanzen in den Tests als nicht so empfindlich, grundsätzlich gibt es aber immer noch viele Probleme zu lösen. Eines davon ist die N-Fixierung, die mit steigendem Anteil eines nachwachsenden Rohstoffs weiter zunimmt. Ein anderes Problem ist die Tatsache, dass Substrate mit hohen Beimischungsraten in der Regel über eine stärkere Drainagefähigkeit verfügen, was zu höherem Pflegeaufwand in der Pflanzenproduktion führt.

„Die Rohstoffe sind bislang nicht für den kommerziellen Einsatz bereit“, sagt Markus Frerichs, Teamleiter der Gramoflor Forschungs- und Entwicklungsabteilung. „Es ist weiterhin viel Forschungsarbeit notwendig“. Ansätze für die weitere Forschung sieht Frerichs u.a. in einer anderen Aufbereitungstechnik der Rohstoffe und in einer Anpassung der Düngestrategie, die der N-Fixierung entgegen wirken könnte. In jedem Fall bestehe aber die Notwendigkeit, weiter an Nachwachsenden Rohstoffen zu arbeiten.

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