NABU: Verbot aller Neonikotinoide gefordert

Miller: Neonikotinoide haben vermutlich großen Anteil am Insektensterben / Schädlichkeit hinreichend nachgewiesen.

NABU fordert vollständiges Verbot aller Neonikotinoide und ähnlicher Wirkstoffe. Bild: NABU.

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Angesichts der am 27. April 2018 stattfindenden EU-Abstimmung zur Zukunft dreier bienenschädlicher Neonikotinoide fordert der NABU ein vollständiges Verbot aller Neonikotinoide sowie ähnlicher Wirkstoffe in der EU.

„Seit Jahren häufen sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie riskant diese Wirkstoffe sind. Und zwar für Insekten, Fledermäuse und Vögel gleichermaßen. Neonikotinoide stellen eine ernsthafte Bedrohung für die biologische Vielfalt dar. Zudem müssen wir davon ausgehen, dass sie großen Anteil am Insektensterben haben können“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Am 27. April 2018 stimmen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten über die weitere Zulassung der drei am häufigsten eingesetzten Neonikotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin ab. Geht es nach Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Frankreich oder den Niederlanden, stünde einem EU-weiten Verbot nichts im Wege. Allerdings ist die erforderliche Stimmenmehrheit nicht gesichert, mehrere Staaten haben sich bislang noch nicht zu einem Verbot bekannt.

„Dass die drei Wirkstoffe zur Diskussion stehen, ist ein entscheidender Schritt zur Rettung der Artenvielfalt. Doch er reicht längst nicht aus. Wenn die Bundesregierung es mit dem Schutz von Bienen und Insekten ernst meint, müssen alle Neonikotinoide und ähnlich wirkenden Insektizide komplett vom Markt verschwinden. Bei dem extremen Rückgang der Insekten können wir es uns nicht leisten, weiterhin derartig gefährliche Stoffe einzusetzen“, so der NABU-Bundesgeschäftsführer.

Als nächster Schritt müsse EU-weit zudem eine deutliche Reduzierung aller Pestizide folgen sowie weitere Verbote besonders gefährlicher Wirkstoffe. Der NABU begrüßt daher, dass sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze am 25. April 2018 für einen grundsätzlich restriktiveren Einsatz bei allen Pflanzenschutzmitteln ausgesprochen hat. „Um die Artenvielfalt zu retten, muss die EU ihre Agrarpolitik aber grundsätzlich naturverträglicher ausrichten und damit auch Anreize für einen nachhaltigeren Pestizideinsatz schaffen“, so Miller.

EU-weit sind derzeit noch vier weitere Neonikotinoide zugelassen sowie mehrere ähnlich wirkende Insektizide. Neonikotinoide breiten sich in der gesamten Pflanze aus, auch in Wurzeln oder Blüten. Sie stören die Fortpflanzung und Orientierung von Insekten. Auf einige Arten wirken sie unmittelbar tödlich. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass höchstens 20% des Neonikotinoid-Wirkstoffs von Pflanzen aufgenommen werden. Der restliche Anteil geht in Boden oder Wasser über, wo er sich über Jahre anreichern und auch Folgekulturen oder benachbarte Flächen verunreinigen kann. (Quelle: NABU)

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