Nüsse nicht ernten, sondern sammeln

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Im Gegensatz zur sonstigen Gewohnheit, Früchte zu ernten, ist es bei Haselnüssen und Walnüssen notwendig, darauf zu warten, dass die Früchte von sich aus mitteilen, wann sie reif sind. Sie fallen von selbst auf die Erde. Je nach Witterungsverlauf des Jahres kann sich die Reifezeit über zwei bis vier Wochen hinziehen, meldet die Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn. Wer Nüsse nicht alle zwei Tage aufsammelt, riskiert, dass Waldmäuse, Eichhörnchen oder andere Interessenten einen nennenswerten Teil der Ernte beiseite schaffen.

 

Frische Haselnüsse müssen erst im Lager nachreifen, bevor sie verzehrt werden können. Walnüsse kann man direkt essen, sollte aber vorher die dünne Haut abziehen, da diese bitter schmeckt. Wenn sie länger aufbewahrt werden sollen, brauchen auch Walnüsse eine Nachreife. Dazu werden sie zunächst mit einer Wurzelbürste geschrubbt, um die Reste der grünen Fruchtschale zu beseitigen. Nüsse mit Löchern müssen aussortiert werden, da sie sich nicht haltbar sind. Bleichen und Schwefeln ist nicht erforderlich.

 

Walnüsse und Haselnüsse kann man auf Holzsteigen oder Drahtsieben in dünner Schicht gemeinsam trocknen. Dazu stellt man die Steigen im Schatten, bei leichtem Durchzug, zum Beispiel auf dem Dachboden oder unter einem Vordach, aber keinesfalls in der Sonne, auf. Starke Erwärmung, auch Heizungsluft, schadet Nüssen. Anfangs werden die Nüsse täglich gewendet. Insgesamt dauert der Trocknungsvorgang etwa vier Wochen.

 

In manchen Jahren haben Haselnüsse ein rundes Loch. Diesen Nüssen fehlt der Kern, aufgefressen wurde er von der Raupe des Haselnussbohrers. Die Raupen suchen zur Reifezeit der Nüsse ihr Winterquartier unter den Haselnusssträuchern auf, wo sie sich etwa 10 cm tief vergraben. Die Bekämpfung ist schwierig. Deshalb sollte man alle befallenen Früchte aufsammeln und vernichten und die Erde rund um den Haselnussstrauch vorsichtig aufhacken, um die Entwicklung der Raupen zu stören.

 

Walnüsse mit dünner oder löchriger Schale, so genannte Papiernüsse, treten je nach Sorte und Jahreswitterung unterschiedlich häufig auf. Es ist eine Sorteneigenschaft, die man kaum beeinflussen kann. In kühlen und nassen Jahren kommen defekte Nüsse häufiger vor als in warmen und trockenen Jahren. (lwkrhl)

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