METRO: Stellt Finanzkennzahlen 2021/22 vor

Im 1. Halbjahr 2021/22 hat sich METRO in einem durch die Pandemie und dem Krieg in der Ukraine geprägten Umfeld behauptet.

In Deutschland stieg der berichtete Umsatz in Q2 2021/22 um 2,6%. Bild: METRO.

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Nach dem Auslaufen der meisten Covid-bedingten staatlichen Einschränkungen erholte sich das Geschäft der HoReCa-Kunden in allen Regionen deutlich. Diese Erholung in Verbindung mit der Inflation hat bei METRO zu einem starken Umsatz- und Ergebniswachstum auf über das Vor-Pandemie-Niveau beigetragen. Zugleich belasten die Folgen des Krieges das Periodenergebnis in Q2 2021/22. Der Gesamtumsatz in lokaler Währung stieg in Q2 2021/22 um 26,3%, getrieben vorwiegend durch die Segmente West und Ost. Dabei hat METRO in allen Vertriebskanälen zugelegt. Der Umsatz im stationären Geschäft wuchs auf 4,9 Mrd. Euro (+14%), der Belieferungsumsatz auf 1,4 Mrd. Euro (+73%) und der Umsatz des Online Marktplatzes METRO MARKETS auf 16 Mio. Euro (+166%). Das EBITDA bereinigt stieg auf 157 Mio. Euro (VJ: 114 Mio. Euro) und lag über dem Vor-Pandemie-Niveau.1 Insbesondere das Segment West trug zu dieser positiven Entwicklung bei.

Im H1 2021/22 erhöhte sich der Gesamtumsatz in lokaler Währung um 22,5%. Das EBITDA bereinigt verbesserte sich auf 678 Mio. Euro (VJ: 490 Mio. Euro). Zu dem Wachstum trugen insbesondere die Segmente West und Ost bei. Vor dem Hintergrund der besser als erwarteten Geschäftsentwicklung hat METRO am 21. April 2022 seine Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22 erhöht. Bedingt durch saisonale und kriegsbezogene Effekte stieg die Nettoverschuldung zum 31. März 2022 auf 3,9 Mrd. Euro (31.12.2021: 3,1 Mrd. Euro), blieb jedoch unter dem Vorjahreswert (31.3.2021: 4,5 Mrd. Euro).

„Das 1. Halbjahr unseres Geschäftsjahres sendet eine klare Botschaft: METRO wächst mit seinen Kunden und setzt im Multichannel-Mix auf die richtigen Wachstumstreiber. Der Umsatzanteil des Belieferungsgeschäfts Food Service Distribution (FSD) lag in Q2 mit 22% am Gesamtumsatz auf Rekordniveau und wächst weiter. Unser Online- Marktplatz METRO MARKETS hat seinen Umsatz mehr als verdoppelt. Und mit der jüngst erfolgten Übernahme des niederländischen Point-of-Sale Anbieters Eijsink erweitern wir das Portfolio an digitalen Lösungen für HoReCa-Kunden bei Hospitality Digital“, so Dr. Steffen Greubel, Vorstandsvorsitzender der METRO AG. „Gleichzeitig fordert der Krieg in der Ukraine uns alle heraus. Unsere größte Sorge gilt unseren 3.400 Mitarbeitern dort und wir unternehmen seit Kriegsbeginn große Anstrengungen, um den operativen Betrieb unserer Großhandelsmärkte zur Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln aufrechtzuerhalten. Wir beobachten die weitere Entwicklung sehr genau und werden die indirekten Folgen wie die hohe Inflation sowie Beeinträchtigungen in den Lieferketten aktiv managen.“

Der Krieg in der Ukraine hat negative Auswirkungen auf das Periodenergebnis in Q2 2021/22 mit über 200 Mio. Euro. Die Abschreibungen stiegen in Q2 2021/22 um 114 Mio. Euro auf 319 Mio. Euro (VJ: 205 Mio. Euro), verursacht vor allem durch Wertminderungen in Höhe von 118 Mio. Euro (VJ: 5 Mio. Euro). Darin enthalten sind Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 51 Mio. Euro, wovon auf METRO Russland 33 Mio. Euro entfallen und auf METRO Ukraine 17 Mio. Euro als Folge der reduzierten Umsatz- und Ergebniserwartungen wegen des Krieges in der Ukraine und der verhängten Sanktionen. Die Wertminderungen auf Sachanlagevermögen in Höhe von 67 Mio. Euro entfallen überwiegend auf die Ukraine in Höhe von 46 Mio. Euro und Russland in Höhe von 16 Mio. Euro.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung nach Segmenten

In Deutschland stieg der berichtete Umsatz in Q2 2021/22 um 2,6%. Insbesondere die anhaltend gute Entwicklung von Rungis Express und die gute Entwicklung des HoReCa-Geschäfts nach der Lockerung der staatlichen Restriktionen trugen hierzu bei und konnten die rückläufigen Tabakumsätze und SCO Umsätze kompensieren.

Das HoReCa-Geschäft entwickelte sich erneut besser als der Markt. Das EBITDA bereinigt betrug -4 Mio. Euro (VJ: 9 Mio.Euro). Der Rückgang ist vor allem auf gestiegene Kosten durch ein vermehrtes FSD Geschäft und höhere Personalkosten aufgrund von Tariferhöhungen im aktuellen Jahr und Covid-19 bedingter Kurzarbeit im Vorjahr zu- rückzuführen. Im H1 2021/22 stieg der berichtete Umsatz um 1,5%. Das EBITDA bereinigt betrug im selben Zeitraum 79 Mio. Euro (VJ: 77 Mio. Euro).

Im Segment West stieg der berichtete Umsatz in Q2 2021/22 deutlich um 47,6%. Hierzu trugen alle Länder mit einem zweistelligen Wachstum bei. Die größten Umsatzzuwächse verzeichneten dabei Frankreich, Italien und Portugal mit Wachstumsraten von über 50 %. Das METRO HoReCa-Geschäft in Frankreich, Spanien und Italien entwickelte sich erneut besser als der Markt. Das EBITDA bereinigt stieg signifikant auf 52 Mio. Euro (VJ: -12 Mio. Euro). Der berichtete Umsatz stieg im H1 2021/22 um 41,1%. Im selben Zeitraum erreichte das EBITDA bereinigt 254 Mio. Euro (VJ: 82 Mio. Euro).

In Russland stieg der Umsatz in lokaler Währung in Q2 2021/22 um 15,8%. Das Umsatzwachstum war unter anderem getrieben durch Inflation und Hamsterkäufe. Der berichtete Umsatz stieg währungsbedingt nur um 7,9%. Das EBITDA bereinigt lag bei 34 Mio. Euro (VJ: 32 Mio. Euro), adjustiert um Wechselkurseffekte stieg der Wert um 6 Mio. Euro. Im H1 2021/22 entwickelte sich der Umsatz in lokaler Währung mit 11,2% positiv. Der berichtete Umsatz wurde von positiven Wechselkurseffekten, die in Q1 2021/22 anfielen, unterstützt und stieg um 13,5%. Das EBITDA bereinigt erreichte 115 Mio. Euro (VJ: 101 Mio. Euro), adjustiert um Wechselkurseffekte stieg der Wert um 12 Mio. Euro.

Im Segment Ost stieg der Umsatz in Q2 2021/22 in lokaler Währung um 21,6%. Zu dem Wachstum trugen nahezu alle Länder bei. In der Ukraine brach der Umsatz kriegsbedingt ab Ende Februar ein und ging insgesamt um -5,5% zurück. Die deutlich positive Entwicklung des HoReCa-Geschäfts unterstützte das Umsatzwachstum des Segments. Die Türkei verzeichnete den größten Umsatzzuwachs, der jedoch stark durch Inflation getrieben war. Bedingt durch negative Wechselkurseffekte, insbesondere in der Türkei, stieg der berichtete Umsatz um 16,7%. Im Vergleich zum Vorjahr sank das EBITDA bereinigt auf 44 Mio. Euro (VJ: 56 Mio. Euro) aufgrund von Einmaleffekten, die das EBITDA im Vorjahr erhöhten und umsatzbedingter Ergebnisrückgänge sowie Abschreibungen auf Vorräte und operativer Beeinträchtigungen in der Ukraine. Angepasst um Wechselkurseffekte ging das EBITDA bereinigt um -8 Mio. Euro zurück. Im H1 2021/22 entwickelte sich der Umsatz in lokaler Währung mit 18,7% positiv. Der berichtete Umsatz stieg um 15,7 %. Im 1. Halbjahr stieg das EBITDA bereinigt auf 184 Mio. Euro (VJ: 169 Mio. Euro), adjustiert um Wechselkurseffekte erhöhte sich das EBITDA bereinigt um 21 Mio. Euro.

Im Segment Sonstige lag das EBITDA bereinigt bei 31 Mio. Euro (VJ: 29 Mio. Euro). Im 1. Halbjahr erreichte das EBITDA bereinigt 47 Mio. Euro (VJ: 62 Mio. Euro).

Zum 31. März 2022 umfasste das Standortnetz 672 Standorte, davon 563 mit Out-of-Store (OOS) Belieferung, und 66 Depots. In Q2 2021/22 wurde 1 Standort inklusive OOS in Frankreich eröffnet.

Ausblick

METRO erwartet im Rahmen der am 21. April 2022 angepassten Prognose ein Umsatzwachstum von rund 9% bis 15% gegenüber dem Vorjahr (bisher: 3% bis 7%) sowie ein bereinigtes EBITDA leicht bis moderat über Vorjahr (bisher: auf Vorjahresniveau).

Der Ausblick unterstellt stabile Wechselkurse und keine weiteren Anpassungen des Portfolios. Eine weitere Eskalation des Krieges und/oder weitere Sanktionen könnten zu zusätzlichen negativen Auswirkungen auf das Geschäft führen, insbesondere in der Ukraine und in Russland.

Die Umsätze in den Segmenten West und Ost werden voraussichtlich überproportional wachsen. Für Deutschland wird ein unterproportionales Wachstum erwartet. Für Russland wird ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet. Die Entwicklung des bereinigten EBITDA wird in den Segmenten mit Ausnahme des Segments Ost der Umsatzentwicklung folgen. Aufgrund kriegsbedingter Abschreibungen auf Vorräte und operativer Beeinträchtigungen in der Ukraine wird für das Segment Ost ein Rückgang zum Vorjahr erwartet. (METRO)

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