LWG: Erfolgreiches interdisziplinäres Projekt

Allein in Deutschland gibt es rund 600 verschiedene Arten von Wildbienen. Wild- und Honigbienen sind wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen und tragen so zu einer vielfältigen Pflanzenwelt bei.

LWG-Azubis bauen Nisthilfen für Wildbienen. Bild: Jeannine Steinkuhl, LWG Veitshöchheim.

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Die Samen und Früchte der Pflanzen machen unseren Speisezettel abwechslungsreich und sind für viele Wildtiere wie Vögel wichtige Nahrungsquellen. Bienen benötigen Nektar und Pollen für ihre Ernährung. Die einzeln lebenden Wildbienenarten benötigen Nistplätze, die leider immer knapper werden. Während bodenbrütende Tiere auf offenen oder schütter bewachsene Bodenstellen, Wegen oder an Abbruchkanten Lebensräume finden, benötigen Höhlenbrüter Fraßgänge in Totholz, hohle und markhaltige Pflanzenstängel. Für diese Tiere lassen sich leicht Nistplätze schaffen – Mauerbienen, Lehm- und Grabwespen ziehen dann schnell ein. Die Azubis der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim haben im Rahmen eines Projektes jetzt selbst solche Nisthilfen gebaut.

Rund 20 neue Nisthilfen

Insgesamt sind rund 20 neue Nisthilfen für die Wildbienen entstanden. Die Nisthilfe besteht aus einer Weinkiste, in die u.a. Holzscheite aus Buchenholz eingesetzt wurden. Die Löcher im Längsholz locken unterschiedliche Tiere an, ebenso die Pappröhren mit verschiedenen Durchmessern, die gebündelt in Konservendosen zahlreichen Wildbienenarten Unterkunft bieten. Ein Niststein aus gebranntem Ton bietet auch anspruchsvollen Gästen Platz. Ein Gitter davor hält Vögel ab, die angelegten Nester aufzupicken. Die Materialkosten liegen bei rund 50 Euro. Die Nisthilfen werden auf dem gesamten LWG-Gelände an allen Standorten (Veitshöchheim, Thüngersheim, Bamberg) aufgestellt. Wichtig ist, dass der Standort vor Wind und Regen geschützt ist. Er sollte außerdem nicht zu schattig sein. Wasser in der Nähe und ein gutes Angebot an Blühpflanzen als Nahrungsquelle sind natürlich genauso von Bedeutung. Es sollte auch ausreichend Platz zwischen Nisthilfe und Boden geben (Minimum 0,5m). Damit sind die Tiere bestens geschützt. Von „Bienenhotels“ aus dem Baumarkt raten die Expertinnen und Experten der LWG eher ab. Es gibt nämlich eine Reihe von Faktoren, die wichtig sind für das Wohlergehen der darin nistenden Wildbienen. So sollte man zu Hartholz greifen, in das Löcher in das Längsholz gebohrt werden, mit Bohrdurchmessern von 2-9 mm und Bohrtiefen von 8-10 cm. Die Löcher sollten keine Fasern haben, die nach innen zeigen, da sie zu Verletzungen bei den Wildbienen führen können. (LWG Bayern)

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