LfL: Pilotversuch für die Zukunft des Donaumooses

Beim Projekt "StabiLand" geht es um Ackerbau bei höheren Wasserständen - Forschungsprojekt läuft an.

In Karlshuld erläuterten die Projektpartner die Ziele des Pilotversuchs "StabiLand" im Donaumoos. Bild: Stefan Janda, Donaumoos-Zweckverband.

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Wie lassen sich Ackerbau und erhöhte Wasserstände im Donaumoos kombinieren? Diese Frage soll das Projekt "StabiLand" beantworten. Das bayerische Landwirtschaftsministerium stellt dazu über die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Geld für das größte Niedermoor Süddeutschlands zur Verfügung. Die ersten Testflächen gibt es schon. Nun hoffen die Projektpartner, darunter die Interessensgemeinschaft "Unser Donaumoos", auf weitere Mitstreiter.

Um das große Ziel, eine Zukunft für die markante Landschaft in den beiden Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen und Aichach-Friedberg, zu erreichen, müssen alle Akteure nicht nur an einem Strang ziehen. Sie müssen auch neue Wege gehen und verschiedene Lösungsansätze ausprobieren. Zu dieser Versuchskategorie gehört das Projekt "StabiLand", das bis Ende 2028 läuft und über das 665.000 Euro ins Donaumoos fließen sollen.

"Im Projekt experimentieren Landwirte freiwillig auf Pilotflächen über einen Zeitraum von fünf Jahren", erklärte Projektleiterin Dr. Annette Freibauer, Vize-Präsidentin der LfL, bei einem Pressegespräch im Donaumoos. Die Landwirte selbst würden dabei bestimmen, welche Kulturen sie bei höheren Wasserständen anbauen. "Teilweise nutzen sie bekannte Pflanzen", so die Fachfrau, "teilweise experimentieren sie mit neuen Pflanzen, die gut mit nassen Bedingungen zurechtkommen." Das könnten beispielsweise verschiedene Gräser, aber auch Hanf oder Schilf sein.

Die Initiative für das Projekt kommt aus der Landwirtschaft selbst. "Wir gehen hier in eine Vorreiterrolle für das Donaumoos", erklärte Gerhard Dittenhauser, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft "Unser Donaumoos". Diese hat sich gegründet, um die Entwicklung im Niedermoor konstruktiv zu begleiten. Und dazu gehört in seinen Augen das Ausprobieren auf der Fläche als ganz wesentliches Instrument. "Wir brauchen diese Anbauversuche, um langfristig ein Wassermanagement im Donaumoos auf die Reihe zu bekommen", so Dittenhauser, der nur auf diese Weise eine Zukunft für die Landschaft als Siedlungs-, Wirtschafts- und Kulturraum sieht. Das ist auch die Meinung von Annette Freibauer. "Wir hoffen, dass die Erfahrungen Schule machen und helfen, dass genug Wasser für gute Erträge im Donaumoos bleibt", sagte sie.

Doch wie läuft das in der Praxis ab? Interessierte Landwirte können ihre Ackerflächen für eines von zwei möglichen Versuchsmodellen anmelden – entweder für eine fünfgliedrige Fruchtfolge oder für den Anbau von Versuchskulturen. Ziel ist in der Folge der Stopp der Entwässerung beziehungsweise ein regelbarer Wasserrückhalt, also ein Anstau, für den wiederum eine Versuchsentschädigung fließt. "Erfolgreicher Ackerbau ist bei wesentlich höheren Wasserständen als heute möglich", betonte die Projektleiterin im Gespräch mit den Medien. Bei der Umsetzung kommen zudem die Partner vor Ort ins Spiel. Der Donaumoos-Zweckverband kümmert sich mit Grundwassermessstellen um das Monitoring der Flächen, das Donaumoos-Team ist für die landwirtschaftliche Beratung sowie für die hydrologische Bewertung der Äcker zuständig.

Verbandsgeschäftsführer Michael Hafner sieht im Projekt einen wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Donaumoos-Entwicklung. "Wir erhoffen uns von StabiLand wichtige Erkenntnisse für die Praxis“, betonte er. Vor allem die Einbindung der Landwirtschaft sei nur zu begrüßen. Und Gerhard Grande, Koordinator des staatlichen Donaumoos-Teams, sieht den Wasserrückhalt im – vor allem im Sommer trockenen – Zentralmoos als bedeutenden Baustein. "Denn auch hier, wo in den ersten Schritten kein Potenzial für Wiedervernässungsmaßnahmen besteht, brauchen wir Entwicklungsoptionen", erklärte er.

Mitinitiator Dittenhauser erhofft sich durch den Projektstart mit den ersten Testflächen, dass in den nächsten Jahren weitere Interessierte mitmachen. "Nur mit solchen Versuchen können wir die Leute für unsere Ziele begeistern", erklärte der IG-Sprecher. Für dieses Jahr drängt allerdings die Zeit: Die Frist für das Modell mit fünfgliedriger Fruchtfolge endet am 15. Juni. Die Meldung für den Anbau von Versuchskulturen ist unterdessen erst wieder im kommenden Jahr möglich, da diese auch im Mehrfachantrag auszuweisen sind. (LfL)

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