Landesgartenschau Kirchheim 2024: Bald geht's los

Unter dem Motto "Zusammen.Wachsen." öffnet die 37. Bayerische Landesgartenschau am 15. Mai ihre Tore in der Gemeinde Kirchheim b. München.

Eröffnungs-PK inmitten von Frühjahrsblühern (v.l.): Maximilian Heyland, Geschäftsführer Kirchheim 2024 GmbH, Maximilian Böltl, MdL, Umweltminister Thorsten Glauber, Christoph Göbel, Landrat des Landkreises München, Stephan Keck, Erster Bürgermeister Gemeinde Kirchheim, Martin Richter-Liebald, Geschäftsführer Bayerische Landesgartenschau GmbH, Andreas Frühschütz, Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, Johannes Pinzel, Geschäftsführer Kirchheim 2024 GmbH. Foto: StMUV.

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Die Landesgartenschau ist der Auftakt für mehr dauerhafte Natur, mehr Erholung und mehr Lebensqualität im Osten der Landeshauptstadt – und verbindet erstmals die beiden Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten durch einen mehr als 10 Hektar großen Ortspark. Seit der Zusammenlegung im Rahmen der Bayerischen Gebietsreform 1978 bilden Kirchheim und Heimstetten, ebenso wie Hausen, die Gemeinde Kirchheim b. München, doch noch bis vor Kurzem führte die Hauptstraße von einem Ortsteil in den anderen. Diese wurde im Rahmen des Ortspark-Baus zurückgebaut. Wo früher Autos fuhren, empfangen ab dem 15. Mai fünf neue Naturräume und mehr als 800 neue gepflanzte Bäume die Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau. Auf knapp 20.000 Quadratmetern gibt es Hecken-, Stauden- und Strauchpflanzungen. Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr rund 150.000 Blumenzwiebeln gepflanzt.

Ein Park wie eine Collage

Die Parkplaner des Landschaftsarchitekturbüros SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH haben den Park in fünf sogenannte Sphären unterteilt – Garten, Wildnis, Wasser, Wald und Wiese; wobei sie ein Wäldchen und wilden Aufwuchs bereits vorgefunden hatten. „Diese Flächen waren allerdings nicht beachtete Orte, die über 40 Jahre neben der Hauptstraße und landwirtschaftlich genutzten Äckern wild gewachsen sind“, sagte AW Faust, Chefplaner von SINAI, bei der Eröffnungs-Pressekonferenz. „Wir haben diese Räume erhalten und nur behutsam umgebaut. So ist aus einem wilden Aufwuchs, der teils als Müllplatz genutzt wurde, ein eigener Naturraum „Wildnis“ entstanden – mit nutzbaren Erholungsräumen für die Besucherinnen und Besucher des Ortsparks, aber auch mit explizit geschützten Rückzugsräumen für Flora und Fauna, die nicht betreten werden dürfen. „Den weiteren Park haben wir wie eine Collage entwickelt“, sagte Faust. „Zu Wildnis und Wald kamen Wasser und Wiese und schließlich der Garten mit dem Projekt „Bürgergärten“, einer Streuobstwiese und den Jahrgangswäldchen dazu.“ Entstanden sei ein Park mit „starken sinnlichen Kontrasten, mit nutzbaren Räumen und natürlichen Lebensräumen direkt nebeneinander. Die Veränderungen seien jetzt, rund drei Wochen vor Eröffnung der Bayerischen Landesgartenschau, beachtlich: „Aus ehemaligen Parkplatz- Bäumen werden Waldbäume. Wo vorher eine stark befahrene Straße war, spiegelt sich jetzt das neue Rathaus im Wasser des Parksees.“

Verbunden werden die fünf Sphären durch den „Achter“, die zentrale Fußgänger- und Radwegschleife durch den Park. Somit ist der autofreie Ortspark, der über die Landesgartenschau hinaus für Generationen bestehen bleibt, die neue „grüne Lunge“ Kirchheims.

Fördersummen erhöht: Für ein sicheres Fundament der Gartenschauen in Bayern

Umweltminister Thorsten Glauber, dessen Ministerium gemeinsam mit der EU Hauptfördergeber der Bayerischen Landesgartenschauen ist, zeigte sich beeindruckt. „Mit diesem Projekt ist Kirchheim nicht nur ein Schaufenster in Bayern, sondern über Bayern hinaus“, sagte er bei der PK in Kirchheim. Erst kürzlich hatte das Bayerische Umweltministerium bekannt gegeben, dass die Fördersummen, die zum Bau von Grünflächen im Rahmen von Landesgartenschauen abgerufen werden können, um eine Million Euro auf bis zu sechs Millionen Euro erhöht werden. Darüber hinaus wird künftig erstmals auch die Durchführung von Landesgartenschauen mit bis zu einer Million Euro gefördert werden. „Damit wollen wir Gartenschauen in Bayern auf ein sicheres Fundament für die Zukunft stellen“, betonte Glauber.

Maximilian Böltl. MdL, ehemaliger Kirchheimer Bürgermeister: „Gänsehaut-Gefühl“

Die „herausragende Qualität des neuen Ortsparks“ betonte auch Kirchheims Erster Bürgermeister Stephan Keck in seinem Grußwort. Seit Februar 2023 ist der ehemalige Zweite Bürgermeister Chef im Kirchheimer Rathaus – und freut sich auf einen „unvergesslichen Sommer und dauerhaft mehr Lebensqualität in Kirchheim“.

Sein Vorgänger Maximilian Böltl, der im Oktober 2023 als Abgeordneter für den Stimmkreis München-Land-Nord in den Bayerischen Landtag gewählt wurde, hatte die Bewerbung um die Landesgartenschau 2018 angestoßen und den Großteil der Bauphase als Erster Bürgermeister begleitet. Er sprach bei der Pressekonferenz von einem „Gänsehaut-Gefühl – und das nicht nur angesichts der plötzlich eingebrochenen, sehr kühlen Temperaturen“. „Heute können wir sehen, was aus unserer Idee geworden ist – nämlich ein großer Sprung für unsere Bevölkerung, den wir hier hinbekommen werden.“ Gleichzeitig stimme ihn das Großprojekt auch im weiteren Sinne optimistisch, „denn es zeigt, dass unser Staat handlungsfähig ist: Wenn alle Ebenen und Institutionen zusammenhelfen, kann etwas Großes entstehen“. Böltl: „In einer Zeit, in der wir viel von Krisen sprechen, ist die Landesgartenschau ein Lichtblick.“

Darüber hinaus dankte Böltl dem Team der Kirchheim 2024 GmbH, das in den vergangenen Jahren „Herausragendes“ geleistet habe und dem nun – wie allen Besucherinnen und Besuchern der Landesgartenschau Kirchheim 2024 ein ganz besonderer Sommer bevorstehe: „ein Sommer, der sich anfühlt, wie nach dem Schulabschluss: geprägt von Freiheit und guter Laune“.

„Dass der neue Ortspark Menschen zusammenführen wird“, betonte auch der Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel. Er sprach von der „großen Dynamik“ der Gemeinde Kirchheim, die das Strukturprojekt Kirchheim 2030 angestoßen hat, zu dem – neben dem Bau des neuen Ortsparks – unter anderem der Bau des neuen Rathauses mit Bürgersaal, der Erweiterungsneubau des Gymnasiums sowie Kindertageseinrichtungen direkt am neuen Ortspark zählen.

Neben der 14.000-Einwohner-Gemeinde Kirchheim b. München gehören weitere 28 Städte und Gemeinden zum Landkreis München. Sie alle präsentieren sich während der Landesgartenschau im Landkreis-Pavillon. Die Holzbau-Konstruktion ist offen gestaltet – mit einer „Waldbühne“ in der Mitte und einer interaktiven Ausstellung zu „Gesichtern und Geschichten aus den Städten und Gemeinden“ auf 29 klappbaren Lamellen rund um den bewaldeten Innenhof.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bespielt während der Landesgartenschau in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt einen Holzpavillon- Komplex mit der Ausstellung „Leben braucht Vielfalt“ und die gärtnerisch gestaltete Freifläche „Lebensadern“ auf insgesamt rund 850 Quadratmetern. Insgesamt präsentiert die Bayerische Landesgartenschau Kirchheim mehr als 90 Ausstellungsbeiträge, darunter elf Themengärten und vier Reihenhausgärten von Gartenbau-Fachbetrieben des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bayern e.V. (VGL).

Die Eröffnung des neuen Parks wird vom 15. Mai bis 6. Oktober mit der Bayerischen Landesgartenschau Kirchheim 2024 über 145 Tage lang gefeiert. Mit mehr als 3.500 Veranstaltungen wird die diesjährige Landesgartenschau ein großartiges Ereignis in der Region. Ein besonderer Fokus für Familien ist der Spielplatz „Keltenwelten“, der mit seinem Langhaus und verschiedenen Palisaden-Kletterwänden Bezüge zur Siedlungsgeschichte in Kirchheim herstellt. Aufgrund des kühlen Wetters während der PK erprobte Umweltminister Thorsten Glauber nur den Parcours über die Kletterseile im Inneren des Langhauses. Die „145 Tage voller Abwechslung und Vielseitigkeit“ hob auch der Vorsitzende des Vorstandes der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, Andreas Frühschütz, hervor.

Die Kreissparkasse ist Premiumpartner der ersten Stunde der Landesgartenschau Kirchheim und begleitet das Projekt seit knapp sechs Jahren. „Als Kreditinstitut, das sehr stark in der Region verwurzelt ist, wollten wir das Jahrhundert-Projekt von Anfang an unterstützen“, sagte Frühschütz. Die Zeit bis zur Eröffnung in vier Wochen verfliege nun ganz besonders schnell. „Für die 145 Tage, die auf den 15. Mai folgen, wünsche ich mir deshalb für alle Besucher und alle Beteiligten, dass die schöne Zeit ein bisschen langsamer vergehen wird.“

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