"Land der Ideen": Forschungsprojekt "Torfmoos" erhält Preis

Das Forschungsprojekt "Torfmooskultivierung" des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wird heute im bundesweiten Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" als Preisträger geehrt.

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Das Forschungsprojekt „Torfmooskultivierung“ des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wird heute im bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ als Preisträger geehrt. Zum Thema „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“ liefert das Projekt in der Kategorie Wissenschaft eine Antwort auf die Frage, wie der Abbau von Torf vermieden und als Ersatz dafür Moos im Gartenbau nachhaltig genutzt werden kann.

Rund neun Millionen Kubikmeter Torf verbrauchen die Deutschen jährlich, meist ohne es zu wissen. Denn Torf ist ein ideales Substrat für den Anbau von Gemüse und Zierpflanzen. Aber Torf ist eine endliche Ressource. Als nachhaltige Alternative eignen sich Torfmoose. Sie bieten zudem die Möglichkeit, trockengelegte Moore nass zu nutzen. Das sichert auch die Funktion der Moore als wichtige Kohlenstoffspeicher. Das Verfahren der nachhaltigen Nutzung nasser Moore, genannt „Paludikultur“, haben Wissenschaftler der Universität Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum, entwickelt. Die Kultivierung von Moosen als Ersatzsubstrat für Torf im Gartenbau ist ein Beispiel, wie sich das Klima schonen lässt und zugleich in ländlichen Räumen neue Nutzungs- und Einkommensmöglichkeiten entstehen können. Vor vier Jahren wurde Torfmoos-Saatgut auf der vier Hektar großen Pilotfläche im Hankhauser Moor ausgebracht. Die kultivierten Moose wachsen so gut, dass indessen ca. 1.000 m3 aufgewachsen sind. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Torfwerk Moorkultur Ramsloh und weiteren Partnern umgesetzt.

Der Greifswalder Moorkundler Prof. Dr. Hans Joosten nahm die Auszeichnung entgegen: „Torfmooskultivierung ist ein Beispiel für Paludikultur. Nur so können wir Moore gleichzeitig nutzen und schützen. Der Preis bestätigt uns darin: Die Entwässerung von Mooren gefährdet unsere Zukunft! Wir müssen Alternativen entwickeln und nutzen.“

Irene Dahlmann, im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz zuständig für Moorentwicklung, gratulierte den Preisträgern und erklärte: „Die Weiterentwicklung der Torfmooskultivierung im Hankhauser Moor könnte ein wichtiger Baustein der Niedersächsischen Moorlandschaften werden.“

Mathias Ohl, Filialdirektor der Deutschen Bank Greifswald, überreichte die Auszeichnung und betonte: „Sie bieten eine nachhaltige und ökonomisch effiziente Alternative zur Nutzung von Mooren und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Landwirtschaft und Umwelt. Vielmehr: Sie sichern ein Stück Zukunft ländlicher Räume.“ 

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