Kommunale Wärmewende: Chance in der Corona-Krise

Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat in einer gemeinsamen Initiative mit unter anderen VKU, AGFW und BVG einen 4-Punkte-Plan für die kommunale Wärmewende vorgestellt.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat in einer gemeinsamen Initiative mit unter anderen VKU, AGFW und BVG einen 4-Punkte-Plan für die kommunale Wärmewende vorgestellt. Bild: GABOT.

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Wirtschaft und Politik diskutieren aktuell über verschiedene Wege, die Konjunktur in der Corona-Krise anzukurbeln. Dabei müssen Klimaziele und Strukturwandel berücksichtigt werden. Die kommunale Wärmewende bietet hier einen Ansatzpunkt, beide Ziele miteinander zu vereinen und mit den im Klimaschutzprogramm 2030 bereits vorgesehenen Maßnahmen langfristig Arbeitsplätze zu sichern.

„Mit Tiefer Geothermie können wir klimafreundliche Wärme für Nah- und Fernwärmenetze bereitstellen“, erklärt Dr. Erwin Knapek, Präsident des BVG. „Sie ist die einzige Erneuerbare Energie, die auch große Kommunen ganzjährig und wetterunabhängig mit klimaneutraler Wärme versorgen kann. Mit den Maßnahmen des Klimaschutzprogrammes 2030 kann die Politik wertvolle Anreize für die Konjunktur schaffen und langfristige Investitionen sichern. Eine weitere Belastung des Bundeshaushalts über bereits bestehende Regulierungen hinaus hält sich in sehr überschaubaren Grenzen und müsste außerdem als Mehrwert gegenüber drohender milliardenschwerer EU-Strafzahlungen bei Verfehlen der Klimaziele gegengerechnet werden.“

Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat in einer gemeinsamen Initiative mit unter anderen VKU, AGFW und BVG einen 4-Punkte-Plan für die kommunale Wärmewende vorgestellt. So kann beispielsweise durch eine Anpassung des EE-Wärme-Bonus im KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) Wärme aus Erneuerbaren Energien besser gefördert werden. Dazu sollte der Bonus auch auf Bestandssysteme ausgeweitet werden. Zudem muss der Ausbau von Wärmenetzen durch attraktive Förderung vorangetrieben werden.

Besonders für die Tiefe Geothermie ist es wichtig, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu gehört eine an geologische Gegebenheiten angepasste, bessere Bohrkostenförderung, zum Beispiel durch Entfall der Tiefenbeschränkung und Anhebung der maximalen Förderhöhe. Wichtig ist auch eine Anhebung der Förderung mindestens auf KWKG-Niveau für den Ausbau von Wärmenetzen sowie die Etablierung einer Risikoabsicherung durch einen bundesweiten Wärmenetz-Transformationsfonds. Da Tiefe Geothermie-Anlagen neben Wärme und Kälte auch Strom erzeugen, sollte die im EEG 2017 vorgesehene Degression den Besonderheiten der komplexeren Technologie angepasst, aufgrund der aktuellen, massiven Unterbrechung von Lieferketten ausgesetzt und ein Wärmebonus wieder eingeführt werden.

„Durch die im 4-Punkte-Plan vorgesehenen Maßnahmen wird auch die vorgelagerte Wertschöpfungskette adressiert,“ sagt Dr. Knapek. „So wird der heimische Anlagenbau gestärkt und es entstehen neue Arbeitsplätze. Es muss aber auch die weiterführende Grundlagenarbeit gestärkt werden, um langfristig konkurrenzfähig und zukunftssicher zu sein. Für die Tiefe Geothermie sind dabei vor allem die systematische Erforschung des Untergrunds und die Weiterentwicklung der Pumpentechnologie essenziell.“ (BVG)

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