Kirschessigfliege: Stand der Forschung

In der Schweiz wurde die Kirschessigfliege zum ersten Mal im Jahr 2011 nachgewiesen. Sie befällt vor allem Beeren, Steinobst- und Rebkulturen.

Die Kirschessigfliege kann beträchtliche Schäden verursachen. Bild: Agroscope.

Anzeige

Die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii, ist ein Schädling, der in erster Linie Beeren, Steinobst- und Rebkulturen befällt. In der Schweiz wurde sie zum ersten Mal im Jahr 2011 nachgewiesen.

Um die Risiken in Obstanlagen und Weinbergen besser angehen zu können, hat Agroscope unter Einbezug des FiBL im Jahr 2012 eine Taskforce etabliert, an der sich verschiedene Forschungsgruppen beteiligen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind Gegenstand von zwei neuen Publikationen: eine Spezialausgabe der Revue suisse de viticulture, d’arboriculture et de viticulture (Artikel auf Deutsch in der Schweizer Zeitschrift für Obst- und Weinbau), und ein technischer Leitfaden für die Bekämpfung der Drosophila suzukii in Beerenkulturen.

Die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii, stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde in der Schweiz erstmals im Jahr 2011 nachgewiesen. Betroffen sind insbesondere Beeren-, Steinobst- und Rebkulturen. Die Kirschessigfliege legt ihre Eier während der Reifeperiode in die Früchte und kann je nach Kultur, Umwelt- und Klimabedingungen erhebliche Schäden verursachen. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen erwiesen sich als unbefriedigend und können zur Bildung von Resistenzen führen. Aus diesem Grund hat die Taskforce einen globalen, multidisziplinären Bekämpfungsansatz erarbeitet, um den Schädling einzudämmen. Die Resultate der Forschungsarbeiten sind Gegenstand von zwei neuen Publikationen.

Die Kirschessigfliege kann beträchtliche Schäden verursachen.

Spezialausgabe der Revue suisse d’arboriculture et de viticulture zum Thema Drosophila suzukii

Mehr als 25 Forschende von Agroscope haben zum Verfassen der neun Artikel beigetragen, welche einen Überblick über die aktuellen Forschungsarbeiten und Bekämpfungsansätze geben. Die Spezialausgabe enthält folgende Themen:

  • Nationales Monitoring- und Überwachungssystem für den Schädling
  • Optimierung der Fallen und Lockstoffe in Kirschen- und Beerenkulturen
  • Einsatz von Kalk als Alternative zu Insektiziden in Kirschen- und Beerenkulturen
  • Einsatz von engmaschigen Netzen zum Schutz von Steinobstkulturen
  • Lagerung der Früchte nach der Ernte
  • Schutzmaßnahmen in Rebbergen
  • Forschungsarbeiten zu einheimischen natürlichen Gegenspielern
  • Einfluss der Landschaft auf die Ausbreitung von Drosophilia suzukii.

Die meisten Artikel werden ebenfalls auf Deutsch in der Schweizer Zeitschrift für Obst- und Weinbau erscheinen.

Technischer Leitfaden für die Bekämpfung der Drosophila suzukii in Beerenkulturen

Der 22-seitige technische Leitfaden richtet sich hauptsächlich an Beerenproduzenten und kantonale Pflanzenschutzstellen, ist jedoch auch interessant für Obst- und Weinproduzenten. Der erste Teil erklärt die korrekte Identifizierung des Schädlings, den Lebenszyklus, die günstigen Entwicklungsbedingungen sowie die Schäden in den Kulturen. Da sich keine Bekämpfungsmethode allein als genügend wirksam erwiesen hat, basiert die beschriebene Strategie auf einer Kombination von verschiedenen Maßnahmen, welche im Rahmen der Taskforce erarbeitet wurden. Im zweiten Teil werden prophylaktische Maßnahmen (Standortwahl für die Kultur, Fallen zur Überwachung des Schädlings), Massenfangmethoden, der Ausschluss durch engmaschige Netze, der Einsatz von Pflanzen mit abstossender bzw. anziehender Wirkung, das Potenzial von Parasitoiden (welche die Drosophila suzukii befallen), chemische Bekämpfungsstrategien und die Kühllagerung der Früchte beschrieben. (Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft)

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.