Kirschessigfliege: Betriebe brauchen Planungssicherheit

Das Land Rheinland-Pfalz hat reagiert und ist für die Bekämpfung der Kirschessigfliege deutlich besser gerüstet als noch vor zwei Jahren.

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Das Land Rheinland-Pfalz hat reagiert und ist für die Bekämpfung der Kirschessigfliege deutlich besser gerüstet als noch vor zwei Jahren. So habe sich Rheinland-Pfalz für Zulassungserweiterungen und Notfallzulassungen im Obst- und Weinbau eingesetzt und diese auch erreicht. Dies hat Landwirtschaftsminister Volker Wissing anlässlich des Beginns der Agrarministerkonferenz (AMK) in Rostock bekannt gegeben. Dort wird das Land einen Beschlussvorschlag zur besseren Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln vorstellen.

Der Minister kritisierte in diesem Zusammenhang die Zulassungssituation bei Pflanzenschutzmitteln im Garten- und Weinbau und verwies auf die Initiative des Landes zur besseren Pflanzenschutzmittel-Verfügbarkeit bei den Sonderkulturen auf der AMK. „So begrüßenswert die Notfallzulassungen auch sind, sie bieten aufgrund ihrer Kurzfristigkeit keine Planungssicherheit für unsere Betriebe. Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz gibt das Ziel vor, dass bis zum Jahr 2023 in allen wichtigen Anwendungsgebieten mindestens drei Mittel mit unterschiedlichen Wirkungsprinzipien verfügbar sein müssen. Von diesem Ziel sind wir noch meilenweit entfernt.“ Es müssten daher wieder längerfristige Zulassungen ausgesprochen werden, und den bewährten Mitteln dürfe nicht die erneute Zulassung verwehrt werden.

Um die Bedrohung der Ernte durch den Befall mit der Kirschessigfliege zu mildern, habe sich Rheinland-Pfalz für Zulassungserweiterungen und Notfallzulassungen im Obst- und Weinbau eingesetzt und diese auch erreicht. „In den späten Steinobstkulturen, wie Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen oder Pfirsich, haben wir noch die Notfallzulassung für Karate Zeon durchgesetzt. Damit konnten diese Obstarten geschützt und der Befallsdruck für die roten Rebsorten abgemildert werden“, so Wissing. Dies und die momentane Hitze und Trockenheit bedeuteten jedoch für die Weinbaubetriebe keinesfalls eine Entwarnung. Bereits leichte Abkühlung und schon geringe Niederschläge schafften sofort ideale Bedingungen für eine Massenvermehrung und große Schäden.

„Die kritische Zeit für die Kirschessigfliege im Weinbau steht unmittelbar bevor“, sagte der Minister. Mit fortschreitender Reife und zunehmenden Oechsle-Graden der Trauben steige auch die Anfälligkeit der Trauben für Drosophila suzukii, die in diesem Jahre schon sehr große Schäden im Obstbau angerichtet habe. Die Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) weisen in ihren aktuellen Warndiensten auf das hohe Befallrisiko hin und empfehlen den Winzern und Winzerinnen ihre frühen, roten Rebsorten intensiv auf die Eiablage durch die Kirschessigfliege zu kontrollieren.

„Ganz so schlimm wie im Katastrophenjahr 2014 ist die Kirschessigfliegen-Situation nicht“, sagte der Minister. „Wir sind deutlich besser gerüstet als vor zwei Jahren. Die Kirschessigfliegen-Forschung am DLR Rheinpfalz in Neustadt und unserer Partner hat wertvolle Ergebnisse für die Kontrolle dieses problematischen Schädling erbracht.“ Die Weinbaubetriebe hätten ihre vorbeugenden Maßnahmen intensiviert, etwa das durch die DLR-Warndienste empfohlene Entblättern der Traubenzone und das Mähen des Unterwuchses in den Weinbergen. Zudem stünden nun drei verschiedene Wirkstoffe gegen die Kirschessigfliege zur Verfügung. Im Rahmen der Lückenindikation habe das Mittel SpinTor eine mittelfristige Zulassung erhalten, und per Notfallzulassungen könnten die Winzer auf Mospilan und Karate Zeon zurückgreifen.

Wissing rät den Winzerinnen und Winzern die Warndienst-Empfehlungen zu befolgen: „Nutzen Sie die Monitoring-Informationen der DLR und führen Sie die empfohlenen Maßnahmen termingerecht durch, um die Trauben zu schützen.“ Nach den bereits eingetretenen Verlusten durch die Peronospora sei eine erfolgreiche Kirschessigfliegen-Bekämpfung wichtiger denn je, um einen guten Jahrgang einzubringen. 

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