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Kartoffeln: Drei Wochen im Verzug
Der Knoten ist geplatzt: Seit Mitte/Ende vergangener Woche bringen die Frühkartoffelbauern ihre Knollen verstärkt in den Boden. Laut Joachim Hasberg von der Niedersächsischen Frühkartoffel-Erzeugergemeinschaft eG wird seit Ostern wieder gepflanzt, „zuerst noch ohne rechte Überzeugung, jetzt aber mit Dampf.“ Wegen der bis zuletzt regelmäßig wiederkehrenden Nachtfröste müssen die Erzeuger zwar mit Schäden rechnen, wie viele Pflanzen letztlich tatsächlich betroffen sind, kann man zurzeit laut Hasberg nicht sagen. „Es hätte auch keinen Sinn gemacht zu warten, schließlich müssen die Pflanzen aus den Kisten, und wir müssen mit der Arbeit fertig werden“, so Hasberg. Zudem haben die Landwirte der Erzeugergemeinschaft auch ihre Kontrakte zu erfüllen – Salat-, Chips- und Pommesproduzenten warten auf die Kartoffeln. Für die kommenden Tage ist nun wärmeres Wetter prognostiziert, sodass die Kartoffeln in die optimalen Temperaturen hineinwachsen können. Zurzeit hat die Erzeugergemeinschaft drei Wochen Verspätung beim Pflanzen, so Hasberg.
Normalerweise profitieren die Frühkartoffelanbauer laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen vom Vegetationsvorsprung ihrer Pflanzen, den sie durch das Vorkeimen erreichen. Um die Knolle vier bis sechs Wochen vor dem Pflanzen überhaupt erst einmal in Keimstimmung zu bringen, wird sie in Vorkeimkisten aufgestellt und über Temperatur und Belichtung in der Keimentwicklung gesteuert. Unter diesen Lagerbedingungen kann die Knolle vier bis sechs Keime ausbilden, die gleich im Boden weiterwachsen. Die Frühkartoffeln haben dadurch einen Vegetationsvorsprung von mehreren Wochen, wodurch sich die Frühkartoffelanbauer einen höheren Preis auf dem Markt erhoffen. (Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

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