BBE: Einzelhandelsklima verbessert

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Den jahreszeitbedingten Hoffnungen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft entsprechend hat sich der aktuelle BBE-Index im November auf 77,40 Punkte gesteigert.Von seinem Höchststand von 80,78 Punkten, den der Index im April erreicht hatte ist er damit immer noch ein Stück entfernt und die 100er Marke, die die optimistischen und pessimistischen Stimmen ins Gleichgewicht bringt, ist wohl auch in den nächsten Monaten nicht erreichbar, ein Wert über 80 müsste fast schon als Gipfel des Optimismus bezeichnet werden. Unter den westdeutschen Händlern ist die Stimmung mit 81,63 Punkten erwartungsgemäß besser als unter den ostdeutschen Händlern mit 63,65 Punkten. Trotzdem drückt dieser Wert einen gestiegenen Optimismus unter der dortigen Händlerschaft aus – es ist der bisherige Jahreshöchststand.

 

26% der Händler (22 % im Oktober) schätzen die Branchenlage als gut ein. Eine mittelmäßige Lage sehen 47% der Befragten. Weitere 40% im Osten und 39% im Westen geben eine schlechte Branchenlage an. 6 % in Ost und West sogar eine sehr schlechte. Insgesamt betrachtet – liegt der Wert damit wieder auf dem Septemberniveau von 47%.

 

Die Lage ihres eigenen Unternehmens bezeichnen 24% als gut, eine sehr gute Lage reklamieren lediglich im Westen 1% der Befragten. 42% in Ost & West sehen eine mittelmäßige Lage für das eigene Unternehmen, 35% sehen eine schlechte oder sogar sehr schlechte Lage für ihr Haus. Auch ein gutes Weihnachtsgeschäft reicht offenbar nicht aus, um die Einbußen der letzten Monate zu kompensieren.

 

Bei der Umsatzentwicklung stellt sich das Bild wie folgt dar: Eine Stagnation der Umsätze ist bei 18% der westdeutschen und 37% der ostdeutschen Händler aufgetreten. Unter mehr als 10% weniger Umsatz leiden 13%. Insgesamt sind es 51% der Unternehmen, die mit weiteren Umsatzeinbußen zurecht kommen müssen. Demgegenüber stehen 7% mit deutlichen Umsatzzuwächsen von mehr als 10% - in Ostdeutschland ist es 1%, die dies für sich beanspruchen können. Über mehr Umsatz freuen konnten sich 22% der Unternehmen, doch oft nur im kleinen Prozentbereich. Die Zahl der ostdeutschen Händler mit Umsatzzuwächsen, mag man fast schon schamhaft verschweigen – liegt er doch bei nur 4%.

 

18% (West 19%, Ost 13%) rechnen dennoch für die nächsten 6 Monate mit Umsatzzuwächsen. Ob dies mehr ist als „Das Singen im Walde“ vermag im Augenblick noch niemand zu sagen. 46% rechnen mit Stagnation. 36% der Westhändler und 46% im Osten befürchten weitere Rückgänge.

 

Nach 37% im Vormonat erwarten noch immer 33% weiterhin rückläufige Kundenzahlen – im Osten sind es sogar 38% der befragten Geschäftsführer. Hoffnungen auf einen Kundenzuwachs hegen nur noch 9% der ostdeutschen Händler und 22% im Westen.

 

53% (Vormonat 57%) der Händler befürchten Gewinneinbrüche und erreichen damit wieder den Septemberwert. Hier sind die ostdeutschen Händler mit 62% noch deutlich pessimistischer.

 

Wie im Vormonat erwartet ein Drittel eine gleichbleibende Gewinnlage für das eigene Unternehmen. 14% (Vormonat: 11%) hoffen auf einen Gewinnzuwachs.

 

Bei der Einschätzung der künftigen Konjunkturlage regiert die Mittelmäßigkeit, 49% erwarten eine durchschnittliche Entwicklung. Fast ebenso viele 46% erwarten eine schlechte bis sehr schlechte konjunkturelle Entwicklung. Das letzte Aufgebot der Optimisten kann gerade 5% mobilisieren. Wahrscheinlich ist diese Gruppe fast deckungsgleich mit den 6%, die eine positive regionale Arbeitsmarktentwicklung sehen wollen. Mittelmäßiges Potenzial vermuten 25%. 64% der Westdeutschen und 84% der ostdeutschen Händler sehen eine schlechte bis sehr schlechte Arbeitsmarktentwicklung für ihre Region. Bundesweit betrachtet erwarten magere 2% eine positive Arbeitsmarktentwicklung. Hier sind es 69% der Westhändler und nur 53% der Osthändler, die eine schlechte bis sehr schlechte gesamtdeutsche Arbeitsmarktentwicklung sehen. Interessant ist der Vergleich zur deutlich schlechteren Einschätzung der Ostdeutschen für ihre eigene regionale Arbeitsmarkentwicklung. Die Mehrheit erwartet eine leichte gesamtdeutsche Erholung – sieht jedoch vor der eigenen Haustür schwarz.

 

Die Ertragsentwicklung im Vergleich zu 2003 schätzt ein Drittel als gleichbleibend ein. Deutliche Steigerung sehen 19%, wobei der Wert auch in Ostdeutschland bei 15% liegt. Mehr als die Hälfte sehen eine rückläufige Ertragssituation auf sich zukommen. Im Hinblick auf die Verkaufspreisentwicklung 2005 vermuten 35% steigende Preise, knapp die Hälfte 48% ein gleichbleibendes Preisniveau. 20% im Westen und 10% im Osten vermuten weiterhin sinkende Verkaufspreise.

 

In der Betrachtung der Umsatzentwicklung für 2005 erhofft ein Viertel steigende Umsätze. Die Hälfte eine Stagnation und 25% (im Osten 35%) befürchten weiterhin sinkende Umsätze. (BBE)

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