- Startseite
- INUGA: Kongress zeigt Potenziale
INUGA: Kongress zeigt Potenziale
Zentrales Element der Veranstaltung waren zwölf Verbundprojekte des BMLEH-Innovationsprogramms, die Lösungen für den urbanen Gartenbau entwickeln. Dazu zählen sensorbasierte Systeme zur Erfassung von Ökosystemleistungen, digitale Beteiligungstools für die Stadtbevölkerung oder vertikale Anbausysteme für die urbane Nahrungsmittelproduktion.
„Der urbane Gartenbau leistet einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und Ernährung, fördert die Klimaanpassung und Biodiversität und stärkt Lebensqualität, soziale Fairness und Resilienz in Städten", betonte Dr. Burkhard Schmied, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), bei der Eröffnung. „Der Kongress ist der Auftakt zu einem Prozess, in dem interdisziplinär Erkenntnisse, Lösungsansätze und Visionen zusammengetragen, diskutiert und verstetigt werden sollen, um den urbanen Gartenbau zu stärken."
Innovationen sind reif für die Praxis
Zwölf vom BMLEH geförderte Verbundprojekte, die seit 2022 innovative Lösungen für den urbanen Gartenbau entwickeln, stellten ihre Ideen und Ansätze vor. Dazu zählen sensorbasierte Systeme zur Erfassung von Ökosystemleistungen, digitale Beteiligungstools für die Stadtbevölkerung oder vertikale Anbausysteme für die urbane Nahrungsmittelproduktion. Digitale Beteiligungstools erleichtern das gemeinschaftliche Gärtnern. Sie fördern somit soziale Aspekte und gleichzeitig die Akzeptanz und Vernetzung zum professionellen Gartenbau. Vor Ort bot sich die Möglichkeit für vertieften Austausch und Vernetzung.
„Doch gute Ideen alleine reichen nicht aus. Der Transfer der Erkenntnisse und Technologien in die breite Anwendung ist eine wichtige Aufgabe. Der Kongress bietet die Gelegenheit, sich auszutauschen, gegenseitig neue Denkanstöße zu geben und Lösungsansätze zu entwickeln", erklärte Dr. Michaela Filipini, Abteilungsleiterin in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), welche die zwölf Vorhaben als Projektträger betreut.
Technische Lösungen brauchen gute Rahmenbedingungen
Vier Podiumsdiskussionen widmeten sich den Potenzialen und Hürden des urbanen Gartenbaus. Vertreterinnen und Vertreter aus fünf Bundesministerien, und dem Deutschen Städtetag sowie aus Berufsverbänden, Wirtschaft und der Wissenschaft diskutierten untereinander und mit den weiteren Teilnehmenden.
Ein zentrales Fazit: Die Ökosystemleistungen und der Mehrwert von urbanem Gartenbau für die Gesellschaft sind unbestritten. Die Umsetzung von Innovationen und Konzepten im urbanen Gartenbau wird jedoch oftmals durch fehlende Monetarisierung und wirtschaftliche Skalierbarkeit, Finanzdefizite in den Kommunen, eine hohe Flächenkonkurrenz sowie Regularien erschwert. Um den Gartenbau in der Stadt nachhaltig zu verankern, bedarf es einer Fortführung des Dialogs auf allen Ebenen. Hier möchte das BMLEH eine aktive „Gestalterrolle" übernehmen.
Reiner Nagel von der Bundesstiftung Baukultur hob in seinem Impulsvortrag die Rolle des urbanen Gartenbaus für zukunftsorientierte Stadtplanung hervor. Anhand von zahlreichen Praxisbeispielen zeigte er Strategien und Maßnahmen auf, wie blau-grüne Infrastruktur dem zunehmend Hitzestress entgegenwirkt und lebenswerte öffentliche Räume geschaffen werden können.

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.