Internationaler World Seed Kongress 2004

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Moderne Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung sichern die Ernährung von 6 Milliarden Menschen. Philip Freiherr von dem Bussche, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), stellte in seinem Festvortrag vor den rund 1.400 Teilnehmern des International Seed Federation Congresses 2004 im Berliner Friedrichstadtpalast klar, dass eine hochproduktive Landwirtschaft nur auf Basis moderner Pflanzenzüchtung möglich sei. Die immer noch unbefriedigende Ernährungslage der zurzeit 6 Milliarden Menschen auf der Erde sei weder die Schuld der Landwirte noch der Pflanzenzüchter. Die heutigen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung bauten maßgeblich auf den Fortschritten der Landwirtschaft auf.

 

"Je intensiver man sich mit den globalen Herausforderungen beschäftigt, um so deutlicher kommt man zu der Erkenntnis, dass es kaum ein Aspekt der nachhaltigen Entwicklung gibt, der ohne moderne Landwirtschaft und Züchtung lösbar scheint", erklärte der DLG-Präsident den internationalen Kongressteilnehmern aus 62 Ländern in Berlin.

 

Zu den 5 wichtigsten Herausforderungen und somit Kern der globalen Verantwortung im Agrarbereich nannte er das Bevölkerungswachstum, die Flächenverfügbarkeit, den Wassermangel, die Ernteverluste und den Verbraucherschutz. Der künftig sich verschärfende Wettbewerb innerhalb der WTO unter anderem durch weiteren Subventionsabbau und Aufhebung von Marktzugangsbeschränkungen werde nur durch die Nutzung des züchterischen und technischen Fortschrittes zu bestehen sein.

 

Der DLG-Präsident appellierte an die Agrarwirtschaft, häufiger und verständlicher darüber zu sprechen, was in der modernen Landwirtschaft getan und weshalb es so gemacht werde. "Wir müssen der Gesellschaft erklären, warum wir den Agrarfortschritt brauchen: nicht nur die Branche selbst, sondern im besonderen Maße die übrige Gesellschaft, die über sehr preiswerte und sichere Lebensmittel davon profitiert", so Freiherr von dem Bussche.

 

ISF-Präsident Dr. Ahrens: Pflanzenzüchtung und Züchtungsfortschritt

wichtigster Motor für Versorgungssicherheit der Weltbevölkerung

Dr. Christopher Ahrens, Präsident der International Seed Federation, nannte als wichtigsten Motor für die Versorgungssicherheit der ständig steigenden Weltbevölkerung die Pflanzenzüchtung und der durch sie erzielte Züchtungsfortschritt. "Die traditionelle Pflanzenzüchtung wird dabei in zunehmendem Maße durch neue Technologien wie Biotechnologie und Gentechnik ergänzt", erläuterte der ISF-Präsident. Die Fortschritte in Ertrag und Qualität müssten jedoch auf einer nachhaltigen Basis erzielt werden, da diesem Aspekt eine wachsende Bedeutung beigemessen werde und die für die landwirtschaftliche Produktion geeigneten Flächen weltweit nur noch in geringem Maße ausgedehnt werden könnten.

 

Die International Seed Federation (ISF) als globaler Verband der Saatgutindustrie aus 69 Ländern hat sich insbesondere dem internationalen Erfahrungsaustausch verpflichtet. Dr. Ahrens abschließend: Unter diesem Ziel stehe auch der diesjährige Kongress in Berlin, bei dem der BDP Gastgeber sei. (BDP)

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