IGA Berlin: 3. Hallenschau

Draußen stürmte es - dem Monat April entsprechend -, doch in der 1.100 qm großen Blumenhalle fühlten sich die Besucher in exotische Gefilde versetzt.

3. Hallenschau auf der IGA Berlin 2017. Bild: DBG.

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Vor allem die facettenreiche und vielfarbige Blütenpracht von Rhododendren stand im Zentrum und verzauberte am zweiten IGA-Wochenende die Gäste. Frühlingsgehölze und gleich eine ganze Maiglöckchen-Wiese boten dazu den passenden Rahmen.

Der meist organisch geformte Habitus der Rhododendren fügte sich perfekt ein in die Architektur der Blumenhalle, die dem Passagierdeck eines Schiffes nachempfunden ist. Wie große oder kleine Wellen umschmiegten die Büsche in den unterschiedlichsten Spielarten ihrer Wuchsformen beide Seiten des Mittelstegs. Wobei nicht nur dem Thema „Tauchen in warmem Blau“ entsprechend blaue und violett blühende Rhododendren, sondern auch gelbe, weiße, rosa- und pinkfarbene Blütenwolken für Aufmerksamkeit sorgten.

Auch an diesem Wochenende waren die Preisrichter von den Einreichungen zum Wettbewerb begeistert, - vor allem über die üppig Blüten tragenden Rhododendren. Allein vier Mal wurde die renommierte Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH vergeben. Die Westersteder Baumschule Rabben bekam sie für „die Präsentation des großen Potenzials der Gattung Rhododendron“, darunter Novitäten wie die Hybriden ’Rhododendronpark Graal- Müritz‘, ’Dramatic Dark’ und die Yakushimanum-Hybride ’Stern von Japan‘.

Hans Hachmann aus Barmstedt konnte das begehrte Gold entgegennehmen für „die sehr gute Qualität der präsentierten Rhododendron-Neuheiten“. Das Thema „Tauchen in warmem Blau“ hatte die traditionsreiche Böhlje Pflanzenhandel GmbH zu einer betörenden blauen Symphonie inspiriert: niedrige Zwergformen wie Lepidote-Wildarten (z.B. ferrugineum) in himmelblau konkurrierten mit Rh.impeditum ’Veilchenblau’ und darüber hohe kompakte Säulen von violettblauem Rh. augustinii Russantinii. Dazu bestachen eine zweimal blühende Selektion von Wisteria sinensis, eine Magnolia liliiflora als Formgehölz sowie ein Solitärgehölz Viburnum carlcephalum. Für ein „breites Sortiment von Laubgehölzen und Rhododendron in hervorragender Qualität“ nahmen die Westersteder die Große Goldmedaille mit nach Hause.

Ebenfalls ins Ammerland ging die letzte dieser begehrten Auszeichnungen: Ernst Stöckmann Baumschulen erhielt sie für eine besonders originelle, romantische und tiefgründige Interpretation. In einem vierteiligen Tableau wurde eine blühende „Love Story“ inszeniert. Von der „Verführung der Unschuld“ mit schneeweißen Sorten über „Zurückhaltung und Schamesröte“ mit Rh. yakushimanum ’Apollonia’ zu „Verschmelzung von Unschuld und Frühling“, hierzu blühten die zartgelbe Azalea pontica ’Limetta’ und die Yakushimanum-Hybride’ Schneekissen in schönster Liaison. Das violette Finale mit der Kennzeichnung „Bitterkeit“ dürfte bei so manchen IGA-Besuchern Diskussionen nicht nur über Pflanzen ausgelöst haben. Die Begründung der Jury zu dieser vielbeachteten und fotografierten Installation: „Gelungene Farbkomposition bei perfektem Blühzustand und herausragender Pflanzqualität“.

Der Blühzustand aller Rhododendren in der Blumenhalle war generell bewunderungswürdig auf dem Punkt. Das perfekte „timing“ war ein Beweis für die Kompetenz der grünen Branche und der auf Rhododendron spezialisierten Züchter und Anbieter. Rhododendron ist gerade im Ammerland eine Gehölz-Spezialität, deren Zucht und Vertrieb zahlreiche Baumschulen mit Leidenschaft seit Jahrzehnten, oft seit vielen Generationen betreiben. Neben der Schönheit der Blüten wurden etliche Arten auch wegen ihrer ausgefallenen Blätter gezeigt. Einen Ehrenpreis vergab die Landwirtschaftskammer Niedersachsen für „die Präsentation eines modernen Rhododendron-Sortiments in höchster Qualität“ an die zu Jeddeloh- Pflanzenhandels-GmbH in Edewecht.

Zusätzlich zu den hier erwähnten Ehrenpreisen verlieh die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft am 2. IGA-Wochenende 32 Goldmedaillen, 19 Silber- und neun Bronze-Medaillen an acht Aussteller aus ganz Deutschland.

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