Holzfaser: Mehr als nur Torfersatz

Auf der Suche nach funktionierenden Alternativen, die den Torfanteil im Substrat verringern, scheint ein Zuschlagstoff das Rennen zu machen: Die Holzfaser.

Die Holzfaser (hier: mittelgrob-ungefärbt) ist ein gut funktionierender Zuschlagstoff. Bild: GABOT.

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Die Torfgewinnungsflächen sind in Deutschland seit Jahren rückläufig, nennenswert wird Torf nur noch in Niedersachsen abgebaut. Da kaum noch neue Genehmigungen für den Torfabbau in Deutschland ausgesprochen werden, gehen viele Torfunternehmen nach Osteuropa, um sich dort den Rohstoff Torf zu sichern. Aber auch Torfalternativen geraten mehr und mehr in den Fokus, da zudem eine Torfreduzierung angestrebt wird.

Zuschlagstoffe wie Ton und Perlite sind bewährt, doch können sie dem Substrat sinnvoll nur in gewissem Maße beigemischt werden. Kokosprodukte funktionieren an sich sehr gut als Torfersatz, allerdings benötigt die Aufbereitung sehr viel Wasser und der Transportweg von Indien oder Sri Lanka nach Europa ist sehr lang. Grünschnittkompost würde sich aus der Logik heraus anbieten, aber in der Praxis zeigt sich, dass es für die Substrathersteller äußerst schwierig ist, einen konstant guten und ausgereiften Rohstoff in ausreichenden Mengen zu bekommen. Stimmt die Qualität nicht, kann auch die Qualität des gesamten Substrates stark leiden und – was das Problematischste ist – die Kultursicherheit beim Gärtner kommt in Gefahr. Auch Rindenhumus ist nicht kontinuierlich verfügbar… was bleibt ist Holz, genauer gesagt Holzfasern.

Die meisten Substratlieferanten haben heute Holzfaser im Repertoire. Zuletzt investieren Unternehmen wie das Einheitserdewerk Patzer oder Floragard in eigene Produktionsstätten. So auch die Firma Gramoflor, die im Januar eine eigene Anlage in Betrieb genommen hat. Die Anlage wird mit entrindeten Nadelholzhackschnitzeln beschickt, die zunächst „weichgekocht“ und dabei aufgefasert werden. Je nach Verarbeitung kommen am Ende stickstoffbehandelte Holzfasern in drei verschiedenen Varianten heraus: mittelgrob-ungefärbt, mittel-gefärbt und extrafein-gefärbt. Damit hat Gramoflor für die verschiedensten Substratansprüche immer die richtige Holzfaser; sogar Presstopferden sind jetzt mit Holzfaseranteil möglich.

„Die Holzfaser kann viel mehr – sie ist ein Substratrohstoff und kein Ersatzstoff“, zeigt sich Gramoflor-Vertriebsleiterin Ulrike Fockenberg überzeugt. „Unsere Holzfaser sorgt für eine gute Strukturstabilität im Substrat, hat gute Dränage-Eigenschaften, sorgt für einen ausgewogene Lufthaushalt und für eine schnelle Wiederbenetzbarkeit; gleichzeitig trocknet die Substratoberfläche schneller ab, was gerade bei Freilandkulturen zu weniger Moos und Algenbewuchs auf der Substratoberfläche führt“, so Fockenberg weiter.

Vermarktet wird die Gramoflor-Holzfaser unter dem Markennamen LIGNOFIBRE®. Die drei Holzfaser-Varianten sorgen in Kombination mit verschiedenen Torffraktionen für die volle Bandbreite an gärtnerischen Erden; so kann den unterschiedlichen Kulturanforderungen Immer entsprochen werden, wobei der Holzfaseranteil bis zu 40% betragen kann.

Zwei weitere Vorteile sind bei der Holzfaser unbedingt noch nennenswert: Es ist ein nachwachsender heimischer Rohstoff und der Einsatz von Holzfasern verbessert im Vergleich zu Torf deutlich die CO2-Bilanz des Substrates. Das freut auch Gramoflor-Chef Josef Gramann: „Je mehr der fossile Rohstoff Torf im Substrat gegen die Holzfaser ersetzt wird, desto höher ist die CO2-Einsparung und das kommt wiederum der Umwelt zugute“. Ein kultursicheres Holzfasersubstrat ist daher nicht nur im Sinne der Ressourcenschonung eine gute Sache, es trägt auch direkt zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei.

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