Hamburg: 180 Bäume für Hamburgs Schulen und Kitas

Als einer von rund 180 Standorten erhält der Schulhof der Grundschule Turmweg eine Sal-Weide und wird so zum wichtigen Lebensraum für Insekten.

Durch die pädagogische Begleitung der Loki Schmidt Stiftung erleben die Kinder mit ihren eigenen Sinnen den Wert von Natur und Artenvielfalt und tragen aktiv zum Erhalt der Biodiversität bei.

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Mit dem Projekt „Pflanz eine kleine Welt!“ haben sich die Loki Schmidt Stiftung gemeinsam mit der Budnianer Hilfe das ehrgeizige Ziel gesetzt, in 180 Schulhöfen und Kita-Gärten in der Metropolregion Hamburg gemeinsam mit den Kindern eine Sal-Weide zu pflanzen. Damit kann nicht nur die Bedeutung von Natur und Biodiversität hautnah erlebt werden, zugleich entstehen wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Insekten. Schulsenatorin Ksenija Bekeris unterstützt als Schirmherrin das Projekt und packt beim Pflanztermin der 60. Sal-Weide an der Grundschule Turmweg (Rotherbaum) kurzerhand selbst mit an.

Bereits seit Sommer 2023 konnten sich Hamburgs Schulen und Kitas für das Projekt der Loki Schmidt Stiftung und der Budnianer Hilfe bewerben. 150 Einrichtungen sind bereits dabei, sodass aktuell über 60 Sal-Weiden gepflanzt werden konnten. Die Schirmherrschaft für das Kooperationsprojekt übernimmt Schulsenatorin Ksenija Bekeris. Beim Pflanztermin in der Grundschule Turmweg konnte sie gemeinsam mit der Klasse 4d erleben, wie Schülerinnen und Schüler aktiv in den Umweltschutz eingebunden werden können. Die Sal-Weide ist dabei ein wahres Multitalent: Sie produziert nicht nur Sauerstoff und bindet Kohlenstoff, sondern schafft auch einen ganzen Lebensraum für viele Insekten und andere Tiere. Insgesamt 213 Arten, vom Zitronenfalter über Gartenrotschwanz bis zum Siebenschläfer, finden an der Sal-Weide Nahrung und Unterschlupf.

Schulsenatorin Ksenija Bekeris: „Die Initiative 'Pflanz eine kleine Welt' zeigt, welchen Beitrag Schulen in dicht besiedelten Stadtgebieten zum Umweltschutz leisten können – und wie groß das Engagement vor Ort bereits ist. Durch die pädagogische Begleitung der Loki Schmidt Stiftung erleben die Kinder mit ihren eigenen Sinnen den Wert von Natur und Artenvielfalt und tragen aktiv zum Erhalt der Biodiversität bei. Darüber hinaus werden unsere Hamburger Schulhöfe grüner, klimagerechter und artenreicher.“

Schulsenatorin Bekeris weiter: „Rund 400 Mio. Euro investiert die Freie und Hansestadt Hamburg jedes Jahr in den Schulbau. Ein wichtiger Bestandteil unseres Schulbauprogramms sind die schulischen Außenanlagen, die wir grüner und naturnäher gestalten und mit vielfältigen Spiel- und Sportmöglichkeiten ausstatten. Hierdurch schaffen wir auch im Außenbereich ganztägige Lernräume für die Schülerinnen und Schüler mit einem hohen Identifikationspotenzial. Mit der Entsiegelung und Renaturierung der schulischen Außenanlagen leisten wir zudem einen Beitrag zur Anpassung an klimawandelbedingte Extremwetterereignisse. Durch die Verankerung einer neuen Leitperspektive in den Hamburger Bildungsplänen wird das Thema Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zudem auch im Unterricht immer präsenter.“

Julia Wöhlke, Vorsitzende Budnianer Hilfe e. V.: „Wir freuen, dass bereits über 60 Sal-Weiden an Schulen und Kitas in der Nachbarschaft von BUDNI Filialen gepflanzt wurden. Dabei ist uns besonders wichtig, dass Schüler und Schülerinnen aktiv in den Umweltschutz eingebunden werden. Gleichzeitig möchten wir uns bei Senatorin Ksenija Bekeris für die Übernahme der Schirmherrschaft bedanken“, sagt Julia Wöhlke, Vorstandsvorsitzende der Budnianer Hilfe e.V.

Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung: „Unter dem Motto ‚Pflanz eine kleine Welt‘ möchte die Loki Schmidt Stiftung Artenreichtum und Artenkenntnis an Hamburgs Schulen und Kitas bringen. Mit dem Förderziel von 180 Sal-Weiden an Hamburgs Schulhöfen und Kita-Außengeländen ermöglicht die Budnianer Hilfe mit jedem gepflanzten Baum eine Heimat für über 200 Tierarten und bietet Stadtkindern die Möglichkeit, Natur in ihrem direkten Alltagsumfeld zu erleben. Eine Initiative mit Vorbildcharakter.“

Nachhaltiger und klimaschonender Schulbau

Schulneubauten werden regelhaft mit dem besonders anspruchsvollen Energieeffizienzstandard EG 40 gebaut. Sie verbrauchen somit 60% weniger Energie als ein entsprechendes Referenzhaus. Zu einer besseren Klimabilanz tragen vielfach Fernwärme, Photovoltaik-Anlagen, Gründächer und Wärmepumpen bei. Auch bei Sanierungen und Ersatzbaumaßnahmen im Bestand wird die Energieeffizienz regelhaft verbessert, sodass bei diesen Baumaßnahmen im Durchschnitt der Energieeffizienzstandard EG 70 erreicht wird. Allein für diese Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz investiert der Senat bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 300 Mio. Euro.

Auch die Ausrüstung der Schuldächer mit Photovoltaik-Anlagen schreitet voran. Waren bis 2022 insgesamt lediglich 9.000 m² Dachflächen der Hamburger Schulen für Photovoltaik-Anlagen vorgerüstet, sollen bis Ende des Jahres 2023 weitere 20.000 m² hinzukommen. Bis zum Ende des Jahres soll so eine Leistung von 3.200 kWp hinzukommen. Zum Vergleich: Bis 2022 betrug die Gesamtleistung lediglich 900 kWp. Die Vorrüstung der Schuldächer erfolgt regelhaft durch den Landesbetrieb SBH | Schulbau Hamburg, Bau und Betrieb der Photovoltaik-Anlagen liegt anschließend in der Verantwortung von Hamburg Energie Solar.

Neben dem Klimaschutz spielt auch die Klimaanpassung eine immer wichtigere Rolle im Schulbau. Hierzu werden zum Beispiel Außenanlagen entsiegelt und naturnah umgestaltet und Siele erneuert. Ein Beispiel hierfür ist die rund 1,55 Mio. Euro teure Renaturierung der ca. 28.000 m² großen Außenanlagen des Albrecht-Thaer-Gymnasiums. Ziel der Maßnahme war es, die Schulhof- und Außenflächen zu entsiegeln und insgesamt die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens zu verbessern. Hierfür sind unter anderem Rückhaltemulden für die temporäre Speicherung des Niederschlagwassers und offene Pflasterrinnen installiert worden, über die die Ableitung des Regenwassers erfolgen kann. Insgesamt konnte durch diese Maßnahmen die versiegelte Fläche auf dem Grundstück um fast 1.200 m² reduziert werden.

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in den Hamburger Bildungsplänen

Für einen erfolgreichen Klimaschutz braucht es nicht nur umfassende Baumaßnahmen, sondern auch ein hohes Maß an Sensibilität und Problembewusstsein in den Köpfen der Menschen. Den Schulen kommt dabei eine herausragende Bedeutung im Sozialisationsprozess der Heranwachsenden zu. Die Schulbehörde hat daher im Rahmen der kürzlich überarbeiteten Bildungspläne vier neue Leitperspektiven implementiert, darunter auch die Leitperspektive „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Sie orientiert sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und zielt auf ein menschenwürdiges Leben und die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen ab. Dabei geht es darum, alle Lebensbereiche nach den Prinzipien der Dauerhaftigkeit, Gerechtigkeit und Teilhabe für alle zu organisieren. Die Leitperspektive stellt ein übergeordnetes Querschnittsthema dar, welches sich wie ein roter Faden durch alle Schulfächer zieht und so eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht.

Vielfältige Unterstützungsangebote für Schulen und Lehrkräfte

Umfassende Unterstützung zum Thema Umwelterziehung und Klimaschutz erhalten die Hamburger Schulen durch das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI). So stehen den Hamburger Lehrkräften vielfältige Fortbildungsangebote offen, etwa zum Durchführen von Projektwochen oder zur altersspezifischen Auseinandersetzung mit den Themenbereichen. Auch stellt das Institut vielfältige Materialien für den Unterricht zur Verfügung und bildet Klimaschutz- und Energiebeauftragte an Schulen aus. Darüber hinaus wird in Hamburg seit 2010 das Gütesiegel „Klimaschule“ vergeben. Zuletzt sind 81 Schulen ausgezeichnet worden. Ziel des Programms sind die Stärkung der Klima-Kompetenzen der Schulgemeinschaft sowie die Reduzierung der CO2-Emissionen, die durch den Schulbetrieb verursacht werden. Einen ähnlichen Fokus hat das Programm „Umweltschule in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschule“. Im Sommer 2021 erhielten 60 Hamburger Schulen diese Auszeichnung. Sie arbeiteten über zwei Jahre aktiv an Projekten in verschiedenen Handlungsfeldern und wurden dabei durch das Landesinstitut intensiv begleitet. Mit dem Prämienprogramm „Energie hoch 4“ von SBH | Schulbau Hamburg und dem Landesinstitut existiert darüber hinaus seit 2020 ein zusätzliches Programm, in dem Schülerinnen und Schüler für das Energiesparen sensibilisiert und durch Prämien für sparsames Verhalten belohnt werden.

Außerschulische Lernorte

Um die vielfältigen und zum Teil auch sehr komplexen Themen auch erlebbar und erfahrbar zu machen, stehen in Hamburg vielfältige außerschulische Lernorte zur Verfügung. Hierzu gehören unter anderem das MINTarium, die Zooschule bei Hagenbeck, die Grüne Schule sowie das Zentrum für Schulbiologie und Umwelterziehung. Letzteres erhält aktuell für rund 7,5 Mio. Euro einen modernen Neubau mit naturwissenschaftlichen Fachräumen und Tierstationen, in denen Lebewesen wie Nager und Fische untergebracht sind. Hier lernen Kinder und Jugendliche im Umgang mit Tieren biologische Zusammenhänge und ein umweltgerechtes Verhalten. Auf insgesamt rund 1.800 m² entstehen u. a. zwei große Räume für insgesamt 19 Aquarien, von denen ein Raum mit Süßwasser-Becken und ein Raum mit Salzwasser-Becken ausgestattet ist. Zusätzlich werden Quarantäne-Becken gebaut. Für den Nagetier-Bereich wird ein Nagerraum mit Gehegen entstehen und für Reptilien ein Terrarienraum.

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