Grüne Oasen in der Stadt: Neue Ansätze im urbanen Landschaftsbau

Zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten setzen diese auf die Erschaffung von Begegnungs- und Ruheorten, die mit Sitzplätzen und natürlichen Elementen gestaltet werden.

Grüne Oasen in der Stadt. Bild: ©Rene Notenbomer, Shutterstock.

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In der heutigen Zeit leben zahlreiche Menschen in Städten und es werden immer mehr. Hier steht alles Notwendige wie Wohnungen, Supermärkte, Ärzte und Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Im Vergleich zur Bevölkerung ist die Gesamtfläche allerdings relativ klein. Das bringt verschiedene Nachteile mit sich, darunter Verkehrsstaus, Lärmbelästigung, Wohnungsmangel und Luftverschmutzung. Doch die Städte wandeln sich langsam. Vielerorts entstehen Konzepte, um die Städte nachhaltiger, lebenswerter und optisch ansprechender zu gestalten. Dabei werden auch Plätze und Zonen geschaffen, in denen sich Menschen begegnen und erholen können.

Warum sind Grünflächen inmitten der Stadt wichtig?

Durch mehr grüne Flächen kann man den urbanen Raum verschönern. Gleichzeitig kann sich die Schaffung von grünen Oasen positiv auf die Umwelt auswirken. Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen lassen sich durch natürliche Umgebungen Lebensräume für Pflanzen und Tiere kreieren, was wiederum zur Erhaltung der Artenvielfalt beiträgt. Zum anderen kann das Grün die Luft filtern und somit für eine bessere Luftqualität sorgen. Hinzu kommt, dass Grünflächen dabei helfen, die hohen Temperaturen im Sommer zu regulieren. Diese sind in den Städten meist ein größeres Problem als auf dem Land. Das liegt mitunter an der dichten Bebauung und den zahlreichen Beton-, Stein- und Asphaltflächen, welche die Wärme reflektieren. Geschaffene Grünflächen können dafür sorgen, dass die Temperaturen etwas sinken, und somit die Hitzebelastung an heißen Sommertagen reduzieren.

Problematisch sind die versiegelten Böden in Städten außerdem, da sie nicht dazu in der Lage sind, starke Regenfälle aufzufangen. Das kann zu Überschwemmungen führen. Auch hier haben mehr Grünflächen einen positiven Einfluss, indem sie die Starkregenereignisse abmildern.

Ein weiterer Vorteil von natürlichen Umgebungen inmitten der Stadt: Die Menschen können sie zur Erholung und Stressminderung nutzen. Schließlich kann man in der Natur besonders gut entspannen.

Zusätzlich bieten Grünflächen die Möglichkeit, sich zu bewegen oder Sport zu machen. Sie eignen sich zum Beispiel für Spaziergänge, Ballspiele oder Yoga-Sessions. Außerdem können grüne Oasen hervorragend als Treffpunkte verwendet werden – beispielsweise für ein Picknick mit Freunden oder der Familie. Hier können Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen, Kulturen und Einkommensschichten zusammenkommen und sich begegnen oder untereinander austauschen. Mit grünen Umgebungen kann also ein Raum geschaffen werden, an dem es soziale Interaktionen und ein Miteinander gibt.

Wie können sich funktionale Stadtmöbel in grüne Oasen einfügen?

In Städten befinden sich an verschiedenen Plätzen und Straßen unterschiedliche Stadtmöbel. Diese tragen zum Erscheinungsbild der Städte bei und haben einen großen Einfluss auf den Stadtalltag. Das Stadtmobiliar wirkt sich darauf aus, ob und wo Menschen zusammenkommen und wie sich der urbane Raum nutzen lässt. Dabei erfüllen die Stadtmöbel in der Regel einen funktionalen Zweck. Zu ihnen gehören beispielsweise Sitzbänke, Straßenlampen, Skulpturen, öffentliche Toiletten und Abfalleimer.

Auch die Grünflächen in der Stadt lassen sich mit verschiedenem nützlichem Stadtmobiliar gestalten. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Stadtmöbel sich möglichst harmonisch in das Gesamtbild einfügen. Hierzu kann man beispielsweise Sitzbänke entlang von Wanderwegen platzieren. Zugleich sollten die Möbel möglichst nicht in den Vordergrund geraten. Dementsprechend ist es von Vorteil, wenn sie ein zurückhaltenderes Design aufweisen und sich auf diese Weise an die Umgebung sowie an eventuell schon vorhandene Stadtmöbel anpassen.

Weil das Stadtmobiliar im Außenbereich aufgestellt wird und dementsprechend verschiedenen Witterungen ausgesetzt ist, muss es außerdem witterungsbeständig sein. Es sollte eine hohe Stabilität und eine möglichst lange Lebensdauer aufweisen. Der Wartungsaufwand spielt oft ebenfalls eine Rolle.

Des Weiteren sollte man bedenken, dass Stadtmöbel für viele Menschen gedacht sind, die alle verschiedenen Ansprüche haben. Es ist daher ratsam, sowohl die Wünsche von jungen Menschen als auch die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung zu berücksichtigen. Zugleich sollte man bei der Planung an Menschen mit Behinderungen denken. Um auf die unterschiedlichen Anforderungen eingehen zu können, kann man zum Beispiel bei Sitzmöbeln auf Rückenlehnen und eine passende Höhe achten.

Stadtmöbel für ein harmonisches Gesamtbild

Damit sich Stadtmöbel gut in natürliche Umgebungen integrieren lassen, kann es sinnvoll sein, sich für Modelle aus natürlichen Materialien zu entscheiden. In vielen Städten gibt es zum Beispiel Sitzbänke aus Holz. Meist wird das Material jedoch nur für die Sitzfläche und die Rückenlehne verwendet. Hierfür kommen verschiedene Holzarten wie Edelkastanie oder Robinie infrage. Auf Tropenholz sollte besser verzichtet werden, denn es stammt häufig aus illegalem Raubbau. Das Gestell kann beispielsweise aus Metall bestehen.

Doch eine Holzbank im Freien muss viel aushalten. Schließlich ist sie unterschiedlichen Temperaturen, Witterungen sowie Insekten ausgesetzt. Aufgrund dessen ist eine regelmäßige Pflege des Holzes erforderlich – dadurch lässt sich die Haltbarkeit aber nur bedingt verlängern.

Als Alternative zu den Sitzgelegenheiten aus Holz sind Metallsitzbänke eine weitere Option – besser noch: Bänke aus Edelstahl. Dieses Material gilt als robust sowie langlebig und benötigt weniger Pflege als Holzbänke. Bänke aus Edelstahl sind aber nicht nur widerstandsfähiger gegenüber Witterungseinflüssen und erfordern so gut wie keine Wartung, sie sind zudem umweltschonender.

Nicht nur, dass für die Herstellung keine Bäume gefällt werden – Edelstahl hat zudem eine deutlich längere Lebensdauer als Holz, was bedeutet, dass weniger Ressourcen für die regelmäßige Erneuerung oder Reparatur benötigt werden. Darüber hinaus ist Edelstahl zu 100 % recycelbar, sodass am Ende seiner Nutzungsdauer das Material weiterverwertet werden kann, während Holz oft als Abfall endet. Insgesamt tragen Bänke aus Edelstahl somit dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern und die Nachhaltigkeit zu fördern.

Darüber hinaus bieten Edelstahlbänke eine moderne und ästhetisch ansprechende Ästhetik, die zu verschiedenen Umgebungen passt und eine zeitlose Eleganz ausstrahlt. Sollen sich die Bänke in das Gesamtbild der natürlichen Umgebung einfügen, gibt es Bänke aus Stahl mit innovativer Belattung, die Bänken aus Holz ähneln.

Begegnungs- und Ruhezonen in Städte integrieren: Wie gelingt das?

In einer Stadt können die Bewohner sowohl von sozialer Isolation betroffen sein als auch unter der hohen Bevölkerungsdichte leiden. Gegen die soziale Isolation ist die Erschaffung von Begegnungszonen äußerst wichtig. Gleichzeitig sollten in den Städten Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, in denen man zum Beispiel ein privates Gespräch mit Freunden führen oder in Ruhe ein Buch lesen kann.

In den Begegnungs- und Ruhezonen sollten passende Sitzmöglichkeiten vorhanden sein. Für Menschen, die sich zwischendurch aus der belebten Stadt zurückziehen möchten, können zum Beispiel einzelne Sessel bereitgestellt werden. Größere Sitzgruppen – beispielsweise in U-Form – eignen sich dagegen für einen Ort, an dem Menschengruppen für Dialoge oder zum allgemeinen Austausch zusammenkommen. Weiterhin sollten natürliche Elemente in die Zonen eingebunden werden. Das kann für eine gemütlichere und einladendere Atmosphäre sorgen. So tragen Wasserelemente, Pflanzkübel, Bäume und Hecken zu einem angenehmeren Ambiente bei.

Auf einige praktische Stadtmöbel wie einen Mülleimer und eine Beleuchtung sollte ebenfalls nicht verzichtet werden. Darüber hinaus macht es Sinn, Möglichkeiten zur Bewegung und zum Sport zu integrieren. Für Familien mit Kindern sind Spielmöglichkeiten von Vorteil.

Bei der Gestaltung sollte man außerdem darauf achten, dass die Zonen zu Fuß erreichbar sind. Daneben spielt das Thema Sicherheit eine Rolle – schließlich wollen sich die Menschen in den Begegnungsorten oder den Ruhezonen sicher fühlen. Es ist daher empfehlenswert, die entsprechenden Zonen klar von anderen Plätzen abzugrenzen – beispielsweise mithilfe von abgesetzten Höhenebenen oder Pollern. Gegebenenfalls kann dabei auch eine kreative Bodengestaltung helfen. Diese ist zugleich ein interessantes Gestaltungselement und kann die Atmosphäre in der Zone zusätzlich verbessern.

Vor allem bei der Erschaffung von Ruhezonen kommt es zudem auf die Lärmbegrenzung an. Da die Zonen ein Ort der Ruhe und Entspannung sein sollen, sollte die gewöhnliche Geräuschkulisse in der Stadt möglichst ausgeblendet werden. Es sollten also möglichst kein Verkehrslärm und auch keine anderen Lärmgeräusche wie Baulärm zu hören sein. Um den Lärm zu reduzieren, kann man zum Beispiel in der Nähe der Ruheorte Tempo-30-Zonen einführen oder die Radinfrastruktur ausbauen.

Stadtmöbel für mehr Lebensqualität: 3 konkrete Ideen

Stadtmöbel können eine Möglichkeit sein, um die Lebensqualität in Städten zu erhöhen und den öffentlichen Raum nachhaltiger zu gestalten. Hierzu eignet sich verschiedenes Mobiliar. Nachfolgend beschreiben wir vier Stadtmöbel, die es bereits in verschiedenen Städten in ganz Deutschland gibt. Sie dienen als sozialer Treffpunkt oder ermöglichen es, etwas mehr Natur in die Stadt zu integrieren.

1. Parklets

Erstmals entstanden die Parklets in den 2000er-Jahren in der US-amerikanischen Hafenstadt San Francisco. Vor einiger Zeit gab es in Stuttgart das erste Parklet in Deutschland. Das Projekt hat die Stadt zusammen mit der Universität realisiert. Inzwischen findet man Parklets in zahlreichen deutschen Städten.

Parklets befinden sich auf Parkplatzflächen, die zeitweise für einen anderen Zweck genutzt werden. Sie erweitern provisorisch den Gehweg und können zum Beispiel als Treffpunkt für die Nachbarschaft, zum Plauschen mit Freunden oder zur Erholung verwendet werden. Die Gestaltung der Parklets kann ganz unterschiedlich aussehen. Meistens befinden sich hier mehrere Sitzmöglichkeiten sowie natürliche Elemente wie Sträucher oder Blumen. Teilweise sind die Parklets mit weiteren Stadtmöbeln wie einem Regenschutz, einer Beleuchtung oder Fahrradabstellmöglichkeiten ausgestattet.

Dabei lassen sich Parklets zügig aufbauen und abbauen. Sie zeichnen sich durch eine kostengünstige Herstellung aus und gelten als Zonen, in denen keine Konsumpflicht herrscht – es sind dementsprechend keine ergänzenden Flächen für die Außengastronomie.

2. Begrünte Stadtmöbel

Begrünte Stadtmöbel können ebenfalls zu einem besseren Stadtklima beitragen und die Lebensqualität der Anwohner erhöhen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel können Sitzbänke mit integrierten Pflanzkübeln aufgestellt oder Bushaltestellen mit einem begrünten Dach versehen werden.

3. Mitfahrerbänke

Bei einer Mitfahrerbank handelt es sich um eine Sitzbank, die innerhalb der Stadt aufgestellt wird. Ihre Aufgabe: Menschen zusammenbringen, die denselben Weg haben. Wer sich eine kostenlose Mitfahrgelegenheit wünscht, kann auf der Bank Platz nehmen. Neben ihr befindet sich normalerweise ein Richtungsschild, auf dem das gewünschte Ziel eingestellt werden kann. Anschließend muss gewartet werden, bis ein vorbeifahrender Autofahrer anhält, der in die entsprechende Richtung fährt und bereit ist, den Wartenden mitzunehmen.

Die Mitfahrerbänke haben verschiedene Vorteile: Sie können Menschen zusammenbringen und die soziale Gemeinschaft stärken. Gleichzeitig können sie die Umweltbelastungen reduzieren und dafür sorgen, dass die Menschen unabhängiger vom öffentlichen Nahverkehr werden. Die Finanzierung der Bänke kann durch die Städte oder Sponsoren erfolgen.

Dabei sind die Mitnahme und das Mitfahren mit keinerlei Pflichten oder Kosten verbunden. Die Grundlage hierfür ist Vertrauen. Selbstverständlich ist es jedem Menschen freigestellt, ob er einer Mitfahrt zustimmt bzw. eine Mitnahme anbietet. Gerade bei fremden Personen sollte man stets auch ein gewisses Maß an Vorsicht walten lassen.

Grüne Stadtplanung: Wie wichtig ist die Einbeziehung der Bürger?

Es ist ratsam, die Bürger der Stadt in die Gestaltung von natürlichen Umgebungen und der Planung von Begegnungsplätzen bzw. Ruhezonen einzubeziehen. Hierdurch kann oftmals eine breitere Akzeptanz erreicht werden. Zudem besteht dadurch die Möglichkeit, die Kompetenzen, die Wünsche und die Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaftsmitglieder zu berücksichtigen. Das kann dazu führen, dass bessere Ergebnisse erzielt werden, indem die Interessen verschiedenster Menschen bedient werden. Aus all diesen Gründen sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, um auf die Wünsche und die Kritik der Stadtbewohner einzugehen. Eventuell lohnt es sich zudem, mit lokalen Künstlern oder Designern zusammenzuarbeiten. Das kann dabei helfen, die verschiedenen Zonen besonders kreativ zu gestalten.

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